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Galerie: Vergleichstest BMW X3 2.0d vs. Alfa Crosswagon Q4

Vergleichstest: BMW X3 2.0d vs. Alfa Crosswagon Q4

Die Alleskönner

03.01.2006

Wer von seinem Auto maximale Einsatzbereitschaft erwartet, kommt an einem SUV nicht vorbei. Vertreter dieser Gattung bieten gute Onroad- wie Offroad-Eigenschaften, sind in der Regel geräumig und mit einem flexiblen Innenraum versehen. Soll der Wagen auch noch sparsam sein, muss ein kleiner Dieselmotor her. Und wenn man dann noch das Besondere sucht, bleiben der BMW X3 und der Alfa Crosswagon Q4 übrig.

Betrachtet man die Zulassungszahlen, dürfte der Italiener keine Chance haben gegen den Bayern. Mit über 20.000 Einheiten (1 bis 11/2005) ist der X3 der Topseller im Geländewagensegment. Der Crosswagon kommt auf weniger als ein Zehntel dessen.

Dabei sind sich die beiden SUVs sehr ähnlich, angefangen bei der Designphilosophie. Extravaganz heißt hier beiderseits die Devise, wenngleich die Umsetzung sehr unterschiedlich ausgefallen ist. Der Alfa ist markentypisch der Schönling: Lange Haube, niedrige Fenster, geschwungene Dachlinie, böser Blick - ungemein dynamisch und elegant zugleich tritt der Italiener auf. Ganz anders der BMW: Kantig, hoch und von schwarzen Kunststoffschürzen eingerahmt macht er einen auf Kraftmeier.

Schön …

Galerie: Vergleichstest BMW X3 2.0d vs. Alfa Crosswagon Q4Im Innenraum gibt der Crosswagen deutlich zu erkennen, dass er eine hochgelegte Variante des 156 Sportwagon ist. Sportlich eng geht es hier zu. Die Fondpassagiere dürfen sich zu Recht über die eingeschränkte Beinfreiheit und die zu niedrige Sitzhöhe beschweren. Großgewachsene bekommen selbst hinter dem Steuer Probleme mit der Kopffreiheit, denn der höhenverstellbare Sitz bietet zu wenig Spielraum nach unten. Und auch die Pedale stehen zu eng beieinander, was insbesondere mit dicken Winterschuhen zu unfreiwilligen Fehltritten führt. Nutzbare Ablagen sind an einer Hand abzuzählen, Cupholder gar nicht vorhanden.

Dafür entschädigt das Alfa-Ambiente: Das Armaturenbrett ist mit Leder bezogen (optional), die Konsole gut verarbeitet und mit allerlei Chrom verziert, die Rundinstrumente sitzen in tiefen Tunneln und der Fahrer hält ein perfekt gezeichnetes wie wunderbar griffiges Dreispeichenlenkrad in Händen.

… und praktisch

Galerie: Vergleichstest BMW X3 2.0d vs. Alfa Crosswagon Q4Letzteres trifft auch im X3 uneingeschränkt zu. Ansonsten empfängt der BMW seine Gäste deutlich nüchterner. Hier wirkt alles sehr aufgeräumt, modern, übersichtlich - und viel luftiger. Tatsächlich bietet der X3 auch deutlich mehr Platz. Vorne sitzt man schlicht perfekt, hinten sehr gut für ein kompaktes SUV. Dazu finden sich zahlreiche praktische Aufbewahrungsmöglichkeiten wie etwa die netzbespannten Türfächer und ein zusätzliches Netzfach im Beifahrerfußraum (optional).

Beim Kofferraum hat der X3 klar die Nase vorn: 480 bis 1.560 Liter bietet er bei beidseitig umgeklappter Rückbank, der Crosswagon lediglich 360 bis 1.180 Liter. Vor allem die weit in den Kofferraum ragenden Radhäuser schränken die Nutzbarkeit des Alfa-Abteils ein. Und beladen lässt sich der BMW dank des breiteren Deckels ebenfalls leichter. Pluspunkt für den Crosswagon: Da sich die Polster der Rückbank zusätzlich hochklappen lassen, entsteht auf Wunsch eine absolut ebene Ladefläche.

