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Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet Captiva

Vergleichstest: Citroën C-Crosser vs. Chevrolet Captiva

Wer ist SUVeräner?

27.03.2008

Made in France oder Made in USA – diese Herkunftsangaben sind im Autobau nahezu bedeutungslos geworden. Im Zuge der Globalisierung ist ein Chevy kein Amerikaner mehr und ein Citroën nicht automatisch ein Franzose. Beispiel Captiva: Er trägt das Label des US-Autobauers Chevrolet, ist in Wirklichkeit aber ein waschechter Koreaner. Mehr noch: Unter seiner asiatischen Motorhaube schlägt ein italienisches Dieselherz. Ein ähnliches Kultur-Kuddelmuddel beim C-Crosser: Das erste SUV von Citroën ist ein Vollblut-Japaner mit Peugeot-Selbstzünder. Wir haben die zwei Asia-Allradler mit Eurodiesel gegeneinander antreten lassen.

Entsprechend ihrer Herkunft verkörpern weder der Chevrolet noch der Citroën typisches Markendesign. Allein große Embleme in den Fronten suggerieren Pseudo-Identitäten. Mit knapp über 4,60 Meter sind beide Fahrzeuge gleich lang. Doch ist der Captiva jeweils um fünf Zentimeter höher und breiter. Im direkten Vergleich wirkt der C-Crosser zierlicher, fast schon wie ein Kombi. Darüber hinaus strahlt er mit viel Chromzierrat und seiner Lackierung in Türkis urbanen Schick und gehobene Manieren aus. Der Captiva sieht trotz coupéhafter Dachlinie eher wie ein Typ fürs Grobe aus.

Geschmeidiger PSA-Motor

Trotz schicker Hochglanzoptik klingt der C-Crosser zunächst dieseltypisch nach rauer Landmaschine. Doch schon kurz nach der Warmlaufphase überzeugt das moderne PSA-Aggregat mit Kultiviertheit und Spritzigkeit. Abgesehen vom typischen Turbopunch aus dem Drehzahlkeller ist die Leistungsabgabe homogen und füllig. Fast ohne Turboloch hängt der Wagen stets gut am Gas.

Captiva-Antrieb enttäuscht

Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet CaptivaErst ab 2.000 Touren lässt sich dies auch vom Captiva behaupten. Vorher nervt der grobe 150-PS-Vierzylinder mit einem ausgeprägten Turboloch und verzögertem Ansprechverhalten. Zudem ist die Getriebeabstimmung schlecht. Die fünf Gänge des knorpelig schaltenden Getriebes sind zu kurz ausgelegt, es fehlt ein sechster Gang. Bei der Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h liegt das Drehzahlniveau mit 4.500 Touren viel zu hoch. Das hat negative Auswirkungen auf Verbrauch und Verschleiß. Und trotz kurzer Getriebeauslegung dauert der 100-km/h-Sprint 11,5 Sekunden.

Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet CaptivaDeutlich besser abgestimmt ist das Sechsgang-Schaltgetriebe im Citroën. Für einen „Franzosen“ flutscht der Hebel angenehm präzise durch die Gassen. Nur der zweite Gang verlangt gelegentlich etwas Nachdruck. Das Drehzahlniveau ist vergleichsweise niedrig, der Durchzug des 156-PS-Aggregats stets gut. Bei den Fahrleistungen hat der Franko-Japaner die Nase eindeutig vorn: Nach 9,9 Sekunden fällt die 100-km/h-Marke, Top-Speed beträgt 200 km/h.

Unterschiedliche Trinksitten

Obwohl schneller und druckvoller, braucht der C-Crosser weniger Sprit. Bei 140 km/h liegt der Dieselkonsum bei rund acht Litern – egal, ob nun im 2WD- oder 4WD-Modus. Der Captiva mit permanentem Allradantrieb genehmigt sich bei dieser Reisegeschwindigkeit gut zwei Liter mehr. Laut Hersteller konsumiert der C-Crosser 7,2 Liter, während der Captiva 7,6 Liter verbrennt. In der Praxis ist dieser Unterschied allerdings größer.

Ordentlich Platz

Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet CaptivaApropos größer: Platz bieten beide Kontrahenten reichlich. Passagiere sitzen vorne und im Fond bequem. Doch sind die Sitze im C-Crosser besser konturiert und überzeugen mit längerer Beinauflagefläche. Der Langstreckenkomfort im Captiva lässt Wünsche offen. Dafür sind seine Transportkapazitäten höher. Dank der einfach umlegbaren Rücklehnen der hinteren Bank lässt sich der 465-Liter-Kofferraum auf 1.850 Liter erweitern. Auch die Zuladung ist mit 610 Kilo (585 beim C-Crosser) etwas üppiger. Als Besonderheit bietet der Captiva zudem eine separat öffnende Heckscheibe zum einfachen Einladen von Kleinkram.

