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Galerie: Test Toyota Prius

Test: Toyota Prius

Ökologisches Spitzenprodukt

26.09.2007

Alle wollen ihn, Toyota hat ihn – und das bereits seit vielen Jahren: den Hybridantrieb. So ziemlich alle großen Autokonzerne werden bereits in wenigen Jahren Modelle mit dieser Technik anbieten. Hybrid ist die Zukunft – zumindest mittelfristig. Doch kann man mit dem Hightech-Antrieb wirklich so viel sparen? Wir wollten es genau wissen und waren mit dem Vorreiter Prius unterwegs.

Exzentrisch und unscheinbar

Eigentlich ist der Prius II ein Exzentriker. Der eigenwillige Dachverlauf oder die Scheinwerfer-Grafik finden keine Entsprechung im Automobilbau. Dennoch hebt sich der Fünftürer nicht merklich von der Masse ab. Zwar wesentlich schicker als sein Vorgänger und zudem aerodynamisch geformt, wirkt die aktuelle Generation eher unscheinbar und konservativ. Ein junges, unkonventionelles Kultdesign gepaart mit der sparsamen Hybrid-Technik – so könnte sich der Prius in Europa vielleicht besser verkaufen.

Galerie: Test Toyota PriusRecht futuristisch mutet hingegen der Innenraum an. Zentral platziert ist ein großes Farbdisplay. Es zeigt unter anderem das Energie-Management und eine detaillierte Verbrauchsanalyse an. Alle anderen Fahrinformationen werden digital unterhalb der Windschutzscheibe angezeigt. Ein Edel-Ambiente bietet der Prius zwar nicht, doch das Interieur gefällt mit geschmackvollem Material-Mix, einer sauberen Verarbeitung und vielen Staufächern. Obwohl voll gestopft mit Technik, hat der Prius ein insgesamt gutes Platzangebot. Allein im Fond ist die Kopffreiheit etwas eingeschränkt. Das Gepäckabteil ist trotz der großen Batterie in der umklappbaren Rückbank zwischen 410 und 1.210 Liter groß.

Wie geht der bloß an?

Galerie: Test Toyota PriusIn einem Schlitz rechts vom Lenkrad schiebt man nach dem Einsteigen den Signalgeber. Danach ein Druck auf den darüber befindlichen Startknopf und es kann losgehen. Soweit die Theorie. Doch der Unerfahrene steht vor einem Problem: Es blinken nur einige Lampen, mehr passiert nicht. Also nochmals drücken …. wieder nichts. Diese Übung lässt sich beliebig oft wiederholen, doch der Motor springt nicht an. Moment!? Der Prius fährt ja auch mit Strom und zwar ohne die Hilfe des Benziners. Ein Motorgeräusch ist also gar nicht nötig. Der Trick: Wenn im Armaturenbrett „Ready“ aufleuchtet, ist der Wagen bereits fahrbereit. Jetzt noch den kleinen Fahrstufenwahlhebel auf D schieben, das Gaspedal treten und der Prius schnurrt los – fast lautlos, ohne Motorgeräusch.

Doch das futuristische Rumstromern findet bald ein Ende. Nach nur wenigen Metern springt der Vierzylinder an und agiert fortan als Hauptantriebsquelle. So lange man sinnig beschleunigt, bleibt das Drehzahl- und Geräuschniveau des 78 PS starken Verbrennungsmotor niedrig. Wird allerdings viel Leistung gefordert, macht sich das 1,5-Liter-Aggregat akustisch deutlich bemerkbar. Zwar eilt dann der 68 PS starke Elektromotor zu Hilfe und sorgt für einen spürbaren Extra-Schub. Doch der Benziner leistet die eigentliche Antriebsarbeit. Übrigens: Bei einem Hybrid werden die PS-Zahlen der zwei Antriebe nicht einfach addiert. Nach Angaben von Toyota liegt die synergetische Leistung beider Antriebe bei 113 PS. Für ein Fahrzeug seiner Klasse ist das in allen Verkehrssituationen absolut ausreichend.

Die Kraft der beiden Motoren wird übrigens über ein stufenloses Planetengetriebe an die Vorderräder weitergegeben. Schaltvorgänge sind bei diesem Getriebe nicht spürbar. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch der Gummibandeffekt. Beim Gasgeben eilt die Motordrehzahl zunächst nach oben und verharrt auf hohem Niveau, die Geschwindigkeit nimmt hingegen nicht so spontan wie die Drehzahl zu. Das sonst bekannte lineare Zusammenspiel vom lauter werdendem Motor und zunehmender Geschwindigkeit bleibt aus.

