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Galerie: Test Toyota Avensis

Test: Toyota Avensis

Einfach ein Auto

04.06.2009

Gute Verarbeitung, großzügiger Innenraum, viel Platz für Gepäck, komfortable, langstreckentaugliche Sitze und ein laufruhiger Benziner: Es gibt reichlich Positives, das man über den seit Anfang 2009 erhältlichen Toyota Avensis berichten kann. Und doch weckt der Japaner kaum Emotionen: Er ist einfach nur ein Auto.

Vorne wie hinten sitzt es sich im Toyota Avensis komfortabel, auch weite Strecken lassen sich auf den breiten, straff gepolsterten Sesseln ohne Klagen zurücklegen und selbst im Fond reisen Erwachsene ohne Engegefühl - weder in der Breite, noch in der Höhe. Gleiches gilt für das Gepäckabteil: In den Kofferraum passen über 500 Liter und wer die geteilte Rückbank umklappt, kann auch längere Gegenstände problemlos transportieren.

Keine Aufregung

Galerie: Test Toyota AvensisWer hofft, ein aufregendes, durchgestyltes Cockpit zu finden, wird allerdings enttäuscht: Alles ist solide aber - wie auch die Karosserie - eher schlicht gestaltet. Die sauber verarbeiteten Materialien wirken dafür hochwertig, die Ergonomie ist vorbildlich und die bernsteinfarbenen Rundinstrumente sind gut abzulesen. Allein das Entertainmentsystem mit Navi ist ein wenig unübersichtlich geraten und seine Bedienung erfordert etwas Übung.  

Ebenfalls tadellos: das Fahrverhalten der 4,70 Meter langen Limousine. Schnurstracks läuft der Avensis auf der Autobahn geradeaus und lässt sich selbst bei hohem Tempo nicht von Seitenwinden beeindrucken. Auch der Abrollkomfort der in Verbindung mit dem 1.6er-Benziner serienmäßigen 16-Zoll-Räder geht in Ordnung - zusammen mit stärkeren Motoren montiert Toyota größere Rad-Reifen-Kombinationen, unter denen der Komfort allerdings leidet.

Galerie: Test Toyota AvensisGuter Kompromiss

Während viele asiatische Fahrzeuge für den europäischen Markt häufig zu straff abgestimmt werden - frei nach dem Motto: Schön hart, dann liegt er gut in der Kurve -, ist Toyota mit dem Avensis ein guter Kompromiss gelungen. Komfortabel federt die Limousine Schwachstellen im Asphalt ab, ohne dass dies auf Koster der Dynamik geht. Wer will, kann den 4,70 Meter langen Avensis auch agil über kurvige Landstraßen manövrieren, ohne dabei das serienmäßige mit Arbeit zu überlasten.

Unterstützt wird der Fahrer bei seiner Kurvenhatz von der direkten, straffen Lenkung. Und der aktiven Lenkunterstützung: Stellt das Stabilitätsprogramm ein Unter- oder Übersteuern des Wagens fest, wirkt das Fahrzeug selbsttätig mit kleinen Lenkbewegungen entgegen und hält so den Avensis auf dem richtigen Kurs.

Galerie: Test Toyota AvensisBrot und Butter

Gedämpft wird der Fahrspaß allerdings vom wichtigsten Bauteil überhaupt: dem Motor. Denn der von uns getestete Einstiegsbenziner ist ein Brot-und-Butter-Aggregat, wie es im Buche steht. Seine 132 PS und 160 Newtonmeter (bei 4.400 Umdrehungen) reichen zwar aus, um den Avensis angemessen flott zu bewegen und problemlos im Strom mit zu schwimmen. Gehobene Längsdynamik ist hingegen nicht geboten. Vor allem mangelt es dem Vierzylinder am Durchzug, der nur durch viel Schaltarbeit mit dem serienmäßigen, gut geführten Sechs-Gang-Getriebe zu kompensieren ist.

Galerie: Test Toyota AvensisBei Überholvorgängen auf der Autobahn kommt man um den Gangwechsel nicht herum und auch Steigungen machen dem Eineinhalb-Tonner zu schaffen. Maximal läuft der Avensis 200 km/h, für die er allerdings ein wenig Anlauf braucht. Die Hälfte, also Tempo 100, erreicht der Toyota nach knapp elf Sekunden und ab circa 160 km/h wird die Kraftentfaltung spürbar zäher.

Wer flott vorankommen will, muss den Motor also bei Drehzahlen halten. Und die hohen Touren schlagen sich natürlich auf den Benzinverbrauch nieder. Bei zügiger Fahrt laufen gerne bis zu zehn Liter durch die Kraftstoffleitungen, im Durchschnitt konsumierte unser Testwagen knapp über acht Liter Superbenzin. Mit 60 Liter Tankinhalt ist also alle 650 Kilometer ein Tankstopp nötig.

Galerie: Test Toyota AvensisViele Extras nicht verfügbar

Für 22.700 Euro gibt es den Avensis in der Version „Avensis“ mit CD-Radio mit Aux-Eingang, sieben Airbags, elektronischer Feststellbremse (allerdings ohne Berganfahrassistent), elektrischen Fensterhebern vorn, Bordcomputer und Klimaanlage. Wer 1.300 Euro mehr investiert, kommt zusätzlich in den Genuss von Komfortextras wie Lichtautomatik, Regensensor, Bluetooth-Freisprechanlage, Tempomat, elektrische Fensterheber hinten und Klimaautomatik.

Schade: Die Topausstattung „Executive“ bleibt dem Basisaggregat vorenthalten und das radargestütze Unfallvermeidungssystem Pre-Crash Safety, die Einparkhilfe, Bi-Xenon-Scheinwerfer, die Lederausstattung mit elektrisch einstellbaren Sitzen sowie der Spurhalteassistent sind sogar ausschließlich für den großen Diesel mit Automatik erhältlich.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Der Avensis weckt keine Emotionen, begeistert nicht durch aufregendes Design oder tolle Technik und auch nicht mit besonderer Umweltfreundlichkeit - weder Start-Stopp noch Hybrid sind erhältlich. Auch der 1.6er-Benziner zielt nicht auf Fahrspaß ab. Allerdings gibt es auch kaum Negatives zu berichten: Solide Verarbeitung, viel Platz und ein ausreichend starker Motor machen den Avensis zur guten Wahl - für Leute, die einfach nur ein Auto wollen.
 

Galerie: Test Toyota Avensis

 

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