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Galerie: Vergleichstest Alfa Romeo Mito vs. Mini Cooper

Vergleichstest: Alfa Romeo Mito vs. Mini Cooper

Kleine Welten

17.02.2009

Klein, extrovertiert, sportlich und Premium – nach diesem von Mini erfolgreich angewandten Rezept hat Alfa Romeo seinen neuen Mito abgeschmeckt. Ein Vergleich drängt sich daher auf. Vor allem die etwa gleich teuren Modelle Cooper und 1.4 T-Jet 16V geben Antwort auf die Frage, wie viel Spaß man für sein Geld bekommt.

Beide Zwerge verkörpern die DNA ihrer Marken in expressiver Weise. Beim Mini sind es vor allem Retrodesign-Zitate, mit denen er sich von der automobilen Dutzendware abhebt und seine (pseudo-)britischen Wurzeln betont. Der Mito gibt sich hingegen ganz modern und schmückt sich mit Versatzstücken der jüngeren Alfa-Historie: Frontschürze, seitliche Fenstergrafik oder Heckleuchten erinnern an den Supersportler 8C.

Zwar ist der Mini Cooper von den Abmessungen ein gutes Stück kleiner als der Mito, dennoch lassen ihn seine Proportionen recht erwachsen wirken. Der Alfa wirkt hingegen in Natura nicht ganz so wuchtig, wie die Werbefotos aus der Maulwurfperspektive suggerieren. Die Grande-Punto-Basis kann er trotz Power-Gesicht nicht völlig kaschieren.

Eben doch nur Kleinwagen

Galerie: Vergleichstest Alfa Romeo Mito vs. Mini CooperInnen macht sich seine im Vergleich zum Mini um über 30 Zentimeter längere Karosserie hingegen deutlich bemerkbar. Während der Mini eigentlich nur ein 2+2-Sitzer ist, können im Alfa-Fond sogar Erwachsene reisen. Auch wenn im dreitürigen Alfa das Platzangebot hinten keineswegs überragend ist.

Das Kofferraumvolumen des Mini – 160 bis 680 Liter – ist ebenfalls ein Musterbeispiel für Minimalismus: Das Gepäckabteil des Alfa lässt sich hingegen von 270 auf 950 Liter erweitern.

Galerie: Vergleichstest Alfa Romeo Mito vs. Mini CooperStatt mit Praktikabilität wollen beide Innenräume mit Wohlfühl- und Kultfaktor überzeugen. Und dies gelingt beiden Probanden in vorzüglicher Weise. Mini wie Mito bieten durchgestylte und sportlich akzentuierte Interieurs, in die sich auf Wunsch – und mit teilweise viel Geld – auch noble Ausstattungsdetails integrieren lassen.

Retro-Schick oder Sport-Schick?

Während das Mini-Innere verspieltes Retrodesign bietet, kann die sportlicher gestaltete Hartplastik-Landschaft im Mito mit besserer Funktionalität überzeugen. Bei der Verarbeitung und der Materialwahl hinterlässt hingegen der Mini den etwas besseren Eindruck. Allerdings stören einige etwas eigenwillige Detaillösungen, die das „Form follows function“-Prinzip missachten. Das lässt sich allerdings auch über die schicken Alfa-Sitze sagen, die den Passagieren mit zu weit nach vorne gekippten Kopfstützen eine etwas unbequeme Sitzposition aufzwingen.

Galerie: Vergleichstest Alfa Romeo Mito vs. Mini CooperBei den Fahreigenschaften beeindrucken beide Probanden mit einer deutlich dynamischen Auslegung. Antriebsseitig bieten beide bereits gute Voraussetzungen. Der 155 PS starke Alfa-Vierzylinder ist im unteren Drehzahlbereich etwas verhalten, kann dank Turboaufladung ab 3.000 Touren aber mit Kraft, Sound und fülligem Durchzug beeindrucken. Ab 5.000 U/min wirkt der Motor allerdings angestrengt und rennt bei 6.500 Touren etwas unsanft in den Begrenzer.

Zwei kleine Turbobenziner

Dem 1,6-Liter im Mini fehlt von unten raus ebenfalls etwas Bums. Dafür wirkt der Motor insgesamt kultivierter, drehfreudiger und quirliger. Dennoch sind unterm Strich die 35 PS Leistungsunterschied deutlich spürbar.

