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Galerie: Test Volvo XC90 T8 Twin Engine

Test: Volvo XC90 T8 Twin Engine

Schweden-Stromer

25.04.2016

Gerade bei den großen SUV müssen sich die Hersteller einiges einfallen lassen, damit ihre Fahrzeuge umweltverträglicher werden. Immer mehr Kraxler werden deshalb an die Steckdose gebeten. Auch die Schweden haben den Volvo XC90 jetzt mit der Doppelherz-Technologie namens Plug-in-Hybrid ausgerüstet. Zum Startpreis von 76.650 Euro kommt der XC90 T8 Twin Engine bereits ordentlich ausgestattet vorgefahren und soll oben drauf noch sehr sparsam sein. Ob die Schweden ihr 2,1 Liter-Versprechen einhalten können, haben wir für Sie getestet.

Zugegeben, 2,1 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer klingen zu schön, um wahr zu sein. Auf der Langstrecke wäre das ein Traum, bei einer Reise von München nach Hamburg würden weniger als 17 Liter Benzin verbrannt werden. Doch ein Blick auf den Bordcomputer holt uns aus dem Land der Träume in die Realität zurück. Durchschnittlich bewegten wir den Volvo XC90 T8 Twin Engine mit rund sieben Liter. Aber wie kommt dann der von Volvo gemessene Verbrauch zu Stande?

Galerie: Test Volvo XC90 T8 Twin Engine Wer mit 2,1 Liter 100 Kilometer unterwegs sein möchte, muss zum einen beachten, dass die Batterie am Start vollständig geladen ist. Nur dann kann dieser Wert, mit einer rein elektrischen Reichweite von 43 Kilometern, annähernd realisiert werden – und zwar nur auf den ersten 100 Kilometern. Der XC90 T8 Twin Engine ist also gerade für diejenigen Fahrer ideal, die sich außerhalb der Stadtgrenzen niedergelassen haben und in der Stadt arbeiten. Wer zu Hause lädt und vielleicht auch noch einen zukunftsorientierten Chef hat, der seinen Mitarbeitern das Laden in der Arbeit ermöglicht, der kann weite Teile seiner alltäglichen Fahrt emissionsfrei zurücklegen.

Was steckt in ihm?

Um dem schwedischen Koloss Beine zu machen, bedarf es zweierlei: Zum einen den turbogeladenen Zweiliter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 320 PS, zum anderen einen 87 PS starken Elektromotor. Mit einer Systemleistung von 407 PS und dem maximalen Systemdrehmoment von 640 Newtonmetern ist der 2,4 Tonnen Schwergewichtler in nur 5,6 Sekunden auf Landstraßentempo gebracht und kommt bei 230 km/h an seine Grenzen.

Die 9,2 kWh-Lithium-Ionen-Batterie ist im Mitteltunnel des Schweden eingebaut und benötigt bei kompletter Erschöpfung je nach Stromstärke zwischen 2,5 (16 Ampere) und zwölf Stunden (6 Ampere), bis sie wieder vollständig geladen ist – dann kann der dicke Schwede wieder geräusch- und emissionsfrei dahin stromern.

Was kann die Hybrid-Technik?

Galerie: Test Volvo XC90 T8 Twin Engine Dem Fahrer stehen sechs Fahrprogramme zur Verfügung. Diese werden mit Hilfe eines Auswahlknubbels unterhalb des Schalthebels in Pseudo-Kristalloptik bestimmt. Beim Starten des Motors ist immer der Hybrid-Modus voreingestellt. In dieser Einstellung versucht das Fahrzeug so oft es geht, die elektrische Unterstützung an die Seite des Verbrenners zu stellen. Wer rein elektrisch gleiten möchte, stellt das System in den Pure-Modus. Dann fährt der XC90 emissionsfrei bis zu einer Geschwindigkeit von 125 km/h – vorausgesetzt, die Batterien sind geladen.

Ruft man die Einstellung „Power“ auf den Plan, so wird die volle Kraft des Schwedens bereitgestellt. Im AWD-Modus (All Wheel Drive) geht der Elektromotor an der Hinterachse in Hab-Acht-Stellung, um dem Benziner, der die Vorderräder antreibt, schnell zur Seite zu springen, wenn ein Traktionsverlust der Reifen droht. Und wer befürchtet, dass die Batterieladung bald zum Erliegen kommt, aber noch die letzten Kilometer durch die Stadt stromern möchte, kann mittels Save-Mode mindestens 20 Kilometer elektrische Reichweite abspeichern und kurz vor dem Ziel abrufen. Wer sich vom Hersteller nichts vorschreiben lassen will, der kann außerdem im Programm „Individual“ persönliche Einstellungen vornehmen.

Wie fährt er sich?

Den flotten Ampelstart meistert der XC90 dank der Doppelherz-Technologie ohne große Probleme. Dass aber unter der Motorhaube nur ein Vierzylinder arbeitet, bleibt geschulten Ohren bei stärkerer Leistungsabfrage nicht verborgen. Souveränität, wie man sie von einem SUV der Fünf-Meter-Klasse eigentlich erwartet, strahlt der Schwede deshalb nicht immer aus. Das zeigt sich auch im Zusammenspiel von E-Motor und Benziner, das mitunter etwas unharmonisch abläuft, als müssten sich beiden Antriebsarten erst noch aneinander gewöhnen. Nichts zu meckern gibt’s dagegen im E-Modus: Sanft und leise gleitet der Schwede dahin; dass er über 2,3 Tonnen wiegt, könnte man dabei fast vergessen. Auch der Energie-Speicher-Modus arbeitet tadellos.

Galerie: Test Volvo XC90 T8 Twin Engine Das mit dem Power-Betrieb ist aber so eine Sache: Wenn der Benziner mit hohen Drehzahlen laut vor sich hin dröhnt, keimt in uns doch wieder der Wunsch nach einem Sechszylinder auf – das war auch schon beim rein konventionell betrieben Bruder des Hybrid-XC90 so. Außerdem ist der Volvo, egal mit welchem Antrieb, für ein SUV zu straff – und als Sportler schlichtweg zu schwer. Da müssen die Entwickler noch mal ein wenig nacharbeiten, wenn sie den deutschen Premium-Konkurrenten Audi Q7 e-tron, Porsche Cayenne S E-Hybrid oder BMW X5 xDrive 40e Paroli bieten wollen.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Der Volvo XC90 bleibt in seiner Neuauflage ein zweifellos schön gestaltetes SUV. Das Zusammenspiel der beiden Motoren im T8 Twin Engine ist aber noch ein wenig verbesserungsfähig. Die beiden Motoren müssten etwas harmonischer aufeinander abgestimmt werden, dann müsste sich der Benziner vielleicht auch nicht mehr so sehr anstrengen. Im E-Betrieb macht der Schwede dagegen eine klasse Figur – und mit rund 40 Kilometern Reichweite lassen sich im Alltag viele Strecken rein elektrisch erledigen.
Allerdings hat auch der XC90 T8 – wie die meisten Stromer – noch einen Nachteil: den Preis. Wer nämlich „nur“ einen XC90 fahren möchte, kann das Vergnügen mit einem herkömmlichen Modell in der Einstiegsversion schon für 26.000 Euro weniger haben. Das grüne Gewissen fährt dann allerdings nicht mit.
 
 

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