Sogar sieben Sitze

Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet CaptivaZwar ist die maximale Ladekapazität beim C-Crosser geringer, dafür bietet er das variablere Innenraum-Konzept. Dank der geteilt aufklappbaren Kofferraumöffnung ist die Ladekante besonders niedrig. Der tiefe Kofferraum fasst immerhin 510 Liter. Die Sitze sind hinten umklapp- und sogar wickelbar. Maximal lässt sich das Gepäckabteil so auf immerhin 1.686 Liter erweitern. Der C-Crosser bietet zudem serienmäßig eine dritte Sitzreihe. Diese lässt sich per Schlaufenzug aus dem ebenen Laderaumboden herausklappen. Auf den beiden Notsitzen können allerdings nur Kinder mitreisen. Ähnlich eng geht es auch auf der optional bestellbaren dritten Sitzreihe im Captiva zu.

Rückwärts fahren, vorne gucken

Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet CaptivaWeiter vorne ist der Innenraum des Captiva zwar ordentlich gestaltet, doch sind die Materialien und Verarbeitung nicht so hochwertig wie im C-Crosser. Auch die Haptik lässt im Chevrolet noch Wünsch offen. So ist das serienmäßige Lederlenkrad beim Citroën  besser vernäht. Einfingerkurbeln kann mit dem Ledervolant im Captiva sogar schmerzhaft sein. Stichwort Kurbeln: Neben dem hohen Wendekreis nervt beim Captiva eine schlechte Übersicht. Die gegen Aufpreis verfügbare akustische Einparkhilfe war bei unserem Testwagen nicht an Bord. Das Rangieren gestaltete sich mit dem C-Crosser dank einer zum 2.490 Euro teuren Highend-Navi gehörenden Rückfahrkamera problemlos.

Zu hoch, zu schwer

Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet CaptivaNicht nur beim Rangieren, auch bei schnellen Kurvenfahrten macht der C-Crosser eine bessere Figur. Zwar kommt das Fahrverhalten nicht an den hyperaktiven Charakter eines BMW X3 ran. Dafür erkauft sich der C-Crosser seine durchaus dynamische Auslegung nicht mit übertriebener Härte. Die Physik aushebeln kann diese Fahrwerksauslegung jedoch nicht. Das Leergewicht von gut 1,8 Tonnen und der recht hohe Schwerpunkt sind einfach schlechte Voraussetzungen für sportliches Fahren. Deutlich taumeliger rennt der höher bauende Captiva ums Eck, bietet dafür im Gegenzug eine Portion mehr Komfort. Zur eher gemütlichen Auslegung des Captiva passen auch die um die Mittellage etwas unpräzisere Lenkung und die auf den Fußbefehl etwas träge reagierende Bremse.

Allrad für mehr Traktion

Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet CaptivaIm Citroën kann sich, zumindest auf nasser Fahrbahn, das hohe Drehmoment negativ bemerkbar. Der normal frontgetriebene C-Crosser kämpft auf schlüpfrigem Untergrund oder beim Beschleunigen aus Kurven mit Traktionsproblemen. Dreht man den in der Mittelkonsole untergebrachten Allradknopf auf 4WD, ist dieses Ungemach zu Ende. Der Franzose fährt von da an mit allen Vieren. Eine Wahlmöglichkeit, die der Captiva mit seinem permanenten Allradantrieb nicht bietet.

Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet CaptivaAuf ihre Geländetauglichkeit haben wir die beiden Fahrzeuge nicht getestet. Die zwei SUVs wurden ohnehin für den Asphalteinsatz ausgelegt. Wer will, kann dank Allradtechnik und der leicht erhöhten Bodenfreiheit mit beiden Autos problemlos abseits befestigter Straßen fahren. Doch wer ernste Offroad-Ambitionen hegt, wird mit dem Captiva und dem C-Crosser sehr früh an Grenzen stoßen.

Günstige Captiva-Basis

Die Grenzen vieler Budgets überschreitet der C-Crosser deutlicher. Vergleicht man die Basisversionen, so ist der Captiva Diesel mit 25.090 Euro recht günstig zu haben. Allerdings ist der Chevrolet dann ein reiner Frontantriebler mit magerer Ausstattung. Mindestens 9.000 Euro mehr verlangt Citroën  für den stets mit Allradantrieb erhältlichen C-Crosser in der Ausstattung Tendance. Neben mehr Traktion bekommt man beim Citroën  außerdem eine umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung. Will man den Captiva auf ähnlich hohem Ausstattungsniveau, schmilzt der preisliche Abstand dahin. Mit Allradantrieb in der Version LT kostet der Captiva Diesel als Siebensitzer bereits 33.290 Euro. Für nur 660 Euro mehr bekommt man einen etwa gleich ausgestatteten C-Crosser.

Fazit

Mit dem Chevrolet Captiva und dem Citroën C-Crosser bekommt man jeweils große Allradler mit starken Dieselmotoren. Beide Fahrzeuge haben eine Menge Platz und sogar sieben Sitze. Soweit die Gemeinsamkeiten. Doch mit seinem besseren Antrieb fährt der Citroën dem Captiva eindeutig davon. Der feine PSA-Diesel bietet bessere Fahrleistungen bei weniger Verbrauch. Auch bei der Verarbeitungsqualität, dem Innenraumkonzept und dem Fahrverhalten bewegt sich der C-Crosser auf höheren Niveau. Die Stärken des Captiva sind ein günstiger Einstiegspreis, ein komfortabel ausgelegtes Fahrwerk und die hohe Zuladung. Galerie: Vergleichstest Citroën C-Crosser vs. Chevrolet Captiva

 
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