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Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon Cupra

Vergleichstest: Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon Cupra

Für mehr Emotion

08.08.2007

Emotional geht es in der Kompakt-Klasse eher selten zu, schließlich versuchen die Hersteller mit Mainstream-Autos eine möglichst breite Masse zu bedienen. Doch auch das so genannte C-Segment bietet genügend Spielraum für individuelle Vorlieben. Wir haben drei äußerst emotionale Ableger getestet: Die Sportskanonen Audi S3, Mazda3 MPS und Seat Leon Cupra treten gegeneinander an.

Sind wir mal ganz oberflächlich und betrachten nur das Äußere: Keiner der drei Kandidaten rühmt sich durch extravagantes Design, üppige Spoiler oder etwa eine vierflutige Abgasanlage. Auffälligste Sport-Kennzeichen sind hier wie da die großen Lufteinlässe in der Frontschürze - sonst gleichen Mazda3 MPS, Audi S3 und Seat Leon Cupra sehr ihren zahmen Pendants.

Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon CupraAuch was den Innenraum betrifft, gibt es kaum Überraschungen. Alle drei verfügen über gut konturierte Sportsitze, die besten Seitenhalt bieten. Die Cockpitgestaltung hingegen orientiert sich an den schwächeren Versionen - hier eine erweiterte Tacho-Skalierung, da ein bisschen Alu-Optik. Das war’s. Nachteil des Audi: Er fährt als einziger als Zweitürer vor, der Einstieg in den bei allen nicht gerade üppigen Fond wird zusätzlich erschwert.

Von wegen zahm

Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon CupraDass die drei alles andere als zahm sind, belegt schon der Blick auf die Leistungsdaten. Rein zahlenmäßig muss sich der Seat mit dem letzten Platz zufrieden geben. Sein zwei Liter großer Vierzylinder-Turbo kommt auf 240 PS und ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmeter. Das liegt dafür im breiten Band von 2.200 bis 5.500 Touren - damit übertrifft der Spanier wiederum seine Konkurrenten.

Auf Rang zwei positioniert sich der 260 PS starke Mazda3 MPS, der von einem 2,2-Liter-Turbo befeuert wird. Sein maximales Drehmoment von 380 Newtonmeter liegt aber nur bei exakt 3.000 Umdrehungen an. Wie auch der Seat ist der Japaner frontgetrieben, ein spezielles Sperrdifferenzial sorgt dafür, dass die immense Kraft auch auf die Straße kommt.

Gleicher Motor bei Audi und Seat

Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon CupraGanz oben steht der Audi, allerdings nur mit fünf PS Vorsprung auf den Mazda. Vorteil des Ingolstädters: Er schickt seine 350 Newtonmeter (zwischen 2.500 und 5.000 U/min) permanent an alle vier Räder. Eine hydraulisch betätigte Einscheiben-Trockenkupplung sorgt für die Kraftverteilung. Übrigens: Der 2,0-Liter-Audi-Turbo hat die gleiche Basis wieder der Seat-Motor.

Betrachtet man das spezifische Gewicht, dreht sich das Bild ein wenig um. Plötzlich liegt der Seat mit nur 5,42 Kilogramm pro PS vor Audi (5,49 kg/PS) und Mazda (5,71 kg/PS). Doch genug der Zahlenspiele, schließlich wollen wir Emotion in die Kompaktklasse bringen - und die gibt es nur auf der Straße.

Kleine Schwäche

Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon CupraAlle drei Rennsemmeln haben eins gemeinsam: das baulich bedingte Turboloch. Am schnellsten hat der Seat die kleine Schwäche überwunden, ab 2.500 Touren spricht gut er an, bei 3.000 Umdrehungen kennt er kein Halten mehr. Der Audi hingegen lässt sich etwas mehr Zeit, erst ab 3.000 Touren ist die Kraft zu Spüren.

Was dem S3 unten rum fehlt, holt er oben wieder raus: Während die Kraftentfaltung im Cupra ab Tempo 190 ein weniger zäher wird, spurtet der Audi ohne Nachlass bis zur elektronisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Auch der Japaner wird bei diesem Tempo eingebremst, der Seat läuft von Haus aus nur 247 km/h.

Unbarmherzig

Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon CupraIm Vergleich mit den beiden VW-Konzernbrüdern liegt der Mazda irgendwo dazwischen. Auch bei ihm reicht die Anfahrschwäche bis knapp unter 3.000 Umdrehungen, dann schlägt das Drehmoment aber unbarmherzig zu. Das bereits erwähnte Sperrdifferenzial hat gut zu tun, die Kraft zwischen den beiden Rädern zu verteilen, meistert seine Aufgabe aber vorbildlich.

