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Galerie: Test VW Passat TSI mit 7-Gang-DSG

Test: VW Passat TSI mit 7-Gang-DSG

Der wohl beste Vierzylinder

21.08.2008

Volkswagen kann Motoren bauen, das haben die Wolfsburger oft bewiesen. Sie bauten besonders sparsame, besonders starke, besonders laufruhige und besonders sportliche Aggregate. Jetzt gibt es im Passat einen besonders empfehlenswerten Vierzylinder, denn er vereint Vieles. Im Test: Der 122-PS-TSI mit DSG

Sind wir mal ehrlich: Der VW Passat reißt optisch niemanden vom Hocker. Er sieht eher langweilig aus, verströmt keinerlei Emotionen und sticht aus der Masse der Fahrzeuge definitiv nicht hervor. Gleichzeitig ist er aber ein Paradebeispiel für Perfektion. Er macht seine Sache eben sehr gut, sehr gründlich und sehr unauffällig. Vielleicht ist das sein Geheimnis, warum er sich hierzulande so gut verkauft.

Galerie: Test VW Passat TSI mit 7-Gang-DSG Immerhin gibt es die Limousine bereits seit März 2005 und noch immer ist er meist unter den ersten Fünf der Verkaufsliste zu finden. Neuen Schub bringen neue Motoren. Gab es bislang eher dröge Benziner sind jetzt spannende Hightech-Aggregate an der Reihe. Einer der Neusten im Programm: der 1,4-Liter-TSI mit (nur) 122 PS.

Laufruhig

Der Turbovierzylinder sieht auf dem Papier etwas untermotorisiert aus. 122 PS versprechen für ein 1,5-Tonnen-Auto nicht unbedingt üppige Fahrleistungen. Gepaart wird die Leistung allerdings mit ergiebigen 200 Newtonmetern Drehmoment. Für einen 1,4-Liter- Vierzylinder beachtlich. Erreicht wird das hohe Drehmoment durch einen Turbolader, der Extraluft in den Motorraum presst. Das sorgt dafür, dass bereits ab 1.400 Umdrehungen Druck vorhanden ist und es den Anschein hat, als würde ein großer Saugmotor im Bug werkeln. Sehr homogen und ohne Leistungseinbruch zieht er durch. Bis zur 4.000er Marke bleibt das Drehmomenthoch konstant. Das nutzbare Drehzahlband erstreckt sich bis über 6.000 Touren. Und das Schönste: Er dreht dank Ausgleichswellen fast vibrationsfrei und superleise bis in diese hohen Regionen.

Schnell und sparsam

Galerie: Test VW Passat TSI mit 7-Gang-DSG Der TSI ist einer der laufruhigsten Vierzylinder und lässt tatsächlich die Frage aufkommen: Wofür noch sechs Zylinder? Der 122-PS-Motor ist ein Universaltalent. Unsere Messwerte ergaben eine Höchstgeschwindigkeit von 207 km/h anstatt der versprochenen 201 km/h. Der Spurt auf 100 Sachen erfolgte dank ultraschnellem DSG in 10,7 Sekunden. Bei all der Längsdynamik ist es umso erstaunlicher, dass sich der Verbrauch auf mehr als 2.000 Testkilometern durchschnittlich bei 7,7 Liter bewegte. Auf unserer Messrunde reichten gar 6,8 Liter. Das sind schon Diesel-Werte. Respekt.

DCC

Galerie: Test VW Passat TSI mit 7-Gang-DSG Recht neu ist im Passat-Programm die Option DCC. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich die adaptive Fahrwerksregelung, die eine Veränderung der Dämpfer und der Lenkung in drei Stufen zulässt: Die Modi Comfort, Automatic und Sport können über den Druckschalter auf dem Mitteltunnel ausgewählt werden.

Das Fahrwerk eines mit DCC ausgerüsteten Passats liegt grundsätzlich rund zehn Millimeter tiefer als ein Normal-Stahlpendant. Aber: Selbst in Comfort ist die Abstimmung straffer als beim Normalfahrwerk mit 16-Zoll-Bereifung. Sport braucht im Passat kein Mensch. Das Setup wird knochentrocken und das Federungsvermögen tendiert gegen null. Im Passat CC ist das System fein, in Limousine und Variant eher gemein. Klar, der Passat liegt so gewappnet wie ein Brett und erhöht vielleicht noch ein wenig die Fahrsicherheit. Da aber das ESP früh eingreift, ist das Sicherheitsplus nicht greifbar. Die rund 1.000 Euro für das DCC kann man sich also sparen.

