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Galerie: Test Volvo V50

Test: Volvo V50

Beziehungskiste

04.07.2005

Aus einer Beziehungskiste kann sich schnell eine Situation entwickeln, in der man eine Beziehungskiste ganz anderer Art benötigt: Eine mit vier Rädern, viel Platz für Kindersitze und das Familienurlaubsgepäck. Und wenn man schon in erster Beziehung unvorsichtig war, steht spätestens bei der „Kiste“ die Sicherheit an erster Stelle. Ein idealer Kandidat ist hier der Volvo V50.

Ein Problem gleich zu Beginn: Der formschöne Kombi ist nicht billig. Wer als Vielfahrer einen Dieselmotor mit Partikelfilter wollte, hatte bis vor kurzem keine Auswahlmöglichkeit, musste also mindestens 26.600 Euro für den 2,0-Liter mit 136 PS ausgeben. Nun ist auch ein 1,6-Liter-Selbstzünder mit 109 PS im Programm, der (mit Filter) ab 24.050 Euro zu haben ist. Klingt untermotorisiert? Warten Sie es ab.

Galerie: Test Volvo V50Unter der ausgesprochen eleganten und unaufdringlich modern gestalteten Karosserie bietet der V50 viel Platz. Und das, obwohl der kleinste Volvo mit 4,51 Meter Gesamtlänge irgendwo zwischen Kompakt- und Mittelklasse positioniert ist. In Sachen Raumangebot tendiert der Kombi klar zur Mittelklasse: Vorne wie hinten sitzt es sich ausgesprochen luftig. Beinfreiheit, Kopffreiheit und Sitzhöhen passen auch für große Jungs. Für die Kleinen sind in der Rückbank herausklappbare, höhere Sitzpolster integriert.

Bequemer Sitzen

Lediglich die an allen Plätzen einen Tick zu kurz ausgefallenen Oberschenkelauflagen trüben den sehr guten Eindruck der straff gepolsterten Sitze. An anderer Stelle hat Volvo wohlwollend an langbeinige Fahrer gedacht: Zum einen erleichtert es der immens weite Verstellbereich des Lenkrads (in Höhe und Tiefe), die optimale Sitzposition zu finden. Zum anderen gefällt die auffallend schmale, frei schwebende Mittelkonsole, an der man sich endlich einmal nicht ständig das rechte Knie anstößt.

Galerie: Test Volvo V50Hinter der Mittelkonsole findet sich eine praktische Ablage, etwa für den Geldbeutel. Ansonsten geizt der V50 mit Stauflächen für Kleinkram: Die Türfächer vorne sind sehr klein ausgefallen, hinten fehlen sie. Knapp bemessen ist auch die Box im Mitteltunnel. Das Kofferraumvolumen ist mit 417 bis 1.307 Liter nur durchschnittlich. Hauptgrund sind die weit in den Innenraum ragenden Radhäuser. Werden die Fondpolster vor- und die Rücklehnen umgeklappt, ergibt sich eine topfebene Ladefläche. Schön: Die Beifahrerlehne ist serienmäßig nach vorne umklappbar. Schlau: Der Kunststoffeinsatz am Heckschweller verhindert hässliche Kratzer.

Kühle Kontraste

Galerie: Test Volvo V50Das Interieur-Design ist betont funktional gehalten, strahlt kühle Eleganz und einen herausragenden Qualitätseindruck aus. Die hellen Sitzbezüge bilden einen wohl dosierten Kontrast zu den schwarzen Kunststoffen, womit die klaren Linien hervorgehoben werden. Außerordentlich schön, aber nicht der Weisheit letzter Schluss, ist die schon erwähnte, freischwebende Mittelkonsole mit dem an eine Fernbedienung erinnernden Tastenfeld. Zu klein sind die vielen Knöpfe ausgefallen, zu eng die einzelnen Funktionen für Klimaanlage, Radio oder Telefon beieinander.

