Kaufberater VW Passat
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Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDI

Test: VW Passat CC 2.0 TDI

Flach gemacht

13.08.2008

Design wird im Autobau immer wichtiger. Mit dem CLS bescherte Autodesigner Murat Günak Mercedes einen riesigen Erfolg. Nach seinem Wechsel zu VW zeichnete der Deutsch-Türke auch den Wolfsburgern einen solchen Hingucker: den CC auf Passat-Basis. Neben großartiger Optik bietet der elegante VW dank einiger Innovationen ein Fahrerlebnis der besonderen Art.

Der CC fällt auf. Das will uns nicht nur in augenzwinkernder Weise der VW-Werbespot mit dem Leoparden suggerieren. Auch im echten Leben zieht der gestreckte Flachdach-Passat die Blicke vor allem gesetzter Herren auf sich. Hippes Jungvolk schenkt ihm hingegen wenig Beachtung.

Eigentlich wirkt der CC kaum noch wie ein Passat. Seine auf 4,80 Meter gestreckte Karosserie, das flache Dach, die schwungvollen Riesenrückleuchten, die rahmenlosen Türen – das sind Extravaganzen, die man dem vergleichsweise hemdsärmeligen Volkswagen eigentlich nicht hätte zutrauen wollen.

Luxushütte

Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDIAuch im Innenraum verwöhnt der CC mit betont noblem Ambiente und einer außerdem sehr guten Verarbeitung. Unser umfangreich ausgestatteter Testwagen kostet allerdings fast 50.000 Euro statt der knapp 30.000 Euro für die Basis. Wer zum Beispiel die serienmäßigen Sportsitze mit Nappaleder ordert, muss über 2.000 Euro drauflegen. Und die empfehlenswerte Audio-Navi-Kombination RNS 510 schlägt mit rund 2.600 Euro zu Buche.

Für gehobenen Ohrenschmaus sorgt die Soundanlage von Dynaudio mit 600 Watt Leistung und zehn resonanzarmen Lautsprechern. In Kombination mit dem RNS 510 kostet diese Highend-Lösung fast 4.000 Euro. Dafür kann man in gediegenem Luxus-Ambiente einen Spitzenklang genießen und das dank der bemerkenswert guten Geräuschdämmung selbst noch bei 200 km/h.

Magische Hände

Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDIKlasse ist auch das bei VW neu eingeführte Dreispeichen-Lenkrad mit praktischen Multifunktionstasten. Links hinterm Volant befinden sich zwei Lenkradstöcke für Blinker und Tempomat. Gelegentlich kann es passieren, dass man die beiden Funktionen verwechselt.

Ebenfalls für leichte Irritationen kann bei Unwissenden ein plötzliches Eigenleben im Lenkrad sorgen. Zumindest mit dem eingeschalteten Spurhalte-Assistenten wird der Wagen beim Überfahren der Fahrbahnmarkierung sanft in die Spur zurückgelenkt. Das gut 500 Euro teure Extra bietet VW bislang ausschließlich für den Passat CC. Hierbei orientiert sich ein Radarsystem an den Fahrbahnmarkierungen. Sollte der Wagen ohne Blinksignal über eine Markierung fahren, greift die Elektronik ein und kann so zum Beispiel den klassischen Unfall durch Sekundenschlaf verhindern.

Form mit Nachteilen

Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDIIm Fond des Passat CC fühlen sich die maximal zwei Fahrgäste nicht nur aufgrund der guten Sicherheitsausstattung wohl. Auf den konturierten Einzelsitzen können selbst noch größere Menschen bequemem mitreisen. Zwar schränkt der Dachverlauf die Kopffreiheit hinten etwas ein. Dafür kann man dank separater Fondtüren bequem ein- und aussteigen, was ja bei Coupés normalerweise nicht der Fall ist. Etwas gelenkiger muss man allerdings sein, will man Ladegut ganz hinten aus dem sehr langen und flachen Kofferraum des CC fischen. Dank seiner Tiefe schluckt das erweiterbare Gepäckabteil 532 Liter.

Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDIDer Kofferraum lässt sich wahlweise per Fernbedienung oder durch das Hochziehen des großen VW-Emblems am Heckdeckel öffnen. Von selbst klappt das Markenlogo hoch, wenn man den Rückwärtsgang einlegt. Dann fährt dort nämlich eine kleine schmutzgeschützte Rückfahrkamera aus, die auf das Farbdisplay in der Mittelkonsole ein Bild mit Orientierungslinien zaubert.

Es muss nicht gleich diese Nobel-Lösung sein, doch zumindest eine akustische Orientierungshilfe sollte man sich für den Passat CC bestellen. Der Wagen gibt dem Fahrer nämlich kaum ein Gefühl dafür, wo er eigentlich endet. Eine gute Rundumsicht wurde den gestalterischen Anforderungen geopfert. Der Blick nach hinten durch den Innenspiegel ist zudem rekordverdächtig schmal.

