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Galerie: Vergleichstest BMW 5er Touring vs. Jaguar XF Sportbrake

Vergleichstest: BMW 5er Touring vs. Jaguar XF Sportbrake

Große Klappe, ...

19.12.2013

Wer gehobenen Luxus mit gehobenem Nutzwert kombinieren will, konnte sich bisher nur zwischen den großen Edelkombis von Audi, Mercedes oder BMW entscheiden. Doch mittlerweile hat sich Jaguar nach dem glücklosen X-Type Estate auf ein Neues ins Kombi-Segment gewagt und damit eine Alternative zu den etablierten Größen im Angebot. Ob diese Alternative allerdings eine gute ist, haben wir im Vergleich mit dem 5er Touring hinterfragt.

Als Alternative bietet sich der XF in jedem Fall optisch an, denn auch ohne die einst bei Jaguar gepflegte Nostalgie-Note strahlt er eine distinguierte Britishness aus. Und sein Kombiheck passt auch, denn es braucht wohl doch keinen coupéhaften Dachverlauf, um für eine gewisse Eleganz zu versprühen. Entsprechend nimmt die Außenwelt auch diesen, stolze 4,97 Meter langen Luxusliner als ein Auto mit Prestige wahr.

Der 5er steht ganz ohne exotische Aura jedoch besser da. Zumindest im direkten Vergleich hat man den Eindruck, die Münchener hätten sich mehr Mühe bei den Feinheiten gegeben und ihm mit vielen geschickt gesetzten Lichtkanten zu einer austarierten Wohlgestalt geformt. Und diese scheint auch zeitloser als der irgendwie schon ein bisschen in die Jahre gekommen wirkenden Briten.

Cooles Styling

Galerie: Vergleichstest BMW 5er Touring vs. Jaguar XF SportbrakeEin besonderes und zudem auch heute noch uneingeschränkt cool wirkendes Design bietet der XF innen. Vor allem, wenn bei ausgeschaltetem Motor die Oberflächen in Mittelkonsole und Armaturenbrett automatisch eingeebnet werden, sich also der Drehknauf für den Automatikschalter absenkt und die Belüftungsklappen geschlossen sind, versprüht der Jaguar eine extravagante Note. Doch obwohl dieses einzigartige Styling das gewisse Etwas vermittelt, fehlt andererseits eine gewisse Finesse, von der der 5er eindeutig mehr zu bieten hat.

Galerie: Vergleichstest BMW 5er Touring vs. Jaguar XF SportbrakeDer 5er, der seinen Gästen trotz der etwas kürzeren Außenhaut vorne wie hinten bessere Platzverhältnisse bietet, beeindruckt mit einer Gediegenheit, die sich durch ein Top-Verarbeitungsniveau, feinste Materialien und hohe Funktionalität auszeichnet. Regelrecht Welten liegen zwischen den Navi-Entertainment-Systemen. Der XF hat mit seiner kruden Touchscreen-Variante eine in mehreren Punkten unbefriedigend arbeitende und technisch veraltet anmutende Multimedia-Applikation an Bord.

Multimedial sind die Unterschiede gravierend

BMWs Riesendisplay bietet hingegen die feinere und übersichtlichere Grafik und mit dem Bediensystem iDrive einen wohlbekannten und ausgereiften Standard, der zudem um einige überzeugende Neuerungen erweitert wurde. So gibt es neuerdings beim Controller genannten Dreh-Drück-Knopf in der Mitte ein Touchpad, mit dessen Hilfe man mit der Fingerspitze die Navigationsadresse leicht auch während der Fahrt eingeben kann. Beim Jaguar ist das über den berührungsempfindlichen Bildschirm vergleichsweise schwierig und man wird dabei vom Verkehrsgeschehen leichter abgelenkt. Und dann gibt es bei BMW noch einige wirklich praktische Online-Dienste, wie beispielsweise die Echtzeit-Verkehrsinformationen. Connected Drive zeigt, wie sich Internet sinnvoll fürs Autofahren einbinden lässt, was allerdings der Kunde auch als Zusatzleistung bezahlen muss.

Und auch bei den für Kombifreunde so wichtigen Kofferräumen zeigt BMW einmal mehr ein stimmigeres und vielseitigeres Nutzungspotenzial. So gibt es beim 5er eine aufklappbare Heckscheibe, die es ermöglicht, kleines Gepäck einfacher einzuladen. Auch praktisch: Das Gepäckraumrollo geht mit der großen Heckklappe automatisch nach oben. Beim Jaguar muss dieses noch händisch in die Kassette verbannt werden. Auch die großen seitlichen Gasdruckdämpfer bei der Heckklappe des XF stören die Gesamtästhetik, während bei BMW die Aufhängung ausschließlich zwei verkleidete Scharniere zwischen Dachkante und Kofferraumklappe übernehmen.

BMW hat den praktischeren Kofferraum

Galerie: Vergleichstest BMW 5er Touring vs. Jaguar XF SportbrakeUnter dem fein ausgekleideten Kofferraum des 5er eröffnet sich zudem noch ein vielseitig nutzbarer Zusatzstauraum, dessen Klappe praktischer Weise von einer Gasdruckfeder hochgehalten wird. Beim Jaguar ist eben jener Unterbodenbereich mit Batterie und anderen Dingen bereits ausgefüllt. Eine niedrigere Ladekante und eine sogar dreigeteilte Rückbanklehne sind weitere Details, mit denen der BMW das Gepäckraumkapitel klar für sich entscheiden kann. Und selbst beim profanen Literzahl-Showdown kann sich der Jaguar mit 550 respektive 1.675 Liter gegenüber dem BMW (560/1.670 Liter) keinen nennenswerten Vorteil verschaffen.

