Kaufberater VW Passat
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Galerie: Test VW Passat BlueMotion

Test: VW Passat BlueMotion

Blaues Wunder

05.06.2007

Vor kurzem hat VW den Passat BlueMotion vorgestellt, der selbst die Grünen-Fraktionsvorsitzende Künast überzeugen konnte. Jetzt haben wir den sparsamen Wolfsburger auf die Probe gestellt. Bei einer ausdauernden Verbrauchsfahrt musste der hellblaue Passat zeigen, wie viel er wirklich schluckt.

Los geht es in Hannover. Bei Regen. Das trübe Wetter passt perfekt zum steingrauen Interieur des Passat. Edelholzapplikationen sind dem nur in der Basisversion „Trendline“ lieferbaren Passat BlueMotion ebenso fremd wie Sitzheizung oder elektrische Fensterheber hinten.

Meine Tour führt mich über die Autobahn vorbei an Hamburg, inklusive Freitags-Stau vor dem Pfingstwochenende. Je nach Verkehrslage fahre ich zwischen 120 und 160 km/h. Eine angenehme Reisegeschwindigkeit, bei der sich auch der 1,9-Liter große Selbstzünder akustisch sehr zurückhält.

Mit Empfehlung

Galerie: Test VW Passat BlueMotionDie 105 PS reichen problemlos aus, um den 4,77 Meter langen Fünfsitzer standesgemäß zu bewegen. Die etwas längere Übersetzung des manuellen Fünfgang-Getriebes fällt kaum auf, die 250 Newtonmeter Drehmoment reichen allemal zum schaltfaulen Fahren. Brav halte ich mich an die sinnvollen Schaltempfehlungen in der Multifunktionsanzeige, die darauf achten, möglichst niedertourig unterwegs zu sein.

Von der A7 geht’s auf die A1. Kurz vor der Hansestadt Lübeck bieg ich auf die A20 Richtung Osten ein. Mein erstes Ziel ist Wismar, idyllisch an der Ostsee gelegen. Von dort führt eine menschenleere Bundesstraße geradlinig nach Süden, in Schwerin endet die heutige Etappe. Nach 315 Kilometern mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 76 km/h zeigt der Bordcomputer einen Bilderbuch-Verbrauch von 5,1 Litern an. Genau so viel, wie VW in den technischen Daten angibt.

Sparsames Gleiten

Der nächste Tag führt mich bei besserem Wetter wieder hoch an die Küste. Eine ewiglange, wunderschöne Allee führt von Schwerin Richtung Dassow. Sanft schaukelt der komfortabel gefederte Passat über die langen Bodenwellen, scheint fast schon zu schweben. Für die 100 Kilometer Landstraße durch unzählige kleine Ostseedörfer zeigt der Computer einen Verbrauch von 4,8 Litern an, insgesamt lieg er immer noch brav bei 5,1 Litern. Wohlgemerkt habe ich alle Verbraucher wie Licht, Klimaanlage und Radio angeschaltet.

Möglich machen es einfache Tricks. Neben der schon erwähnten längeren Übersetzung des Getriebes liegt der Passat BlueMotion einige Millimeter tiefer als seine Serienbrüder. Der Unterboden wurde hinsichtlich der Aerodynamik besser gestaltet, mit 0,4 Bar mehr Druck befüllte Leichtlaufräder reduzieren den Rollwiderstand.

Stadtverkehr

Galerie: Test VW Passat BlueMotionÜber die fast leere Autobahn kehre ich zurück nach Hamburg. Fährt man konstant 160 km/h Verbraucht der BlueMotion 6,0 Liter, bei 120 km/h sind es nur geringe 4,5 Liter. Den guten Schnitt vernichtet allerdings der hektische Stadtverkehr in der Hansestadt. Wer nur innerhalb der Ortschaft unterwegs ist muss sich auf einen Verbrauch zwischen sechs und 7,5 Litern einstellen.

So kommt es, dass der Gesamtdurchschnitt von 5,1 Litern auf 5,3 ansteigt. Für ein Auto dieser Größenordnung immer noch ein Traumwert. Zumal ich nicht durch die Stadt schleiche, sondern normal-zügig (wer einmal in Hamburg war kennt den flotten hanseatischen Fahrstil) im Strom mitschwimme.

Flotte Fahrt

Nach zwei Tagen intensiver Großstadt-Atmosphäre geht’s wieder auf die Autobahn. Eine lange Etappe über die A24 steht an, die mich ins brandenburgische Groß-Dölln führt. Aus Zeitgründen bin ich jetzt etwas flotter unterwegs, fahre zwischen 160 und 170 km/h. Der Durchschnittsverbrauch bleibt unbeeindruckt bei 5,3 Litern, auch ein fünf Kilometer langer Stau (für den ich eine geschlagene Stunde brauche) ändert daran nichts.

Schließlich verlasse ich die Autobahn und schlage mich über einsame, ehemalige LPG-Straßen bis an mein Ziel durch. Und freue mich, in einem Passat zu sitzen: Bravourös bügelt das Fahrwerk das Hoppeln der unebenen Betonplatten aus. Und wieder das gleiche Spiel wie an der Ostsee. Die rund 50 Kilometer lange Etappe abseits der Autobahn kostet mich gerade mal 2,25 Liter Diesel, also 4,5 Liter je 100 Kilometer.

Bilderbuchwerte

Galerie: Test VW Passat BlueMotionÜber Berlin geht es schließlich am Abend zu meinem endgültigen Zielort: Wolfsburg, die Heimat aller Volkswagen. Zielstrebig gleitet der BlueMotion über die A2 gen Westen, wegen des starken Regens fahre ich gemütliche 140 km/h.

Nach insgesamt 1.384 gefahrenen Kilometern stelle ich den Passat schließlich in VW-Stadt ab. Durchschnittlich war ich den letzten Tagen mit 70 km/h unterwegs, mein Verbrauch liegt immer noch bei respektablen 5,3 Litern. Insgesamt sind also 73,35 Liter Diesel in die Brennkammern meines Selbstzünders geflossen.

Fazit

Bei einem momentanen Spritpreis von rund 1,12 Euro pro Liter Diesel hat mich die Reise rund 82 Euro gekostet. Pro Kilometer hat mein Vierzylinder 140,45 Gramm CO2 emittiert, insgesamt sind bei meiner Tour also 194,38 Kilogramm des Gases in die Atmosphäre geflogen. Klingt nach ganz schön viel, doch im Vergleich zu anderen Fahrzeugen relativiert sich die Zahl schnell.

Bedenkt man noch, dass ich mit einer voll reisetauglichen Familienlimousine unterwegs war, ist es ein vorbildlicher Wert. Und schließlich kostet der Passat BlueMotion mit 26.300 Euro ausstattungsbereinigt gerade mal 85 Euro mehr, als ein herkömmlicher Passat 1.9 TDI. Ein Aufpreis, der sich für den Umweltschutz auf jeden Fall lohnt. Bald will VW den BlueMotion zudem mit Sechsgang-Getriebe oder Sieben-Stufen-DSG anbieten, was einen noch geringeren Verbrauch verheißt…

 
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