Umwelt-Special
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Galerie: Vergleichstest Audi A3 1.6 TDI 99g vs. Volvo C30 DRIVe

Vergleichstest: Audi A3 1.6 TDI 99g vs. Volvo C30 DRIVe

Norm und Wirklichkeit

27.05.2010

Nur 3,8 Liter Diesel sollen die Sparmodelle Audi A3 1.6 TDI 99g und Volvo C30 DRIVe konsumieren. Pro Kilometer pusten sie also lediglich 99 Gramm CO2 in die Atmosphäre. So steht es zumindest auf dem Papier. Wir wollten wissen, wie es in Wirklichkeit um die Trinksitten der beiden Spar-Kompakten steht.

Dass der im unrealistischen EU-Zyklus ermitteltete Durchschnittsverbrauch von 3,8 Liter Diesel wohl ein Wunsch bleiben wird, war schon vor dem Test klar. In der Praxis liegen die Verbräuche – in der Regel – darüber, mal mehr, mal weniger. Wir haben beide Kandidaten unter realistischen Bedingungen bewegt, wie man im Alltag fährt, ohne explizit auf eine spritsparende Fahrweise zu achten; nur die Schaltempfehlung haben wir befolgt. Denn, das ist hinlänglich bekannt: Den größten Einfluss auf den Konsum hat immer noch der Fahrer.

Während der 105 PS starke 1,6-Liter-Diesel im Audi A3 eine kleine Anfahrschwäche aufweist, hängt der gleichgroße 109-PS-Volvo-Motor etwas besser am Gas und tritt spontaner an. Dabei hat er mit 240 Newtonmeter Drehmoment zehn Zähler weniger als der Audi und die liegen auch noch später an. 1.500 Touren braucht es im A3 für die maximale Kraft, im C30 1.750 Umdrehungen. Dass der Schwede schneller vom Fleck kommt, liegt vor allem am etwas kürzer Übersetzten ersten Gang.

Von Rädern und Reifen

Galerie: Vergleichstest Audi A3 1.6 TDI 99g vs. Volvo C30 DRIVeNeben längeren Achsübersetzungen und Bremsenergie-Rückgewinnung setzen beide Sparmobile auf aerodynamischen Feinschliff, tiefer gelegte Karosserien und rollwiderstandsoptimierte Reifen. Ganz ohne Verzicht geht das Spritsparen dann übrigens doch nicht: Die beiden letztgenannten Maßnahmen sorgen in der Summer für Komforteinbußen, beide Kandidaten federn schlechten Asphalt weniger gut ab, als ihre konventionellen Brüder.

Galerie: Vergleichstest Audi A3 1.6 TDI 99g vs. Volvo C30 DRIVeWährend der Audi mit 195er Reifen auf 15-Zoll-Rädern antritt, setzt Volvo auf 16-Zöller mit 205er-Breifung. Rein physikalisch müsste ihm das zum Nachteil gerreichen, denn größere Reifen bedeuten auch mehr Reibung und mehr Windangriffsfläche. Ob sich das in der Praxis tatsächlich auswirkt, werden wir am Ende sehen. Und noch etwas: Die Spar-Pneus gibt es momentan nur als Sommerreifen. Mit Winterreifen dürften beide auch im EU-Zyklus mehr als 3,8 Liter verbrauchen.

Audi wirkt ausgewogener

Galerie: Vergleichstest Audi A3 1.6 TDI 99g vs. Volvo C30 DRIVeSatter auf der Straße liegt im direkten Vergleich der A3. Der Volvo holpert stärker über Querfugen. Auch seine Lenkung ist stoßempfindlicher als das von Audi gewohnte genaue und leichtgängige Pendant. So lässt sich der Ingolstädter auch präziser ums Eck manövrieren, was allerdings gewiss nicht zu den Standarddisziplinen eines Spritsparmodells zählt. Denn für richtigen Fahrspaß sind beide zu träge: Rund elf Sekunden dauert es, bis die 100-km/h-Marke fällt und in Sachen Elastizität und Durchzug sind beide eindeutig auf Effizienz und nicht auf Vergnügen präpariert.

Das merkt man auch beim Überholen auf der Autobahn, was ohne runterschalten ein langwieriges Unterfangen ist. Vor allem im beiderseits extrem lang - im A3 sogar noch etwas länger - übersetzten fünften Gang, der ganz klar als Spargang ausgelegt ist. Einen sechsten Gang vermisst man auch nicht wirklich, die vier niedrigeren Übersetzungen sind gut abgestuft und ein weiteres Zahnrad hätte kaum Vorteile, brächte dafür aber zusätzliches Gewicht mit. Auch die Höchstgeschwindigkeit von gut 190 km/h reicht zum Mitschwimmen auf der Autobahn vollends aus.

Motor aus beim Ampelstopp

Galerie: Vergleichstest Audi A3 1.6 TDI 99g vs. Volvo C30 DRIVeWas auf der Autobahn freilich keine Rolle spielt, senkt den Verbrauch im Stadtverkehr: Die serienmäßige Stopp-Start-Automatik, die ein essentieler Bestandteil der Spritspar-Modelle ist. Denn: Ein Motor, der an der roten Ampel aus ist, verbraucht nunmal keinen Treibstoff. Und mittlerweile funktioniert das Anwerfen des Aggregats so zügig und problemlos, dass auch keine Komforteinbußen entstehen. Allerdings schüttelt sich der Volvo beim Start ein bisschen mehr, als der Audi.  

