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Galerie: Test Volvo S60 D3

Test: Volvo S60 D3

Überzeuger

19.01.2011

Er würde ihn ja jedem Benz oder BMW vorziehen, erzählt mir der Fahrer stolz, als er den Volvo S60-Testwagen übergibt.  Gespannt machten wir uns auf die Suche, was den Überbringer denn so vom neuen Mittelklässler aus dem hohen Norden überzeugte, dass er C-Klasse und Co. links liegen ließe.

Das Aussehen, Geschmacksache: „Ein bisschen langweilig“, meinte ich, als ich mit meinen Kollegen vor den Wagen trat, dem zeitgleich ein „der sieht schon schick aus“ über die Lippen kam. Auf jeden Fall passt der S60 mit seiner bulligen Front, den markanten Scheinwerfern und den hohen Heckleuchten bestens in die Volvo-Familie, die ihr neues Gesicht mit dem XC60 begründet hat und das nun nach und nach in allen Baureihen Einzug hält.

Typisch Volvo

Galerie: Test Volvo S60 D3Der Innenraum, typisch Volvo. Die aufgeräumte Mittelkonsole ist geblieben, ebenso die weiß beleuchteten, edel wirkenden Rundinstrumente. Was Verarbeitung und Materialauswahl betrifft, braucht sich der Schwede nicht hinter den deutschen Premium-Herstellern zu verstecken. Allerdings warten die mit einfacher zu bedienenden Navigations- und Entertainmentsystemen auf. Und das, wo Volvo doch im S60 ein von Grund auf neues System eingeführt hat. Hier darf ruhig noch nachgebessert werden.

Das Gestühl auf dem Fahrer und Beifahrer Platz nehmen, ist durchweg langstreckentauglich, lediglich die manuelle Sitzverstellung ist ein wenig fummelig. Und: Wer den Wagen mit Schaltgetriebe ordert, wird mit dem weit hinten montierten Schaltknüppel und der ebenfalls weit hinten installierten Mittelarmlehne nicht wirklich glücklich werden – daher am besten gleich zur Automatik-Version greifen. Auf der Rückbank geht es geräumig zu, was man vom Kofferraum nicht unbedingt behaupten kann. Er ist mit nur 380 Litern recht eng geschnitten.

Untenrum etwas rau

Galerie: Test Volvo S60 D3Den Antrieb übernahm in unseren Testwagen ein 160 PS starker Selbstzünder. Der Fünf-Zylinder hört auf den Namen D3 und entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter. Das liegt zwar bereits bei 1.400 Umdrehungen an, gefühlt geht es allerdings erst ab 2.000 flott voran. Darunter hängt der Volvo nicht wirklich gut am Gas und fällt zudem durch unangenehme Vibrationen auf. Schade, denn das lang übersetzte Sechs-Gang-Getriebe lädt zum niedertourigen Fahren ein.

Ist der Turbolader erst einmal voll im Gange, geht es zügig weiter. Nach 9,2 Sekunden zeigt der Tacho Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 220 km/h erreicht. Erfreulich: Selbst dann rollt der Volvo noch angenehm leise dahin. Beim überholen sollte allerdings vorsorglich zum Schalthebel gegriffen werden.

Den Verbrauch beziffert Volvo in den technischen Daten mit 5,3 Litern, nach EU-Norm. Und auch in der Praxis wich der S60 nicht weit von der Vorgabe ab. Nach zahlreichen Testkilometern konnten wir einen durchschnittlichen Konsum von 6,4 Litern je 100 Kilometer ermitteln.

Lenkrad-Wahl

Galerie: Test Volvo S60 D3Wie man es von Volvo kennt, fährt auch der S60 mit einer ausgewogenen, aber eher in Richtung straff tendierenden Fahrwerksabstimmung vor; auch wenn Querfugen deutlich spürbar sind, genießen die Passagiere ausreichend Komfort. Justieren lässt sich in der Standard-Ausführung das Fahrwerk nicht, wohl aber die Lenkung: Der Fahrer kann zwischen leicht-, mittel- und schwergängig wählen, wobei erster Modus sehr synthetisch und letzterer übertrieben hart wirkt. Wie so oft ist auch hier die goldene Mitte die beste Wahl; aber Hauptsache, man hat zahlreiche Einstellmöglichkeiten.

Überhaupt verfügt der Volvo S60 über jede Menge technische Spielereien, die meisten sind Helfer im Sinne der Sicherheit. So warnt der Lane Assist mit nervigem Piepsen vor dem Spurverlassen ohne zu Blinken, der Tot-Winkel-Assistent macht durch rote Blinklichter im Spiegeldreieck auf sich Aufmerksam und der Kollisionswarner schreit los, wenn er denkt, ein Auffahrunfall droht. Dass der Vordermann jedoch seit geraumer Zeit blinkt und abgebogen ist, ehe der Volvo ihn erreichen würde, merkt der Aufpasser leider nicht; das lässt den Assistenten vor allem im Stadtverkehr schnell lästig werden.

Auf Wunsch abschaltbar

Galerie: Test Volvo S60 D3Immerhin lassen sich die meisten Helferlein bei Nichtgefallen entweder per Tastendruck einmalig bis zum nächsten Motorstart oder im Menü auch auf Dauer deaktivieren – inklusive des Müdigkeitswarners, der vermeintlich erkennen mag, wann der Fahrer eine Pause machen soll. Bei jedem Start wieder aktiv ist dagegen das serienmäßige, sinnvolle City-Safety-System, das bei bis zu 30 km/h selbsttätig eine Vollbremsung hinlegen kann, um Unfälle zu vermeiden. Mit ermahnenden Warnlichtern oder -tönen hält es sich im Vorfeld dankenderweise zurück.    

Manche dieser elektronischen Helfer sind aufpreispflichtig, andere wiederum kommen serienmäßig mit. Insgesamt kommt der Volvo zwar nicht üppig bestückt daher, doch braucht er sich gegenüber den ebenfalls spärlich ausgestatteten deutschen Premium-Mittelklässlern nicht schämen: CD-Radio und Klimaanlage sind bei einem Grundpreis von 31.650 Euro für den S60 D3 an Bord. Wer einen Regensensor (100 Euro), Bi-Xenon-Licht (920 Euro), eine Schiebedach (980 Euro) oder einen Tempomat (400 Euro) möchte, muss extra zahlen. Und die Liste an Sonderausstattungen ist lang.

Fazit

Ob der Volvo nun Mercedes und Co. vorzuziehen sei, muss jeder Käufer selbst entscheiden. Eine gute Wahl ist der S60 auf jeden Fall: die Qualität ist auf Premium-Niveau, das Platzangebot ausreichend, und Fahrwerk sowie Motor können – sieht man von dem etwas unkultivierten Lauf bei niedrigen Touren ab – überzeugen. Preislich allerdings liegt der Schwede auf dem gleichen Niveau wie die einheimischen Hersteller, und das ist leider ziemlich hoch.

Galerie: Test Volvo S60 D3

 
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