Stark, sparsam, leise

Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDIDieseltypisch schmal ist auch das Drehzahlband des Zweiliter-TDIs mit Common-Rail-Technik. Der kultivierte Diesel ist nach kleiner Anfahrschwäche bereits ab etwa 1.000 Touren fahrbar. Selbst im lang übersetzten sechsten Gang kann man im Stadtverkehr mitschwimmen. Üppige 320 Newtonmeter Drehmoment liegen ab etwa 1.700 Touren an und sorgen für guten Durchzug. Laut VW soll der 100-km/h-Sprint nach nur 9,8 Sekunden enden. Auf unserer Messfahrt haben wir diesen Wert gar um zwei Hundertstel unterboten.

Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDIDer Passat CC 2.0 TDI empfiehlt sich vor allem als flotter Gleiter für die Autobahn. Mit gut 170 Sachen dreht der Motor nur 3.000 Touren. Etwas über 210 km/h sind maximal drin. Selbst dann bleibt das Geräuschniveau niedrig und die Verbrauchswerte akzeptabel. Auf unserer sparsamen Verbrauchsrunde hat der Motor sich mit 5,7 Liter Diesel begnügt. Den Normverbrauch gibt VW mit 5,8 Litern an. Der 70 Liter fassende Tank reicht also auf Wunsch für eine Nonstop-Tour von Flensburg nach Garmisch. Bei schnell gefahrenen Autobahnetappen kann der Verbrauch auch auf neun Liter steigen. Auf über 2.000 Testkilometern haben wir im Schnitt 7,3 Liter Dieselkraftstoff alle 100 Kilometer verfahren.

Sie haben die Wahl

Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDIHohen Langstreckenkomfort garantiert auch das Fahrwerk. Das in unserem Testwagen vorhandene gut 1.000 Euro teure adaptive Fahrwerkssystem DCC bietet per Knopfdruck die Wahl zwischen einer betont komfortablen oder sportlichen Abstimmung. Für Hochgeschwindigkeitsfahrten empfiehlt sich die Abstimmung Sport, da der Wagen dann ruhiger und satter auf der Straße liegt, den Komfort dabei allerdings vernachlässigt. Auf kurvigen Landstraßen federt der CC im Sportmodus hingegen hölzern und sorgt bei groben Fahrbahnunebenheiten gelegentlich für etwas Unruhe im Gebälk. Im Komfort-Modus reagiert der Wagen in schnellen Kurven berechenbarer, wankt dafür allerdings stärker. Eigentlich kann man auf das DCC verzichten, denn unterm Strich ist bereits das normale Serienfahrwerk ein guter Kompromiss.

Unbedingt empfehlenswert sind allerdings die eindrucksvoll schönen Interlagos-Räder im 18-Zoll-Format mit 235/40-Bereifung. Unter dieser Rad-Reifen-Kombination leidet zwar der Komfort etwas. Doch sind die Felgen ein echter Blickfang und verhelfen die Gummis dem Fahrzeug zu souveränem Fahrbahnkontakt. Bei schnellen Kurvenfahrten kommt der Wagen erst spät in den Grenzbereich, die direkte Lenkung und die sehr guten Bremsen sorgen ihrerseits für ein hohes Dynamikniveau und viel Fahrspaß. Nur 36 Meter reichten bei unserer Bremsmessung, um den 1,5-Tonner aus 100 km/h zum Stehen zu bringen.

Kleiner Aufpreis

Galerie: Test VW Passat CC 2.0 TDIPreislich startet der von uns gefahrene 2.0 TDI bei 30.775 Euro. Das mag zunächst nach viel klingen, doch bietet der CC dafür auch eine gehobene Serienausstattung. Diese umfasst als besondere Extras unter anderem ein Sportfahrwerk, Sportsitze, 17-Zoll-Aluräder, Lederlenkrad, Lederschaltknauf, Mittelarmlehne und einen automatisch abblendenden Innenspiegel.

Die Basis-Limousine des Passat kostet mit dem gleichen Motor zwar rund 3.000 Euro weniger. Doch wenn man die Passat Limousine in der Ausstattung Sportline auf das Niveau des CC rüstet, kommt man auf einen nahezu identischen Preis. Wer es also lieber etwas extravaganter mag, kann sich ruhigen Gewissens für den CC entscheiden. Preislich ist der Unterschied marginal. Im Vergleich zum einzigen direkten Mitbewerber, dem Mercedes CLS, ist der Passat CC übrigens ein Schnäppchen. Der Stuttgarter kostet in der Basis mit Dreiliter-Dieselmotor mindestens 60.000 Euro.

Fazit

Wem der Passat bisher zu unspektakulär war, dem bietet VW nun für geringen Aufpreis die überaus gelungene Design-Alternative CC. Seine optischen Stärken beeindrucken. Und die extravagante Form geht nur geringfügig zu Lasten der Alltagstauglichkeit.

Beeindruckend sind auch die vielfältigen Ausstattungsmöglichkeiten, die man allerdings weitgehend für den normalen Passat bestellen kann. Als Besonderheiten bietet der CC immerhin ein neues Dreispeichen-Lenkrad, eine Rückfahrkamera, den Spurhalte-Assistenten und das Halogen-Tagfahrlicht. Doch für Schöngeister dürfte allein die grandiose Optik bereits das ausschlaggebende Kaufargument für den CC sein.

 
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