Galerie: Test Volvo V50Das optionale DVD-Navigationsgerät mit dem automatisch ausfahrenden Bildschirm am Armaturenbrett (je nach Ausstattungslinie ab € 1.920) wird mittels Joystick und zweier Tasten an der Rückseite des Lenkrads bedient. Hat man das einmal raus, schwört man auf die simple Bedienung und die übersichtlichen Menüs.

Nie das Nachsehen

1,4 Tonnen wiegt der V50 leer, darf bis zu 1,9 Tonnen Gesamtgewicht beladen werden. Da hören sich 1,6 Liter Hubraum und 109 PS nicht üppig an. Doch weit gefehlt. Sowohl in der Beschleunigung, wie auch in Sachen Höchstgeschwindigkeit kann der 1.6D in 90 Prozent der Fälle am Vordermann dranbleiben. Zwar braucht der Motor zum Anfahren vergleichsweise viel Gas, doch bei 1.750 U/min setzt das maximale Drehmoment mit Nachdruck ein. Die 240 Newtonmeter reichen für steten, zügigen Durchzug.

Galerie: Test Volvo V50Wer gerne schaltet, bitte: Das manuelle Fünfganggetriebe ist exakt geführt und gefällt mit sehr kurzen Schaltwegen. Dazu dreht der Motor willig hoch, beschwert sich nur beim Auskuppeln kurz vorm Begrenzer mit einem rauen Räuspern.
Im alltäglich verwendeten Drehzahlbereich überzeugt der Selbstzünder mit seinem ruhigen, unaufdringlichen Lauf.

Viel Fahrspaß vermittelt das harmonisch abgestimmte und auffällig geräuscharme Fahrwerk. Komfortabel schwebt man über schlechte Pisten, und bekommt bei schneller Kurvenfahrt trotzdem gute Rückmeldung ans Popometer. Als überraschend kurvenfreundlich entpuppt sich auch die sehr exakte Lenkung. Weite Strecken sind die andere Domäne des V50 1.6D: Satt und souverän spurt der solide Schwede dahin. Tempo 180 stellt sich als optimale Reisegeschwindigkeit heraus, denn selbst hier bleiben die Windgeräusche angenehm im Hintergrund.

Genügsam

Galerie: Test Volvo V50Ebenfalls keine Blöße gibt sich der 1,6-Liter-Motor beim Verbrauch. 5,4 bis maximal 11 Liter pro 100 Kilometer (unter anhaltender Vollast) gehen voll in Ordnung. Im Mittel begnügte sich unser Testwagen mit sehr guten 6,9 Litern pro 100 Kilometer.

24.050 Euro verlangt Volvo für die Basislinie des V50 1.6D mit Partikelfilter (ohne ab € 23.450). Die Ausstattung kann sich schon hier sehen lassen, beinhaltet unter anderem alle sicherheitsrelevanten Features (u.a. ABS, Stabilitätsprogramm, Airbags rundum, Seitenaufprallschutzsystem und der übersensible Sitzbelegungswarnton). Auch Luxus-Zugaben wie CD-Radio, vierfach elektrische Fensterheber und Klimaanlage sind an Bord. Wer noch mehr braucht, kann die Sonderausstattungsposten entweder einzeln hinzukaufen oder eine der höher positionierten Linien „Kinetic“, „Momentum“ oder „Summum“ wählen.

Fazit

Wer hätte das gedacht: Vernunft x Funktionalität = heimliche Leidenschaft. Der Volvo V50 mit dem kleinen 1,6-Liter-Dieselmotor ist ein veritables Familienauto für alle, die Wert auf eine Extraportion Exklusivität und hohe Verarbeitungsqualität legen. Die Anschaffungskosten von knapp 25.000 Euro sind nicht ohne, doch angesichts der guten Serienausstattung durchaus gerechtfertigt. Sparen lässt es sich an der Tankstelle, denn der durchaus angemessen motorisierte 1.6D kommt mit vergleichsweise wenig Sprit aus.

Galerie: Test Volvo V50

 
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