Vor allem die aktive Drehmomentregelung ist nicht nur Gold wert, sondern auch unerlässlich: Die Physik besagt, dass es bei mehr als 300 Newtonmeter auf der Vorderachse unmöglich ist bei Vollgas zu lenken. Das System reduziert folglich die Kraft je nach Lenkwinkel auf ein vertretbares Maß. Allerdings bekommt der Mazda-Fahrer die Antriebseinflüsse in der Lenkung immer noch deutlicher zu spüren als bei den Mitbewerbern.

Serienmäßig fahren alle drei Wettbewerber mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe vor. Tadellos lassen sich hier wie da die Gangwechsel vollziehen, am vorbildlichsten hinsichtlich Präzision und Leichtgängigkeit ist der Audi. Geübte Fahrer können ihn in 5,7 Sekunden auf Tempo 100 treiben, beim Mazda dauert es 6,1, beim Seat 6,4 Sekunden.

Drei flinke Flitzer

Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon CupraMit flotter Beschleunigung und hohem Topspeed grenzen sich die drei durchaus von ihren gemütlichen Alltags-Versionen ab. Wie aber sieht es mit den Handlingeigenschaften aus? Wir suchen uns eine einsame Landstraße und starten die Kurvenhatz…

Alle drei verfügen über ein spürbar straffes Fahrwerk. Am komfortabelsten ist der Mazda abgestimmt, gefolgt vom Seat und dem knallharten Audi. Aber was im Alltag zu Lasten der Bandscheiben geht, steigert bei flotten Kurvenmanövern den Fahrspaß.

Es schiebt

Vergleichen wir zunächst nur die beiden Fronttriebler, macht der Mazda das Rennen. Exakt und unverzüglich folgt er auch kleinsten Lenkradbewegung und spurtet um die Ecke. Das spät eingreifende, abschaltbare Stabilitätsprogramm DSC hat relativ wenig zu tun.

Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon CupraHäufiger kommt das ESP beim Leon Cupra zum Einsatz. Er neigt schneller zum Untersteuern und schiebt mit Nachdruck über die Vorderräder. Ein Problem, dass der Audi nur aus dem Lehrbuch kennt. Dank seines quattro-Antriebs zieht er seine Bahnen sprichwörtlich wie auf Schienen.

Haben wir vor lauter Lobhudelei jetzt das Kritisieren vergessen? Oder sind alle drei nahezu fehlerfrei? Nicht ganz! Da wäre zum einen der Sound. Auch wenn die Ingenieure mit allen Tricks versucht haben, sportlichen Klang zu fabrizieren - mit einem Sechszylinder wie im BMW 130i oder dem röhrenden Fünfzylinder-Turbo im Focus ST können die Vierzylinder nicht mithalten. Am dominantesten ist bei allen das Pfeifen des Turboladers.

Keine Sparmeister

Galerie: Vergleichstest Audi S3 vs. Mazda3 MPS vs. Seat Leon CupraUnd dann der Verbrauch. Angegeben sind sie mit 8,3 Litern (Seat), 9,1 Litern (Audi) und 9,7 Litern (Mazda) - realistisch ist keiner der Werte. Wer sich so ein Auto kauft, fährt auch dementsprechend sportlich. Und dann zeigt der Bordcomputer hier wie da einen Verbrauch von um die 13 Liter an.

Wenden wir uns abschließend noch einem nicht minder ernsten Thema zu: Dem Preis. Vorweg: Alle drei rollen mit ähnlich guter Serienausstattung vom Band. Dennoch liegen zwischen den beiden Enden des Preisspektrums fast 10.000 Euro. Günstigster Sportler ist der Mazda3 MPS für 25.600 Euro, knapp darüber liegt der Seat Leon Cupra für 27.290 Euro. Erst in weiter ferne folgt dann der Audi S3 für sage und schreibe 36.050 Euro.

Fazit

Die Preisgestaltung macht zumindest die Entscheidung ein bisschen leichter. Wenn Geld keine Rolle spielt, greifen Sie zum Audi S3. Sein quattro-Antrieb ist ein unschlagbares Argument. Auch was die Verarbeitungsqualität sowie die Materialauswahl anbelangt ist der Ingolstädter Top. Sollten Sie aber in der unglücklichen Situation sein, aufs Geld achten zu müssen, bleibt nur die Qual der Wahl: Mazda und Seat bieten beide jede Menge Emotion und Fahrspaß.

 
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