DSG ist ein Muss

Galerie: Test VW Passat TSI mit 7-Gang-DSG Besser investiert ist das Geld in das Siebengang-DSG. Das kostet zwar gut 2.000 Euro, ist aber jeden Cent wert. Butterweich schaltet das Getriebe, bringt Ruhe und Entspannung und minimiert zudem den Spritverbrauch – theoretisch zumindest. Im Vergleich zum Handschalter sollen nochmals 0,2 Liter weniger durchfließen.

Ratzfatz schaltet das Direktschaltgetriebe, das mit zwei Kupplungen arbeitet die Gänge hoch. Wer konstant fährt, kann schon ab Tacho km/h den siebten Gang einlegen und mit 900 Umdrehungen durch die Stadt bummeln. Ein Tritt aufs Gaspedal und die Fuhre setzt sich flink in Bewegung. Manchmal braucht das DSG allerdings einen Tick zu lang, um den passenden Gang zu finden. Auch das Anfahren gestaltet sich hin und wieder ruckelig. Im Golf TSI klappte das besser. Wahrscheinlich ist aufgrund des geringeren Fahrzeuggewichts dort eine bessere Abstimmung geglückt. Nichtsdestotrotz ist das Siebengang-DSG die Empfehlung für den 1.4.

Auch variabel

Galerie: Test VW Passat TSI mit 7-Gang-DSG In der getesteten Comfortline-Variante, ist grundsätzlich drin was man zum bequemen Reisen benötigt. Besonders die gemütlichen Sitze haben es uns angetan. Sie sehen zwar nach Opas Wohnzimmer-Sessel aus, sind aber in Sachen Langestreckentauglichkeit kaum zu toppen. Die elektrische Lehnenverstellung ist genauso serienmäßig wie die elektrische Lordosenstütze, die auf Wunsch den Lendenbereich abstützt. Reinsetzen, einstellen, passt! Supergeräumig präsentiert sich auch das Gästeabteil. Und ins Heck passen massig Stückgüter. Exakt 565 Liter schluckt es. Wer für 86 Euro extra die umklappbare Beifahrerlehne wählt, bekommt Gegenstände von rund 2,50 Meter in die fast 4,80 Meter lange Limousine. Kaum zu verbessern ist auch die Verarbeitung, die mittlerweile fast beängstigend gut ist.

Simple Bedienung

Galerie: Test VW Passat TSI mit 7-Gang-DSG Die Bedienung ist simpel. So simpel sogar, dass das fette Bordbuch im Handschuhfach bleiben kann. Die manuelle Klimaanlage ist Serie, genau wie der Tempomat oder der automatisch abblendbare Innenspiegel. Nur die Handbremse suchen manche vergebens. Ein Knopf neben dem Lichtschalter aktiviert und deaktiviert die elektrische Feststellbremse. Nachteil der Lösung: Ist die Feststellbremse aktiviert und die Batterie leer, bewegt sich das Auto kein Stück. Eine Starthilfe oder das Hochheben auf einen Abschlepper sind unumgänglich – Fluch der Technik.

Der durchschnittliche Deutsche gibt übrigens rund 25.000 Euro für ein Neufahrzeug aus. Wer den Passat mit 122 PS und DSG in der Comfortline-Variante wählt, startet erst bei 27.750 Euro. Business-Paket, RCD 310 und Leichtmetallfelgen treiben den Preis schnell gen 30.000 Euro. Das ist dann nicht mehr volksnah.

Fazit

Die Passat Limousine wird oft unterschätzt. Bislang waren nur etwa 20 Prozent bereit, diese Karosserievariante zu kaufen. Ähnlich sieht es bei den Motoren aus. Diesel ist nach wie vor Trumpf auch wenn sich das Blatt gerade etwas wendet. Der 1.4 TSI mit DSG eine Empfehlung für alle, die weniger als etwa 20.000 Kilometer im Jahr fahren. Diese Kombination ist sparsam, flott, komfortabel, solide und eben praktisch. Billig ist sie nicht, aber das ist wirklich der einzige Haken.

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