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Galerie: Test VW Sharan 2.0 TDI  DSG

Test: VW Sharan 2.0 TDI DSG

Schiebung

20.01.2011

Gut fünfzehn Jahre hat VW versucht, dem alten Sharan seine Macken auszutreiben. Geschafft haben sie es nie wirklich. Jetzt kommt endlich der langersehnte Nachfolger. Da ist es nur logisch, dass der neue Sharan alles besser kann. Es scheint fast so, als wäre dieser sogar von Anfang an komplett gelungen.

Okay, wirklich gelungen ist auch der neue Sharan nicht. Zumindest dann, wenn es ums Differenzieren, Absetzen und Unterscheiden von einem anderen VW geht. Dem Touran. Es ist schlicht schwierig, den Sharan als solchen auszumachen.

Der kleine Bruder Touran (4,40 Meter) sieht dem 4,85-Meter-Van zum verwechseln ähnlich. Von vorne und von hinten sind die Unterschiede besonders gering. Familienähnlichkeiten hin, Familienähnlichkeiten her. Lediglich die Führungen in den hinteren Karosseriebereichen zeugen auf den ersten Blick vom größten VW-Van in Europa, denn der hat einen signifikanten Vorteil: Schiebetüren.

Schieben ist einfacher

Die zwei hinteren Türen vereinfachen prinzipiell das Ein- und Aussteigen aus dem Sharan-Fond, sind in engen Parklücken eine große Erleichterung, verursachen keine Parkrempler, können nicht an Pfosten, Steinen und anderen harten Gegenständen andotzen und geben einen großen Zustieg frei. Alles top also? Fast.

Galerie: Test VW Sharan 2.0 TDI  DSGWill man die Schiebetür von außen schließen, muss stets der äußere Türgriff gezogen werden, was aus manchen Positionen heraus unergonomisch ist. Das ist aber wirklich der einzige Nachteil des Systems. Das manche die optisch auffallenden Führungsschienen, die bis hinten zu den Rückleuchten reichen, bemängeln, ist Geschmackssache und funktionale Notwendigkeit zugleich.

Wo wir gerade bei Funktional sind: Die riesige Heckklappe öffnet auf Wunsch zwar elektrisch angetrieben, das ändert aber nichts an der zu geringen Standhöhe unter der geöffneten Pforte. Früher konnte man beispielsweise im Touran zwei Öffnungs-Höhen manuell anwählen. Eine normale und eine für Extragroße. Das wünscht man sich wieder beim Sharan.

Riesiger Innenraum

Galerie: Test VW Sharan 2.0 TDI  DSGKaum Wünsche bleiben indes im Innenraum offen. Der ist riesig, wohnlich, praktisch und schick. Eine Empfehlung ist das Cargo-Paket für rund 260 Euro, das Gepäckstücke aller Art auf vielfältige Weise fixieren kann. Zudem ist die Materialanmutung im gesamten Interieur erstklassig, was an der latenten Klapperneigung der hinteren Gurte beziehungsweise der hinteren, verschieb- und klappbaren Einzelsitze nichts ändert. Maximal passen übrigens 885 bis 2.430 Liter Gepäck ins Heck der Fünfsitz-Version. Alternativ kann der Sharan als Sechssitzer und als Siebensitzer geordert werden. Die bei Familien oft obligatorische Urlaubs-Dachbox darf dann wohl meist in der Garage bleiben.

Vorne sitzt es sich fürstlich. Das Arrangement erinnert eher an das eines Pkw, als an einen Van. Die Sitzposition ist trotz elektrisch verstellbaren Stühlen (925 Euro) tief, das Lenkrad lässt sich in weiten Teilen justieren und so findet fast jeder eine perfekte Position. Die Bedienelemente finden sich dort, wo sie vermutet werden. Die dicken A-Säulen stören jedoch gleichermaßen im innerstädtischen Betrieb wie beispielsweise bei Serpentinen-Fahrten.

Astreines Fahrwerk

Galerie: Test VW Sharan 2.0 TDI  DSGEgal, welche Strecke verlangt wird, das Fahrwerk schafft den Spagat zwischen Komfort und Dynamik – zumindest mit dem im Testwagen installierten DCC-Adaptiv-System (1.070 Euro), das in drei Stufen vorwählbar ist. Meistens passt der Komfort-Modus perfekt, dabei harmoniert der Sharan auch mit den in der Highline-Top-Ausstattung serienmäßigen 17-Zoll-Rädern. Wer es gerne straffer mag, sollte den Normal-Modus wählen oder es einfach beim Standardfahrwerk belassen. An der Lenkpräzision und der Fahrsicherheit ändert all das Einstellen nämlich nichts.

Und so gehört der Sharan nicht nur zu den komfortabelsten Vertretern des Van-Segments, sondern, mit Abstrichen, auch zu den dynamischsten und reiht sich direkt hinter die agilen Ford S-Max und Galaxy ein. Ach, noch ein Tipp: Wer häufig mit Hänger oder voller Beladung (rund 640 Kilogramm) unterwegs ist, sollte die Niveauregulierung an der Hinterachse ordern. 760 Euro sind gut investiert, denn der Nivomat erhöht die Fahrsicherheit bei jedem Beladungszustand.

