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Galerie: Test Volvo S80

Test: Volvo S80

Die nordische Alternative

16.05.2007

Die obere Mittelklasse ist fest in der Hand von Mercedes, Audi und BMW. 2007 wurden in diesem Segment bislang rund 60.000 Fahrzeuge zugelassen, 53.000 davon entfielen auf die drei deutschen Hersteller. Dabei mangelt es nicht an Angeboten: Volvo bietet mit dem S80 eine adäquate Alternative.

Design war früher kein großes Thema für Volvo. Hauptsache sicher mussten sie sein und das lies sich am besten mit der Kastenform erreichen. Das die Fahrzeuge damit so aerodynamisch waren wie Schloss Drottningholm war nebensächlich. Erst 1998 begründeten die Schweden mit Einführung des ersten S80 eine neue Design-Ära.

Schickes Erbgut

Galerie: Test Volvo S80Gene wie die V-förmige Motorhaube mit herausstehender Nase, starke, kräftige Schultern und seitlich abgerundete Heckleuchten sind bei der 2006 eingeführten, zweiten Generation der stattlichen Limousine deutlich auszumachen. Mit schnörkellosem, klarem Design setzt der Volvo Akzente - und hebt sich durch Understatement positiv ab.

4,85 Meter misst der S80 und liegt damit gleichauf mit dem 5er BMW. Der gegenüber dem Vorgänger um 44 Millimeter gewachsene Radstand sorgt für einen großzügigeren Innenraum. Auf allen Plätzen sitzt es sich komfortabel, die Fondpassagiere freuen sich über ausreichend Kopf- und Beinfreiheit. Mit 480 Litern Kofferraumvolumen liegt der Volvo aber unter den Mitbewerbern.

Nordische Kühle

Galerie: Test Volvo S80Im Interieur wird das klare, unverspielte Design fortgeführt. Die helle Innenausstattung unseres Testwagens unterstreicht die nordische Kühle, die fließende Form der schwebenden Mittelkonsole wirkt elegant. Intuitiv findet man sich im gut strukturierten Cockpit des S80 zurecht. Praktisch: Wird das Navi nicht benötigt, lässt sich der Bildschirm komplett versenken.

Angetrieben wurde unser Volvo von einem quer eingebauten Reihensechszylinder. Im Crashfall steht konstruktionsbedingt mehr Knautschzone zur Verfügung, das Risiko, dass der Motor bei einem Frontalaufprall in den Fahrgastraum eindringt wird gesenkt.

Etwas träge

Der langhubige Saugmotor schöpft 238 PS aus 3,2 Litern Hubraum und ist serienmäßig mit einem sanft schaltenden Sechsgang-Automatikgetriebe gekoppelt. Spontaner Antritt zählt leider nicht zu den Stärken des Aluminium-Aggregats, erst bei 3.200 Umdrehungen liegt das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern an.

Galerie: Test Volvo S80Der Automat hat gut zu tun, um den nicht sonderlich drehfreudigen Volvo bei Touren zu halten. Dann erreicht er aber problemlos die Höchstgeschwindigkeit bei Tempo 240. Im Schubbetrieb schnurrt er kultiviert vor sich hin, nur der etwas blecherne Klang unter Vollast passt nicht wirklich zu einem Sechszylinder. Erfreulich: Ein Durchschnittsverbrauch von knapp unter zehn Litern ist mit dem gut 1,6 Tonnen schweren S80 durchaus zu schaffen.

Je nach Bedarf

Gegen Aufpreis bietet Volvo eine aktive Fahrwerksregelung an. Durch Eingriffe in das Dämpfungs- und Motormanagement passt sich das System ständig an den jeweiligen Fahrzustand an. Per Tastendruck hat der Fahrer die Wahl zwischen drei Modi.

Galerie: Test Volvo S80Die weiche, bequeme Komforteinstellung empfiehlt sich auf Autobahnetappen. Unebenheiten werden gekonnt weggebügelt, der S80 federt sanft ein. Auf kurvigen Landstraßen ist der direkte, straffe Sportmodus die erste Wahl. Deutlich kürzere Federwege und härtere Dämpferraten verhelfen dem frontgetriebenen Volvo zu mehr Dynamik und dem ambitionierten Fahrer zu mehr Spaß.

Für die ganz harten

Der nochmals härter abgestimmte Advanced-Modus eignet sich nur auf brettelebener Fahrbahn, sonst leiden die Bandscheiben zu sehr. Er erlaubt allerdings die sportlichste Gangart. Auch bei hohen Kurventempi bleibt der S80 souverän auf der vorgegebenen Spur.

Neben dem Fahrwerk kann beim S80 auch die Servolenkung wahlweise auf leichtgängig, normal oder straff eingestellt werden. Witzig: Die Schweden hatten leichte Übersetzungsprobleme, das System bietet die Modi leise, normal und laut an.

Sicherheit ist Standard

Galerie: Test Volvo S80Sicherheit wird immer noch groß geschrieben bei Volvo. Airbags rundum, ein Schleudertrauma-Schutzsystem, ESP oder die automatische Gurthöhenverstellung, um die Passagiere bestens fest zu halten, gehören zum Standard wie hochfester Stahl und ein ausgeprägter Fußgängerschutz. Optional sind modernste Hilfen wie eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, eine Toter-Winkel-Überwachung oder ein sehr sensibler Kollisions-Warner erhältlich.

Wie bei Volvo üblich ist der S80 in vier Ausstattungsvarianten erhältlich, schon die Basis „Kinetic“ ist mit Audiopaket, Klimaautomatik, Tempomat und Nebelscheinwerfern gut ausgestattet. Unser Testwagen verfügte in der Summum-Linie zusätzlich über elektrisch einstellbare Außenspiegel, Einparkhilfe, Ledersitze mit Sitzheizung und Bi-Xenon-Licht. Der günstigste S80 ist für 36.320 Euro zu haben. Das getestete Modell steht in der Preisliste mit 45.860 Euro.

Fazit

Keine Frage, der Volvo S80 kann den großen Dreien der oberen Mittelklasse Paroli bieten. Preislich liegt der S80 ungefähr gleichauf mit Audi, BMW und Mercedes. Hinzu kommt aber der Individualitätsbonus, der ihn und seinen Fahrer deutlich von den Klassikern abhebt. Gute Verarbeitung, hochwertige Materialien und die umfangreiche Sicherheitsausstattung sprechen zusätzlich für den schicken Schweden. Einzig der Reihensechszylinder könnte etwas spontaner ansprechen.

 
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