Galerie: Vergleichstest BMW 5er Touring vs. Jaguar XF SportbrakeRecht ähnlich sind sich beide Probanden auch bei den Antrieben. Im Fall des BMW kommt der 20d zum Einsatz, also ein Zweiliter-Aggregat, welches 184 PS und 380 Newtonmeter über eine Achtgang-Automatik von ZF allein an die Hinterachse leitet. Mit einem gleichen Antriebslayout und dem gleichen Getriebe ist auch der Jaguar bestückt, der seinem 2,2-Liter-Vierzylinder etwas üppigere 200 PS und 450 Newtonmeter entlockt. Und letzteres meint man auch zu spüren, denn zumindest beim Anfahren wirkt die Katze zügelloser, fast schon forsch, während der BMW einen zunächst eher behäbigen Eindruck hinterlässt. Auf dem Papier hat allerdings der 5er die Nase vorn, denn mit 8,3 Sekunden und 227 km/h hängt er den Jag dann doch um 0,5 Sekunden und 13 km/h ab. In der Welt der Business-Limousinen, die sich vor allem auch in Hinblick auf die Linksspurkompetenz bewähren müssen, ist das ein nicht unerheblicher Vorteil.

Fahrerlebnis per Schalter

Galerie: Vergleichstest BMW 5er Touring vs. Jaguar XF SportbrakeDie dynamischen Vorteile sind auch dem besser abgestimmten Getriebe des 5er zu verdanken, denn der ZF-Automat jongliert hier geschmeidiger die Gänge und harmoniert besser mit dem Diesel. Zudem fühlt sich der BMW-Motor etwas ruhiger, kultivierter an. Eine serienmäßige Besonderheit beim BMW ist der Fahrerlebnis-Schalter, über den sich sehr unterschiedliche Motor-Charakteristika einstellen lassen. Einerseits gibt es einen Sparmodus, bei dem auch die Performance stark gedrosselt ist, als auch einen Sportmodus, bei dem sogar die Tachoanzeige den Fahrer auf das dann spürbar schärfere Fahrspaßniveau einstimmt: die Beleuchtung wird rot und die Grafik ändert sich.

Galerie: Vergleichstest BMW 5er Touring vs. Jaguar XF SportbrakeUnd auch beim Fahrwerkskomfort kann der BMW eine sehr großen Spreizung zwischen einer betont sanften und sportlichen Abstimmung bieten. Derlei feine Technik-Spielereien, die einen durchaus guten praktischen Nutzen vermitteln, hat der konventioneller gestrickte Jaguar nicht drauf. Immerhin kann auch er – wie der BMW - mit einer serienmäßigen Luftfederung für ein gleichbleibendes Niveau an der Hinterachse sorgen und insgesamt mit seinem Komfort überzeugen. Doch mit der besonders feinen, variablen und von Assistenz-Systemen durchwirkten Abstimmung des BMW, für den man sogar eine Allradlenkung bestellen kann, kann der XF nicht mithalten. Allerdings bietet der XF das vielleicht ehrlichere Fahrwerk, denn beim Technik-Overkill des 5er verliert man gelegentlich auch das Gefühl für den Kontakt zur Straße, wobei dieser Umstand dem insgesamt höheren Fahrspaß-Niveau kein Abbruch tut, denn den Grenzbereich schiebt der BMW weit nach hinten. Zu forschen Kurvenexperimente kann man auch den Jaguar hernehmen, der dabei aber vergleichsweise früh vom ESP eingeregelt wird.

Immerhin der Preis ist heiß

All die Technik beim BMW soll auch für ein besonders hohes Effizienzniveau sorgen, doch sind es nur wenige Zehntelliter, die der Jaguar mehr konsumiert. Laut Normverbrauch sind es 5,1 statt der 4,9 Liter beim BMW und selbst bei flotter Fahrt vergrößert sich dieser Abstand nur leicht, denn während der Brite sich knapp über 8 Liter genehmigte, waren es knapp unter 8 beim BMW, der übrigens schon Euro-6-fit ist, während Jaguar noch eine Stufe drunter bleibt.

Doch dürften Verbrauch und Abgasverhalten den wohl geringsten Einfluss auf die Kaufentscheidung haben, die aus objektiver Sicht recht deutlich für den BMW fallen müsste. Denn der Jaguar kann lediglich beim Preis einen echten Vorteil herausfahren, denn der in der Basisversion 45.900 Euro teure 2.2D ist immerhin 1.250 Euro günstiger als der Vergleichs-BMW und kann dabei zudem noch eine leicht bessere Serienausstattung bieten. Und der BMW wird auch deshalb ein teures Vergnügen, weil die Aufpreiswelt eines 5er deutlich mehr Optionen bietet. Bei beiden Luxuskombis sollte man in jedem Fall fünfstellige Aufpreisorgien einkalkulieren, wobei diese beim XF mit einer 1 und beim BMW eher eine 2 vorneweg ausfallen dürften. Im Fall des 5er Touring bekommt man dann aber auch einen rundum begeisternden Wagen.

 
Fazit

Mario Hommen

Über den XF Sportbrake mag man sich freuen, da er eine erfrischende Alternative zu den etablierten Kombis deutscher Provenienz darstellt. Doch zumindest im direkten Vergleich mit BMW 5er Touring kann er in keinem Aspekt einen wirklichen Stich machen.

Vielmehr ist der Jaguar entweder unterlegen oder bewegt sich im besten Fall noch auf Augenhöhe. Lediglich beim Preis kann der XF-Kombi mit einem leicht günstigeren Kurs bei zudem besserer Ausstattung punkten, doch ist ja im Gegenzug der BMW auch das bessere Auto, und erscheint damit sein Mehrpreis mehr als gerechtfertigt.
 
 

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