Kräftig und sparsam aber nicht übermotorisiert

Galerie: Test VW Sharan 2.0 TDI  DSGSogar ganz weit vorne ist der Sharan, wenn es um den Motor geht. Zumindest wer den 2.0 TDI in der 140-PS-Version wählt, wird kaum etwas vermissen. Der Vier-Zylinder ist ruhig, auch wenn er aus seinem Verbrennungsverfahren nie ein Geheimnis macht. Leistung und Kraft reichen aus, um ihn in rund elf Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo zu scheuchen. Und mit 190 km/h sollte auch die Express-Tour möglich sein. Diese erweist sich als recht angenehm, denn die Windgeräusche sind, trotz Panorama-Schiebedach, äußerst gering.

Was den Verbrauch anbelangt, kann der Sharan die Werksvorgaben von 5,7 Liter zwar nicht annähernd erfüllen. 8,2 Liter im Testmittel sind angesichts der Größe und des Gewichts von fast zwei Tonnen aber respektabel. Die Stopp-Start-Funktion gibt’s immer gratis dazu.

DSG unharmonisch

Den Testwagen kombinierte VW mit dem 2.100 Euro teuren Sechs-Gang-DSG. Eine harmonische Beziehung; zumindest, sobald die Fuhre in Bewegung gebracht wurde. Denn die Gangspreizung ist prima, obwohl zum gondeln der sechste Gang subjektiv hätte länger ausfallen dürfen.

Galerie: Test VW Sharan 2.0 TDI  DSG100-prozentig passen Motor, DSG und Stopp-Start-System aber trotzdem nicht zusammen. Das merkt man vor allem beim Rangieren und beim Starten nach einem kurzen Ampelstopp. Das alles gelingt oft eher ruppig und lässt die Köpfe der Insassen manches Mal Bekanntschaft mit der Kopfstütze machen. Immerhin lässt sich das Motor-Aus abstellen, falls es jemandem zu nervig wird. An der schlechten Dosierbarkeit von Gas und automatischem Kupplungsschleifen beim Rangieren ändert das freilich nichts.

Nervig könnte für viele auch der Preis des Sharan 2.0 TDI sein, oder schlicht: er ist für viele Familien unerschwinglich. Denn der neue Fünfsitz-Sharan mit adäquatem Einstiegsdiesel kostet mindestens 31.350 Euro. Mit Einparkhilfe, vernünftigem CD-Radio und anderen Kleinigkeiten landet man alsdann bei 34.000 Euro, ohne jeglichen Schnickschnack. Wer diesen will, kann, wie im Falle des Testwagens, auch locker 50.000 Euro loswerden.

Technische Daten
 
Marke und Modell   VW Sharan 2.0 TDI  DSG
    Highline
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   1.968 / R4
Leistung (kW / PS)   103 / 140
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   320 / 1.750 - 2.500
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   6-Gang-DSG
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.854 / 1.904 / 1.720
Radstand (mm)   2.919
Wendekreis (m)   11,9
Leergewicht (kg)   ab 1.803
Kofferraum (Liter)   885 - 2.430
Bereifung Testwagen   225/50 R17 Dunlop WinterSport 3D
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,7 (mit Stopp-Start)
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   149 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   191
Preise    
ab (Euro)   37.200,00
Empfohlene Extras   Niveauregulierung an der Hinterachse ( 760 Euro), Cargo-Paket (260 Euro), Klima-Paket inklusive Parkpilot, Panorama-Schiebedach und Rollos an den Fond-Scheiben (1.340 Euro), Radio RCD 310 inklusive USB-Adapter (345 Euro), 6-Sitzer-Paket inklusive 3-Zonen-Klima, Sitzairbags hinten sowie vier EInzelsitzen (1.815 Euro), Telefonvorbereitung inklusive Multifunktionslenkrad (675 Euro)
 
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Fazit

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Der VW Sharan ist ein erstklassiges Automobil. Er bietet sehr viel Platz, der getestete 2.0 TDI mit 140 PS läuft angenehm und ist ausreichend kräftig und sparsam. Die Materialqualität überzeugt ebenso wie das Fahrwerk und die Schiebetüren sind für solch ein Fahrzeug in der Tat der Weisheit letzter Schluss. Über den hohen Restwert beim Wiederverkauf, die (noch immer) große Händlerdichte und das saubere Image der Marke braucht man nicht zu diskutieren.

Wären da nicht das belanglose VW-Design, das in fast identischer Weise auch der Touran abbekommen hat, könnte man von einem echten Volltreffer sprechen. Denn die Problemchen mit dem an sich gut agierenden Direktschaltgetriebe kann man umgehen, indem man den Handschalter wählt und die Stopp-Start-Funktion lässt sich immer deaktivieren.

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