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Test: Volvo XC90

Test: Volvo XC90

Große Klappe, viel dahinter

07.11.2007

Wochenendausflug mit der Familie – und alle wollen mit: Gattin, Kinder, Benno der Hund, Golfbag, Liegestühle, Kühlbox, Reisetaschen, Beauty-Case und Schnappi, das aufblasbare Krokodil. Zum Glück gibt es für den Transport eine Alternative zum Speditionsunternehmen: Die entspannte Fahrt im Volvo XC90 3.2

Schon beim Öffnen der weit nach oben schwingenden, großen Heckklappe wird klar: hier ist viel Platz. Gut 1.800 Liter Gepäckraum biete er, sagt der Prospekt. Da passt Schnappi auch aufgeblasene hinein – Wenn die Kinder daheim bleiben und man die Rückbank umklappt. Und das ist denkbar einfach: Mit wenigen Handgriffen verwandelt man den wahlweise fünf- oder sieben-Sitzer in eine großzügige, flache und ebene Ladefläche.

Sehr viele Passagiere oder sehr viel Gepäck

Test Volvo XC90Bei voller Bestuhlung – die hintersten zwei Sitze sind jedoch nur Notsitze - bleiben immerhin noch knapp 250 Liter für das Gepäck. In der zweiten Sitzreihe sind die Platzverhältnisse dagegen üppig und der Kofferraum schluckt immer noch ordentlich Gepäck (gut 480 Liter). Der Sitzkomfort für Fahrer und Beifahrer übertrifft schließlich alle Erwartungen und adelt die Vornesitzer. Man thront über den anderen Verkehrsteilnehmern und beginnt zu Entspannen. Keine Verrenkungen, keine endlose Suche nach der richtigen Sitzposition.

Die entspannte und defensive, daher sichere Fahrweise wird durch das Auto selbst noch unterstützt. Überrollschutz (ROPS), Fahrdynamikregelung (DSTC) sowie Front-, Seiten- und Kopfairbags gehören zur Serienausstattung. Nicht zu Unrecht gab es dafür auch im Euro-NCAP Test die Höchstwertung mit fünf Sternen. Gegen Aufpreis gibt es noch das Blind Spot Information System (BLIS) zur Überwachung des „toten Winkels“ sowie das Kommunikationssystem Volvo on Call (VOC), das schnelle und zuverlässige Hilfe im Falle eines Unfalls garantiert.

Innen einfach gediegen

Test Volvo XC90Das Cockpit ist elegant, harmonisch und übersichtlich gestaltet. Keine überflüssigen Knöpfchen, Regler oder Lämpchen. Nichts verwirrt. Der Fahrer kann sich aufs Fahren konzentrieren, die Bedienung von Klimaanlage, Radio oder Navigationssystem funktioniert fast nebenbei, alles ist simpel und intuitiv.

Der neu entwickelte Reihensechszylinder-Benziner mit 3,2 Litern Hubraum brummt ruhig vor sich hin, die schlummernden 238 PS fallen jedoch bei Bedarf nachdrücklich über den Vierradantrieb her. Mit 320 Newtonmetern Drehmoment liefert das Aluminium-Triebwerk ordentlichen Durchzug, die Beschleunigung von 0-100 km/h gibt Volvo mit deutlich unter 10 Sekunden an. Das Automatikgetriebe ist jedoch stehts als Drehmomentwandler zu spüren, auch die manuelle Geartronic-Funktion, die mit der Sechs-Gang-Automatik inklusive geliefert wird, ändert daran nicht viel.

Komfort in jeder Ritze

Die Innengeräusche gelangen jedoch auch bei Höchstgeschwindigkeit (210 km/h) kaum ans Ohr - hier punktet Volvo mit sehr hohem Fahrkomfort. Die Stoßdämpfer schlucken nahezu jede Bodenwelle, jedes Schlagloch wird entschärft. Nur in schnellen Kurven neigt sich der Große Schwede deutlich nach außen und möchte seinen Fahrer wieder zu mehr Gelassenheit ermahnen. Auch die Lenkung ist indirekt ausgelegt, was einerseits zum komfortablen Gleiter passt, andererseits dem aktiven Fahrer zu viel Kontrolle nimmt.

Bodenhaftung

Test Volvo XC90Abseits befestigter Straßen – Schnappi möchte an den Baggersee - macht der Volvo dank seiner knapp 22 Zentimeter Bodenfreiheit eine gute Figur. Traktionsverluste gleicht das DSTC aus. Doch taugt das nicht für den ernsthaften Geländeeinsatz, üble Feldwege und abwechselnd griffiger Straßenbelag in Herbst und Winter sind eher das Geläuf des Zweitonners.

Wenn man den großen Volvo seinem Einsatzzweck entsprechend als komfortablen Cruiser bewegt leistet er sich nur einen, dafür gravierenden Patzer: Über Land schluckt er fast 14 Liter laut Bordcomputer, in der Stadt sind es gar über 19 Liter. Freunde des Bleifusses sind noch teurer unterwegs. Am Gewicht allein (2.1 Tonnen Leergewicht sind klassenüblich) liegt das nicht, denn die Konkurrenz in Gestalt eines BMW X5 und Mercedes ML ist hier durchaus sparsamer unterwegs.

Fazit

Dank des konsequenten Komforts, der großzügigen Platzverhältnisse und der vorbildlichen Sicherheitsausstattungen kommt man im XC90 3.2 entspannt ans Ziel – inklusive Kinder, Schnappi und Kühlbox bei Bedarf. Als wichtigste Option bleibt nur das RTI-Navigationssystems zu nennen, das mit heftigen 2.410 Euro zu Buche schlägt.

Bei einem Einstiegspreise von 47.300 Euro für den ansonsten sehr gut ausgestatteten XC90 könnten sich ML- und X5-Besitzer mal ein paar Gedanken machen.

 
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