Zweimal Vier

Galerie: Vergleichstest BMW X3 2.0d vs. Alfa Crosswagon Q4Wie aber schlagen sich die SUVs auf der Straße? Angetrieben werden beide von einem Vierzylinder-Diesel mit Common-Rail-Einspritzung. Der BMW-Vierzylinder hat 2,0 Liter Hubraum und 150 PS, das Alfa-Triebwerk 1,9 Liter Hubraum und ebenfalls 150 PS. Obwohl die Fahrleistungen nahezu identisch sind, sind subjektiv Unterschiede auszumachen. Das Alfa-Aggregat ist laufruhiger und vor allem gleichmäßiger in der Kraftentfaltung. Zwar dreht auch der BMW-Diesel willig hoch, doch ist nach jedem Schalten ein spürbares Turboloch zu überwinden. Vor allem bei zügigen Sprints nerven diese regelmäßigen Schubunterbrechungen. Schade, denn mit dem exakten Sechsganggetriebe macht die Schaltarbeit Spaß, was man vom unsauber geführten Alfa-Getriebe leider nicht behaupten kann.

Zwischen 2.000 und 4.000 Touren hat das BMW-Triebwerk dann aber doch genügend Kraft, um die über 1,8 Tonnen schwere Karosse standesgemäß zu bewegen. Dass der Alfa gut 200 Kilogramm leichter ist, macht sich erst bei höheren Autobahngeschwindigkeiten bemerkbar. Hier zieht der Crosswagon dem X3 davon. Das souveränere Auto ist trotzdem der BMW, da er mit noch besserem Geradauslauf und einem insgesamt geringeren Geräuschniveau punktet.

Für alles zu haben

Galerie: Vergleichstest BMW X3 2.0d vs. Alfa Crosswagon Q4Im Stadtverkehr gefällt der BMW X3 durch seinen kleineren Wendekreis und die etwas bessere Übersichtlichkeit nach vorne. Komfortabler aber ist der Crosswagon, der kurze Stöße - etwa beim Überfahren von Straßenbahnschienen - geschmeidiger abfedert. Die straffere Abstimmung kommt dem X3 dann auf kurvigen Landstraßen zu Gute. Obwohl sich auch der präzise zu lenkende Alfa gerne sportlich bewegt, findet er im satt liegenden Handling-Hero X3 seinen Meister.

Abstecher in unbefestigtes Gelände erlauben beide. Einerseits sind Alfa wie BMW mit einem permanenten Allradantrieb ausgerüstet, der die Antriebskraft situationsabhängig an beide Antriebsachsen verteilt. Andererseits weist jeder genügend Bodenfreiheit auf, um nicht beim erstbesten Erdwall aufzusetzen.

Galerie: Vergleichstest BMW X3 2.0d vs. Alfa Crosswagon Q4Beim Spritverbrauch bewegen sich beide auf einem erfreulich verträglichen Niveau, nehmen je nach Fahrstil und Streckenprofil zwischen knapp sieben und etwas über zwölf Liter pro 100 Kilometer. Insgesamt war der Alfa Crosswagon im Testdurchschnitt trotzdem einen halben Liter sparsamer (8,4 Liter; BMW: 8,9 Liter). Für den Sieg im Umweltkapitel reicht es trotzdem nicht, denn nur der X3 ist serienmäßig mit Dieselpartikelfilter ausgerüstet. Wer einen Crosswagon mit Filter wünscht, muss noch bis Mitte des Jahres warten.

Der Preisunterschied der Kontrahenten ist gewaltig. Der Alfa Crosswagon Q4 ist ab 31.700 Euro erhältlich, in der empfehlenswerten Topausstattungslinie Distinctive kommt er auf 33.850 Euro. BMW verlangt für den X3 2.0d „nackt“ bereits 35.200 Euro. Neben allen relevanten Sicherheitsfeatures hat der „Beamer“ zwar ebenfalls Komfortextras wie CD-Radio, elektrische Fensterheber und Leichtmetallfelgen serienmäßig an Bord. Um das Ausstattungsniveau des Alfa zu erreichen, braucht man aber mindestens das 2.450 Euro teure „Comfort Paket“ (u.a. Regensensor, Klimaautomatik, Skisack, Nebelscheinwerfer, Einparkhilfe) und eine Lederausstattung inklusive Sitzheizung für 2.010 Euro. Summa summarum liegt der X3 rund 5.000 Euro über dem Crosswagon.

Fazit

BMW X3 2.0d und Alfa Crosswagon Q4 sind zwei wahre Alleskönner. Sie verbinden Fahrspaß mit Wirtschaftlichkeit, Extravaganz mit Alltagsnutzen und sehen - jeder für sich - verdammt gut aus. Der BMW ist der sportlichere und gleichzeitig praktischere Wagen, wogegen der Alfa mit seinem harmonischeren Antrieb und besseren Komforteigenschaften punktet. Größter Minuspunkt des schönen Italieners ist sein bescheidenes Platzangebot im Fond. Der Bayer leistet sich kaum Schwächen, ist aber auch deutlich teurer.  

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