Über den Umweltschutz haben die Entwickler beiderseits die Ansprüche des Fahreres gestellt. Fordert der beispielsweise im Sommer die Klimaanlage zur Höchstleistungen heraus, könnte diese von der Batterie allein nicht betrieben werden. Gleiches gilt umgekehrt, wenn die Heizung im Winter voll aufgedreht wird. In solchen Fällen bleibt der Motor auch beim Ampelstopp an; ebenso, wenn der Motor aufgrund der niedrigen Außentemperatur zu sehr abkühlen und der Neustart folglich zuviel Energie verbrauchen würde. Drum funktionieren die Systeme auch erst nach ein paar Kilometern, wenn der Motor also auf Temperatur gebracht ist. Das wiederum erfolgt beim Volvo schneller als im A3.    

Sind es wirklich Sparmeister?

Galerie: Vergleichstest Audi A3 1.6 TDI 99g vs. Volvo C30 DRIVeNun aber zurück, zur eigentlich Fragestellung. Schließlich wollten wir wissen, ob die beiden Sparmodelle den Titel wirklich verdienen, und welcher von beiden am wenigsten verbraucht. Mit unserer ersten Vermutung lagen wir richtig, den vorbildlichen Normverbrauch von 3,8 Litern verfehlten beide. Deutlich, um genau zu sein: Rund 40 Prozent mehr konsumierten die beiden Diesel in unserem Alltagstest. Da im EU-Zyklus weder Radio noch Klimaanlage laufen und auch starke Beschleunigung nicht vorkommt, ist die Abweichung durchaus im Rahmen des akzeptablen.

Galerie: Vergleichstest Audi A3 1.6 TDI 99g vs. Volvo C30 DRIVeUnd: Beide Probanden nehmen sich nicht viel. Am Ende des Tests hat der Audi durchschnittlich 5,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbraucht, im Volvo waren es nahezu gleiche 5,3 Liter für die selbe Strecke. Bedenkt man allerdings, dass der C30 fast 90 Kilogramm mehr wiegt, die größeren Räder trägt und insgesamt ein wenig spritziger wirkt, haben die schwedischen Ingenieure doch das geschicktere Händchen bewiesen.

Nicht nur sparsamer, auch günstiger

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Ein Manko allerdings hat der Volvo C30. Während aus dem Audi A3 hinten Euro-5-saubere Abgase in die Umwelt gepustet werden, erfüllt der Schwede derzeit nur die Euro-4-Norm. Das heißt, er emittiert vor allem mehr giftige Stickoxide. Doch damit muss bald Schluss sein, ab 1. Januar 2011 dürfen nur noch Euro-5-Fahrzeuge neu zugelassen werden. Und für den soeben präsentierten Volvo S60 haben die Schweden bereits eine Euro-5-Sparversion des gleichen 1,6-Liter-Diesels angekündigt, der sicher auch im C30 das alte Aggregat ersetzten wird.

Ob der C30 dann immer noch günstiger sein wird, als der Audi, ist noch offen. Momentan verlangt Volvo für das Sparmodell 22.995 Euro, für den A3 müssem 23.750 Euro bezahlt werden. Mit Klimaautomatik und CD-Radio hat der Volvo außerdem zwei Ausstattungs-Schmankerl serienmäßig an Bord, die sich Audi zusammen mit gut 1.700 Euro extra bezahlen lässt. Unbezahlbar ist dagegen die perfekte Verarbeitungs- und Materialqualität im Audi, an die der C30 nicht ganz heran reicht.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Audi A3   Volvo C30
Motorisierung   1.6  TDI 99g   DRIVe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.238 / 1.765 / 1.421   4.266 / 1.782 / 1.447
Radstand (mm)   2.578   2.640
Wendekreis (m)   10,7   10,6
Leergewicht (kg)   1.350   1.439
Kofferraum (Liter)   350   480 - 1.460
Bereifung Testwagen   195/65 R 15   205/55 R 16
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.598 / R4   1.560 / R4
Leistung (kW / PS)   77 / 105   80 / 109
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   250 / 1.500 - 2.500   240 / 1.750
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   5-Gang-Schaltgetriebe   5-Gang-Schaltgetriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   3,8   3,8
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   99 / Euro 5   99 / Euro 4
AS24-Verbrauch (l/100km)   5,4   5,3
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,4   11,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   10,9   11
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   38,5   38,3
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   194   190
Preise        
ab (Euro)   23.750,00   22.995,00
Empfohlene Extras   Xenon-Licht (870 Euro), Außenspiegel beheizbar (275 Euro), Klimaautomatik (1.425 Euro), CD-Radio (290 Euro)   Einparkhilfe hinten (510 Euro), Tempomat (400 Euro), Regensensor (100 Euro)
 
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Fazit

Nicht ganz fünfeinhalb Liter Durchschnittsverbrauch sind ein guter Wert, schließlich haben wir in unserem Test bewusst nicht auf eine besonders effiziente Fahrweise geachtet. Die Sparmaßnahmen der Hersteller, wie Stopp-Start und der aerodynamische Feinschliff wirken also ganz automatisch, ohne zutun des Fahrers. Der allerdings bleibt der größte Einflussfaktor, auf den Verbrauch. Und wer sich ein wenig bemüht und vielleicht mal auf die Klimaanlage verzichtet, dürfte sowohl beim Volvo als auch beim Audi eine vier vorm Komma realisieren können.

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