Sparnatur

Galerie: Test Toyota PriusWer gerne sportlich unterwegs ist, dem dürfte ein solches Getriebe kaum zusagen. Auch sonst ist der Prius kein Dynamiker. Die synthetisch wirkende Lenkung ist indirekt und erfordert gelegentliches Nachkorrigieren. Der brav ausgelegte Wagen lässt sich insgesamt sehr unproblematisch und gutmütig bewegen; sein Federungskomfort geht in Ordnung. Dank der Stabilitätskontrolle VSC bietet er zudem eine hohe aktive Sicherheit.

Doch beim Prius geht es nicht um die sportlichen Talente. Wichtig ist die Frage, wie sparsam sich der Toyota-Hybride in der Praxis fahren lässt. Auf einer längeren Autobahntour haben wir den Durchschnittsverbrauch bei unterschiedlichen Geschwindigkeitsniveaus gemessen. Bei kontinuierlich 120 km/h lag der Spritkonsum bei 4,8 Liter. Bei 130 km/h verbrennt der Wagen im Schnitt 5,5 Liter, bei 150 km/h 6,8 Liter und bei der Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h knapp unter zehn Liter auf 100 Kilometer. Für einen Benziner sind das bereits gute Werte.

Spart vor allem in der Stadt

Galerie: Test Toyota PriusDie Besonderheit des Prius ist sein hohes Sparpotenzial in der Stadt. Stop-and-go-Verkehr und mit laufendem Motor an der Ampel warten – das kostet normalerweise viel Sprit. Beim Hybridantrieb ist das anders: Der Elektromotor gewinnt beim Bremsen Energie und speichert diese in der Batterie. Steht man an der Ampel, geht der Benzinmotor automatisch aus. Beim Anfahren wird der gespeicherte Strom wieder zum Beschleunigen genutzt. Und dieses geniale Zusammenspiel macht sich in der Praxis deutlich bemerkbar: Während einer längeren Stadttour mit gut gefüllter Batterie konnten wir den Benzinverbrauch auf vier Liter drücken. Um diesen Wert zu erreichen, waren allerdings sehr sinniges Beschleunigen, vorausschauendes Fahren und eine möglichst frühzeitige Gaswegnahme nötig. Wer viel in der Stadt unterwegs ist und auf der Autobahn nicht schneller als 120 km/h fährt, kann den von Toyota angegeben Normverbrauch von 4,3 Liter erreichen.

Ist der Stromspeicher hingegen leer und der Fahrer ohne Spritspar-Ambitionen im Stadtverkehr unterwegs, dann sind auch über sieben Liter möglich. In unserem Test haben verschiedene Fahrer mit unterschiedlichen Fahrstilen einen durchschnittlichen Verbrauch von 5,7 Liter zusammengefahren. Das ist angesichts der Größe, Gewicht und dem selbst schaltenden Getriebe ein guter Wert. Dieser niedrige Verbrauch geht zudem mit einem geringen CO2-Ausstoß einher. Bezogen auf den Normverbrauch emittiert der Prius nur 104 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer und ist damit ein echter CO2-Primus.

Ein Diesel ist teurer und durstiger

Galerie: Test Toyota PriusEin interessantes Referenzmodell für den Prius ist ein ähnlich starkes und großes Dieselmodell. Hierfür qualifiziert sich beispielsweise der VW Jetta 1.9 TDI. Den Normverbrauch der Mittelklasse-Limousine in Kombination mit dem selbst schaltenden Getriebe DSG gibt VW mit 5,9 Liter Diesel an. In der Praxis kommen bei den meisten Autofahrern noch ein bis zwei Liter drauf. Spritsparender als mit dem Prius wird man mit dem TDI-Jetta also kaum unterwegs sein. Zwar kostet der Prius in der Anschaffung mit 24.877 Euro etwa 600 Euro mehr. Doch ausstattungsbereinigt ist der Toyota sogar günstiger. Und darüber hinaus lassen sich pro Jahr mit dem Hybridauto rund 200 Euro Steuern sparen. So gesehen ist der Toyota in allen Belangen wirtschaftlicher als das von uns gewählte Referenzmodell mit Dieselmotor.

Fazit

Die Praxis zeigt deutlich: Den Prius kann man sehr sparsam bewegen. Zwar ist Toyotas Hybridmodell in der Anschaffung kein Schnäppchen. Doch bietet der Prius ein hohes Sparpotenzial und eine gute Serienausstattung. Diese beinhaltet auch eine Antriebstechnik, die begeistern kann. Wenig Lärm, viel Komfort, wenig Emissionen und geringer Verbrauch. Vor allem aus ökologischer Sicht ist der Toyota Prius spitze.

 
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