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Galerie: Test Seat Ibiza 1.6 16V

Test: Seat Ibiza 1.6 16V

Insel-Feger

23.06.2009

Ibiza ist neben seiner schönen Natur und reizvollen Strände vor allem als Inselparadies für Party-Jünger bekannt. Und genau diese will der gleichnamige Seat ansprechen: Junge, dynamische Fahrer die Wert auf schickes Design legen. Auto Emoción eben.

Von einer Neuerfindung des Ibiza war seinerzeit bei der Markteinführung die Rede, von einem Quantensprung und von einer neuen Ära. Und damit hatte der damalige Seat-Chef Erich Schmitt gar nicht so unrecht. Schließlich hat Seat mit dem durchgestylten Ibiza ein Erfolgsmodell auf dem Weg gebracht, das - allein optisch - richtungsweisend war für den Exeo war und auch die Neuauflagen des Leon und Altea beeinflussen wird.

Kantiges Design

Galerie: Test Seat Ibiza 1.6 16VVerantwortlich für die dynamische Optik zeichnet Luc Donckerwolke, seines Zeichens Chefdesigner, der zuvor für keinen geringeren als den Lamborghini Gallardo das Blechkleid entworfen hat. Kein Wunder also, dass der gebürtige Belgier auch beim Ibiza nicht die Finger von scharfen Kanten und wilden Linien lassen konnte. Und damit unterscheidet sich der Seat erfreulich deutlich von der Konkurrenz im randvollen Kleinwagensegment und macht sogar ähnlich aggressiv gestalteten Mitbewerbern wir dem Opel Corsa den Rang streitig.

Dabei könnte ihm auch der Preis helfen. In der Basisversion Reference kostet der günstigste Ibiza mit 70 PS 12.490 Euro. Der von uns getestete 1.4er fängt bei 13.490 Euro an und liegt damit unter dem VW Polo und Opel Corsa, in etwa gleichauf mit dem Peugeot 207 und ist nur geringfügig über dem zweiten VW-Konzernbruder Skoda Fabia. Vorbildlich: In allen Ibizas ist das Stabilitätsprogramm ESP ohne Aufpreis vorhanden.

Hohes Niveau

Galerie: Test Seat Ibiza 1.6 16VWer in den geräumigen Ibiza einsteigt, hat außerdem nicht das Gefühl, in einem Kleinwagen Platz zunehmen. Die Innenarchitekten haben sich am Mutterkonzern orientiert und höchsten Wert auf saubere Verarbeitung gelegt und schaffen es so, der preislich bedingten Plaste-Landschaft ansprechenden Charme zu verleihen. Kleine Details wie die angenehm zu drückenden Schalter und Tasten lassen eine gehörige Portion Wohlfühlambiente aufkommen. Die tiefen, in Röhren liegenden Rundinstrumente mit weißer Schrift dagegen sorgen für den sportlichen Anstrich.   

Wie das Platzangebot im Innenraum, profitiert auch der Kofferraum von der gewachsenen Polo-Plattform: Mindestens 292 Liter passen in den Ibiza und positionieren ihn bei normaler Sitzkonfiguration damit am oberen Ende der Rangliste. Bei umgeklappter Rückbank (in der Basis nur ungeteilt) liegt der Seat mit 847 Litern allerdings nur im Mittelfeld. Außerdem muss das Gepäck über eine relativ hohe Schwelle gehievt werden und zum Umklappen der Rückbank müssen - wenn maximaler Stauraum gewünscht ist - nach wie vor die Sitzflächen nach vorne gekippt werden.

Hohe Drehzahlen

Galerie: Test Seat Ibiza 1.6 16VMit 85 PS hat der kultivierte 1,4-Liter-Benziner in unserem gut eine Tonne schweren Testwagen zwar ausreichend Leistung. Was ihm aber fehlt, ist Drehmoment bei niedrigen Touren. Seine maximal 132 Newtonmeter bei 3.800 Umdrehungen bescheren dem Fahrer, so er flott unterwegs sein will, reichlich Schaltarbeit. Und dafür steht leider nur ein relativ lang übersetztes, dafür aber präzise und leichtgängig arbeitendes Fünf-Gang-Getriebe zur Verfügung.

Der fehlende sechste Gang und die nötigen, hohen Drehzahlen schlagen sich naturgemäß auf den Verbrauch nieder. So wird man den ohnehin nicht niedrigen Normverbrauch von 6,2 Litern nur mit einer gemächlichen Gangart erzielen - und die passt nicht wirklich zum Auftritt des kleinen Macho-Spaniers. In der Praxis genehmigt sich der Seat zwischen siebeneinhalb und acht Liter.    

Kein Weichei

Galerie: Test Seat Ibiza 1.6 16VZur spritschluckenden Fahrweise motiviert den Fahrer auch die straffe Fahrwerksabstimmung des Ibiza, mit der Seat seine sportliche Stellung innnerhalb des VW-Konzerns zum Ausdruck bringt. Zwar mag sich Lieschen Müller im Stadtverkehr an den deutlich spürbaren Schlaglöchern und Querfugen im Asphalt stören. Fahrdynamiker dagegen werden sich freuen, auch mit hohem Tempo noch präzise um die Kurve zirkeln zu können, ohne dass der Ibiza über die Vorderräder schiebt. Und über die leichtgängige, direkte Lenkung und die Sitze mit gutem Seitenhalt wird sich keiner von beiden beschweren.

Kritik gibt es höchstens für die dürftige Serienausstattung, die zwar, wie oben erwähnt, immer ESP umfasst, dafür aber außer elektrischen Fensterhebern vorn und einem in Länge und Höhe justierbaren Lenkrad nicht viele Komfortextras mitbringt. Wer kann, sollte die 1.700 Euro Aufpreis zur besseren Style-Ausstattung investieren und kann sich dann über 15- statt 14-Zoll-Räder, ein CD-Radio, Klimaanlage, Bordcomputer, Nebelleuchten, elektrische Fensterheber rundum und elektrisch einstellbare Außenspiegel, die geteilt umklappbare Rückbank und einen Tempomat freuen.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Seat 1.4 16V
Ausstattungsvariante   Reference
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.052 / 1.693 / 1.457
Radstand (mm)   2.469
Wendekreis (m)   k. A.
Leergewicht (kg)   1.025
Kofferraum (Liter)   292 - 847
Bereifung Testwagen   175/70 R 14
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.390 / 4, Reihe
Leistung (PS)   85
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   132 / 3.800
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,2
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   149 / Euro 4
AS24-Verbrauch (l/100km)   7,5
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   12,2
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   175
Preise    
ab (Euro)   13.490
Empfohlene Extras   Style-Ausstattung (inkl. Klimaanlage, CD-Radio, Bordcomputer, uvm., 1.700 Euro), Panorama-Glas-Hubdach (680 Euro), Aluräder (ab 450 Euro)
 
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Fazit

Klein und fein: Mit dem Ibiza ist Seat ein großer Wurf gelungen, der nicht zuletzt der stylischen Optik und dem hohen Qualitätsanspruch zu verdanken ist. In der Stadt ist der Fünftürer ausreichend praktisch, wenn auch etwas straff gefedert, und auf der Landstraße macht er einfach nur Spaß.Vorausgesetzt, man gönnt dem Motor die hohen Drehzahlen, die er braucht und akzeptiert den dadurch hohen Verbrauch.    

 
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