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Galerie: Test Suzuki Kizashi 2.4

Test: Suzuki Kizashi 2.4

Simplicissimus

20.03.2013

Suzuki präsentiert sich mit dem Kizashi so, wie sie die Marke noch nie erlebt haben: Mit der stattlichen Limousine wagen die Japaner einen deutlichen jenseits Vorstoß jenseits ihrer von Kleinwagen geprägten Modell-Welt. Wir wollten wissen, wie gut Suzuki der erste Einbruch in die Domäne deutscher Hersteller gelungen ist.

Optisch in jedem Fall überraschend gut, denn der Kizashi wirkt präsenter als seine laut Datenblatt nur 4,65 Meter lange Karosserie es vermuten lässt. Mit filigranen 18-Zoll-Leichtmetallrädern (Serie), Xenon-Scheinwerfern (Serie) dem fesch wirkenden Chromzierrat (Serie) und den rechteckigen Auspuffblenden (Serie) versprüht die zudem coupéhaft akzentuierte Limousine fast schon Oberklasse-Flair. Häufiger blicken Passanten dem Kizashi hinterher und scheint sein selbstbewusster Auftritt zumindest Neugierde zu wecken.

Diesen erfrischenden Eindruck kann der Kizashi im Innenraum nur noch bedingt vermitteln. Das Platzangebot ist mit Ausnahme der Kopffreiheit auf beiden Reihen gut, der Kofferraum immerhin 461 Liter groß, die Vordersitze serienmäßig mit Leder bezogen und elektrisch verstellbar. Doch ansonsten finden sich diverse Elemente, die eher aus den kleineren Modellen des Herstellers zu stammen scheinen und die nicht unbedingt den Stempel Premium verdient haben. Feine Softoberfläche sind hier ebenso wie schicker Chrom-Chichi Mangelware und die Ledersitze fühlen sich nicht wirklich nach naturbelassenen Tierhäuten an.

Gibt keine Rätsel auf

Galerie: Test Suzuki Kizashi 2.4Dennoch hat der übersichtliche Arbeitsplatz mit seiner Aufgeräumtheit durchaus auch seinen Charme: Man braucht sich nicht zu fragen, wofür so manche Schaltereinheit ist und man benötigt auch kein Studium der Betriebsanleitung, um die nicht vorhandene Funktionstiefe herauszufinden. Hinter der klar gegliederten Bedienoberfläche verbergen sich keine Rätsel.

Den Schlüssel kann man in der Hosentasche lassen und per Druck auf den Startknopf wird die Fahrbereitschaft des Kizashi aktiviert. Sein 2,4-Liter-Vierzylinder ist ein klassischer Saugmotor-Vertreter, der ohne viel Aufhebens den 1,5-Tonner mit seinen 178 PS und 230 Newtonmetern allein über die gelegentlich auch mal scharrenden Vorderräder gut nach vorne bringt. 7,8 Sekunden soll der Standardsprint dauern, maximal 215 km/h sollen möglich sein.

Bei Zwischensprints könnte der an ein manuelles Sechsgang-Getriebe gekoppelte Antrieb ruhig etwas mehr Schub von unten raus bieten und auch beim Erreichen der Endgeschwindigkeit lässt sich der Kizashi etwas Zeit. Dennoch ist der mit ordentlich viel Hubraum gesegnete Vierzylinder eine gute Wahl, der ohne irgendwelche Hightech-Spirenzchen den Wagen in angemessener Weise souverän vorantreibt.

Fahrwerk sorgt für Fahrfreuden

Galerie: Test Suzuki Kizashi 2.4Das angesichts von Sportfahrwerk und 18-Zoll-Rädern angenehm straffe Fahrwerk kann in ähnlicher Weise überzeugen. Für spaßige Kurvenfahrten ist es sogar überraschend gut austariert und der Komfort bleibt dennoch nicht auf der Strecke. Allerdings kann die um die Mittellage herum recht unpräzise und kleinwagenartig wirkende Servolenkung zumindest auf den ersten hundert Kilometern nerven. Später hat man sich dann an diese Eigenheit gewöhnt.

7,9 Liter lautet der angemessene Normverbrauch des Kizashi, den dem man bei zurückhaltender Fahrweise praktisch auch nahezu erreichen kann. Bei ruhiger Fahrweise haben wir 8,5 Liter ermittelt, bei etwas flotter gefahrenen Autobahnetappen pendelte der Konsum um zehn Liter. Zu den Sparsamsten gehört der Kizashi also nicht, er mutiert aber auch nicht zum elenden Säufer, selbst dann nicht, wenn er etwas stärker gefordert wird. Ein für deutsche Kunden so angesagter Diesel ist leider nicht im Kizashi-Programm.

Sozialistischer Einheitspreis

Galerie: Test Suzuki Kizashi 2.4Vor allem beim Kaufpreis kann der Kizashi den deutschen Mitbewerbern die Show stehlen, sofern man auf Komplettpakete steht. Der Kizashi nötigt nicht zur Qual der Wahl, sondern ist einfach und ausschließlich als voll ausgestattetes Exemplar zu haben. Die einzigen Ab-Werk-Optionen: Allradantrieb mit Automatik und ein Metallic-Lack. So einfach geht das.

Wem das recht simpel gestrickte CD-Radio zu wenig Multimedia-Funktionen bietet, kann sich als Zubehör-Lösung für rund 1.500 Euro noch ein fest integriertes Pioneer-Touchscreen-Navi bestellen. Weitere Möglichkeiten der Individualisierung oder irgendwelche neuartigen Assistenzsysteme wird man beim Kizahsi jedoch nicht bestellen können. Insofern ist der Japaner eine ehrliche Haut, denn der Basispreis wird sich nach der Durchsicht der Ausstattungsoptionen nicht mal eben verdoppeln. Mit solchen Preissprüngen muss man zumindest bei den Wettbewerbern deutscher Hersteller rechnen.

Vielleicht doch besser einen Kompakten

Galerie: Test Suzuki Kizashi 2.4Wer viel Auto für den Preis eines Kizashis will, kann sich aber alternativ auch ein Segment niedriger nach Alternativen umschauen. Beispiel Seat Leon: Hier bekommt man für das etwa gleich Geld ein bereits sehr gut ausgestattetes Exemplar mit Starkdiesel. Dieser ist sparsam, spritziger und hat dann sogar einige technisch anspruchsvollere Lösungen an Bord und bietet zudem mehr Premium-Schick. Sofern die Wahl eines Kizashi vor allem Budget-getrieben ist, sollte man vor dem Kauf vielleicht noch einen etwa gleichteuren Kompakten zur Probefahrt hernehmen.

 
Fazit

Mario Hommen

Ehrlich und gut, ohne jedoch zu begeistern: Der Suzuki Kizashi ist ein recht einfach gestrickter Vertreter der Mittelklasse, der mit seiner soliden Art aber auch durchaus gefallen kann. Ansehnlich, geräumig, ordentlich motorisiert und mit einem sportlich abgestimmten und dennoch nicht unkomfortablen Fahrwerk, macht er eigentlich alles richtig.
 

Enthusiasmus kann der Japaner allerdings nur beim Preis auslösen, denn mit 27.000 Euro bekommt man durchaus viel Auto fürs Geld. Wer allerdings Premium, Hightech und Innovationen sucht, könnte vom Kizsashi etwas enttäuscht sein, denn hier bleibt das Top-Modell von Suzuki doch recht einfach gestrickt.

 

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