Galerie: Vergleichstest Alfa Romeo Mito vs. Mini CooperMit Winterreifen bestückt und auf nasser Fahrbahn blieben beide Fahrzeuge bei unseren Messungen erwartungsgemäß etwas hinter den Herstellerangaben zurück. Statt der 8,1 Sekunden haben wir beim Alfa 8,8 Sekunden beim Standard-Sprint gemessen. Beim Mini waren es 10,2 statt 9,1 Sekunden. Auch bei der Endgeschwindigkeit fährt der Cooper mit 200 Sachen dem 215 km/h schnellen T-Jet-Alfa hinterher. Dafür sind im Mini die sechs Gänge besser und schneller zu sortieren.  

Leistung ist nicht alles

Trotz all der Dynamik sollten beide Antriebe eigentlich auch mit Effizienz überzeugen. Theoretisch ist dem auch so. Laut Hersteller begnügt sich der Cooper mit mageren fünfeinhalb Litern, der Mito 1.4 T-Jet 16V braucht einem Liter mehr. In der Praxis überbieten beide dieser Werte deutlich, lediglich der Abstand bleibt gleich. Während der Mini unter Erzeugung ausgeprägter Windgeräusche etwa neun Liter auf 100 Kilometer vernaschte, waren es beim Mito gut zehn. Für Kleinwagen sind das hohe Werte.

Galerie: Vergleichstest Alfa Romeo Mito vs. Mini CooperWer allein auf Längsdynamik Wert legt, müsste den Mito wählen. Doch werden Rennen bekanntlich in Kurven entschieden, und hier hat der Mini trotz weniger Leistung dank seines hervorragend austarierten Fahrwerks die Nase vorn. Der Cooper wirkt trotz seiner kleineren Räder deutlich zackiger, direkter, liegt satter auf der Straße und bietet das bessere Einlenkverhalten. Im Vergleich dazu wirkt der Mito-Unterbau stocksteif, unterdämpft und die Lenkung indifferenter. Auch sind die Antriebseinflüsse auf die Lenkung beim Alfa ausgeprägter. Außerdem hat der Mini das sportlichere und sogar komfortablere Fahrwerk. Da hilft dem Mito selbst sein per Knopfdruck in der Härte verstellbares DNA-Fahrwerk (Dynamik, Neutral, Allwetter) nicht, das übrigens zur Serienausstattung gehört.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mini Cooper   Alfa Mito 1.4 T-Jet 16V
Ausstattungsvariante        
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.699/ 1.683 / 1.407   4.063/ 1.720 / 1.453
Radstand (mm)   2.467   2.511
Wendekreis (m)   10,7   11
Leergewicht (kg)   1.140   1.220
Kofferraum (Liter)   160   270
Bereifung Testwagen   175/60 R16 Dunlop Wintersport   215/45 R17 Dunlop Wintersport
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.598 / 4, Reihe   1.368 / 4, Reihe
Leistung (PS)   120   155
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   160 / 4.000   230 / 3.000
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,4   6,5
CO2-Emissionen (g/km)   129   153
AS24-Verbrauch (l/100km)   9,2   9,9
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,1   8,1
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   10,2   8,8
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   203   215
Preise        
ab (Euro)   19.200   17.990
Empfohlene Extras   Ausstattungspaket Chili (2.550 Euro) mit Alurädern, Klimaautomatik uvm.   Ausstattung Turismo (1.500 Euro) plus Komfortpaket (800 Euro) mit Alurädern, Klimaautomatik uvm.
 
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Teurer Mini mit hohem Werterhalt

Apropos Serienausstattung: Beim Kapitel Kosten steht der Mini  schlechter da – zumindest, wenn man allein die Anschaffungskosten betrachtet. So ist der Cooper um über 1.000 Euro teurer als der Mito 1.4 T-Jet 16V. Trotz der deutlich höheren Motorleistung und dem niedrigeren Preis bietet der Italiener mit 16-Zoll-Alurädern und Fahrerknie-Airbag eine bessere Basisausstattung.

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Andererseits hilft nur beim Mini eine serienmäßige Start-Stopp-Automatik im Stadtverkehr zumindest theoretisch beim Spritsparen. Gewichtigere finanzielle Argumente für den Mini sind jedoch sein hoher Werterhalt sowie eine niedrigere Versicherungseinstufung. Langfristig gesehen dürfte der eigentlich teurere Mini sogar kostengünstiger sein.

Fazit

Trotz sehr unterschiedlicher Akzente: Mini und Mito sind zwei erfrischende Hingucker mit ähnlichen Grundzügen. Der Mito ist alltagstauglicher, stärker und schneller. Der Mini punktet hingegen mit besserer Qualität, einer überzeugenderen Fahrwerksauslegung und hohem Werterhalt. Durstig und teuer sind beide. Unterm Strich bietet der Mini jedoch  das stimmigere Paket.

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