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Galerie: Vergleichstest Fiat 500 L vs. Renault Clio Grantour

Vergleichstest: Fiat 500 L vs. Renault Clio Grantour

Platzfrage

07.08.2013

Kombi oder Mini-Van? Während die einen auf den klassischen Vertreter mit geräumigem Heck setzen, kommen die neuen, aufgeblasenen Raumwunder immer mehr in Mode. Wir haben uns die beiden Konzept-Stellvertreter Renault Clio Grandtour und Fiat 500 L näher angesehen.

Sowohl der Kombi als auch der Mini-Van stellen geräumige Varianten ihrer jeweiligen Kleinwagen-Basis dar; beim Grandtour ist es der namensgebende Clio, beim 500 L dagegen nicht der Cinquecento, sondern der Panda. Der Italiener baut deutlich höher als der Franzose, ist mit 4,15 Metern Länge aber zwölf Zentimeter kürzer als der Renault. Beim Radstand ist die Rangfolge dagegen andersherum, mit 2,62 Metern bietet der Fiat sogar zwei Zentimeter mehr.

Das allein ist sicher nicht ausschlaggebend, sorgt aber zusammen mit dem hohen Aufbau für ein deutlich luftigeres Raumgefühl auf allen Plätzen; auch der Fond des Fiats ist deutlich geräumiger als beim Renault. Ein Eindruck, der auch durch die bessere Kopffreiheit im 500 L unterstrichen wird. Außerdem profitiert man beim Mini-Van von einer etwas erhöhten Sitzposition, die nicht nur den Einstieg erleichtert, sondern auch der Rundumsicht zuträglich ist.

Mehr Platz im Mini-Van

Galerie: Vergleichstest Fiat 500 L vs. Renault Clio GrantourNeben dem Platzangebot-Punkt für die Passagiere schnappt sich der Fiat auch die Gepäckraum-Wertung. Mit 1.480 Litern Stauraum - bei umgeklappter Rückbank – gehen in den Mini-Van ganze 100 Liter mehr als in den Kombi rein. Bei aufgestellter Rückbank fasst der Franzose 443 Liter, beim Italiener sind es 412 bis 455 Liter; hier ist nämlich die Rückbank verschiebbar und den jeweiligen Bedürfnissen anpassbar.

Für den Clio sprechen die um sieben Zentimeter tiefere Ladekante (61 Zentimeter) und sein komplett ebener Ladeboden; beim Fiat entsteht durchs Umklappen eine nicht unerhebliche Stufe, die sich allerdings „beseitigen“ lässt, wenn man den Ladeboden eine Etage höher einbaut oder die Sitze auch noch zusätzlich nach vorne wickelt.

Galerie: Vergleichstest Fiat 500 L vs. Renault Clio GrantourAußerdem erleichtern die um 15 Zentimeter höhere Kofferraumöffnung und die weiter aufschwingende Heckklappe (1,90 statt 1,80 Meter) das Beladen, was dem 500 L am Ende auch diesen Punkt beschert. Wer öfters längere Gegenstände transportieren will, dürfte sich außerdem freuen, dass beim Fiat der Beifahrersitz schon in der Basis umklappbar ist; beim Clio gibt es dieses Extra erst in höheren Ausstattungslinien.

Dynamischer Kombi

Galerie: Vergleichstest Fiat 500 L vs. Renault Clio GrantourIn Sachen Praktikabilität muss sich der klassische Kombi dem Mini-Van also geschlagen geben. Doch hat auch er ein gewichtiges Pfund, mit dem er wuchern kann: Seine niedrigere Höhe und sein tieferer Schwerpunkt verhelfen ihm zu deutlich mehr Dynamik. Wer Kind, Kegel und Gepäck nicht nur komfortabel, sondern auch noch einigermaßen sportlich ans Ziel bringen will, sollte zum Clio Grandtour greifen. Sein konstruktionsbedingter Vorteil, gepaart mit der strafferen Fahrwerksabstimmung und direkteren Lenkung, sorgt für deutlich mehr Spaß in Kurven, die der Fiat 500 L mit deutlich stärkerer Seitenneigung durcheilt.

Galerie: Vergleichstest Fiat 500 L vs. Renault Clio GrantourAußerdem ist bei Renault etwas mehr Leistung zu holen: Die Palette der Benziner reicht vom 74 PS starken Einstiegs-Aggregat über ein 90-PS-Triebwerk bis hin zum Turbo mit 120 PS; Fiat bietet maximal 105 PS in seinem ebenfalls turbogeladenen, rau laufenden Zweizylinder. Darunter rangiert ein 1.4er-Sauger mit 95 Pferdestärken.

Dieselseitig hat dagegen der Franzose das Nachsehen: Stehen hier entweder 75 oder 90 PS zur Wahl, können sich Fiat-Kunden zwischen 85- und 105-Selbstzünder-PS entscheiden. Außerdem gibt es den 500 L mit Zweizylinder-Otto auch noch in einer bivalenten Erdgas-Variante, die rund 1.000 Kilometer Reichweite bietet.

Günstiger und mehr Ausstattung

Galerie: Vergleichstest Fiat 500 L vs. Renault Clio GrantourFür viele Käufer entscheidender als die Leistung dürfte allerdings der Preis sein: Hier greift ebenfalls der Renault nach dem Wertungspunkt. Er ist mit dem 74 PS starken Basis-Benziner ab 12.800 Euro zu haben, während für den Fiat mindestens 15.950 Euro hingelegt werden. Dann bekommt man zwar den 95-PS-Basisbenziner, doch selbst das vergleichbare Clio-Aggregat ist mit 14.400 Euro – in der spritsparenden Eco-Drive-Version – noch günstiger.

Und: Beim Renault ist die bessere Ausstattung an Bord. Schon im günstigsten Tarif sind neben den elektrischen Fensterhebern vorn, einem höhenverstellbaren Fahrersitz sowie einem längs- und höhenverstellbaren Lenkrad, ESP und Zentralverriegelung mit Fernbedienung (alles auch beim Fiat Serie) noch LED-Tagfahrlicht und ein Tempomat in der Serienausstattung inkludiert.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Zwei zu zwei nach Punkten geht das Duell der beiden geräumigen Kleinwagen unentschieden aus. Wer es rein auf die Praktikabilität absieht, sollte zum Fiat greifen. Der 500 L bietet den größeren und leichter zu beladenden Kofferraum und hat immer eine umklappbare Beifahrersitzlehne an Bord. Außerdem finden auch die Passagiere im kleineren Fiat das großzügigere Raumangebot vor und sitzen etwas höher.

Geht es dagegen um Fahrspaß und –dynamik, ist die erste Wahl der Clio. Nicht nur das Renault das potentere Top-Triebwerk vorhält, der Grandtour wartet auch mit der besseren Straßenlage und sportlicheren Abstimmung auf. Andererseits ist er – dank schwächerem Basismotor – deutlich günstiger zu haben als der Fiat; selbst bei gleicher Leistung liegt er noch geringfügig unter dem Italiener und bietet dabei noch die umfangreichere Ausstattung.
 
 

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