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Galerie: Vergleichstest Fiat Linea vs. Suzuki SX4 Limousine

Vergleichstest: Fiat Linea vs. Suzuki SX4 Limousine

Heckansichten

09.07.2008

Hierzulande sind sie eine Marginalie. Nur einige Unentwegte interessieren sich für diese lebenden Fossilien. Neben Panamahut-Pensionären aus Pankow gehören dazu Testfahrer auf der Suche nach Nischenthemen. Mit Suzuki SX4 Limousine und Fiat Linea haben wir zwei der letzten Stufenheck-Kleinwagen mit Benzinmotoren antreten lassen.

Eigentlich möchte man bei diesem Vergleich zwei Autos erwarten, die ähnlich farblos wie eine 9-Live-Sendung sind. Doch der Linea überrascht: Statt dröger Old-School-Optik zeigt der Italiener Gesicht und könnte so manchen Stufenheck-Hasser nachdenklich stimmen. Anders als auf Fotos präsentiert sich hier ein fescher Italo-Beau. Der große Kühlergrill, moderne Frontleuchten, Chromakzente, schicke 17-Zoll-Alus und Metallic-Lack sorgen für einen glänzenden Auftritt. Elegant ist auch seine gestreckte, coupéhafte Silhouette. Und angesichts von 4,56 Meter Länge mag man kaum noch von einem Kleinwagen sprechen.

Vom SUV gezeichnet

Galerie: Vergleichstest Fiat Linea vs. Suzuki SX4 LimousineIm Vergleich dazu ist der SX4 eine eher graue Erscheinung. Dabei haben beide Probanden eine ähnliche Silhouette. Dennoch fällt der Suzuki deutlich ab. Seine 15-Zoll-Alus wirken in den Radhäusern verloren, ihm fehlt zudem reizvoller Außenschmuck. Die Seitenschweller und die sportlich gezeichnete Frontschürze wirken billig. Schließlich ist die Limousine ein Derivat des SUV-artigen Kompaktmodells SX4. Die Fahrgastzelle baut entsprechend hoch, der Kofferraum wirkt irgendwie drangehängt, das Fahrzeug etwas unförmig.

Sein Hochbau bietet dafür einen gewichtigen Vorteil: Der Einstieg in den Suzuki ist sehr bequem. Selbst der eingangs erwähnte Pensionär dürfte den Innenraum beschwerdefrei entern können und seinen Hut auch während der Fahrt tragen. Auf dem SX4-Gestühl sitzt es sich bequem. Der Überblick ist gut, die Außenspiegel riesig. Dafür behindert die mächtige A-Säule trotz beziehungsweise wegen des kleinen Dreiecksfensters den Blick nach vorn. Das Platzangebot für die Fondpassagiere und der 515 Liter fassende Kofferraum sind üppig.

Nüchtern aber gut

Galerie: Vergleichstest Fiat Linea vs. Suzuki SX4 LimousinePraktisch ist das serienmäßig schlüssellose Zugangs- und Startsystem des SX4. Den Motor startet man allerdings weiterhin über einen Drehmechanismus, dort wo sich sonst ein Lenkradschloss befindet. Doch statt eines Zündschlüssels gibt es einen Signalgeber, den man die ganze Zeit in der Hosentasche lassen kann. Trotz moderner Funktechnik: Das Ambiente im Suzuki ist schlicht, funktionell, die Bedienung entsprechend einfach. Seine Hartplastiklandschaft ist weitgehend in Schwarz, Applikationen in Chrom- und Aluoptik sorgen für einen Hauch Eleganz. Auch wenn hier alles eher nüchtern wirkt: Die Ausstattung ist bereits serienmäßig sehr umfangreich.

Noch umfangreicher ist die Ausstattung des Linea. Fiat bietet zwar eine günstige Basis für unter 14.000 Euro. Die lässt sich gegen Aufpreis auf das Niveau des Suzuki aufrüsten. In der von uns getesteten Top-Version gibt sich der Linea bemerkenswert wohnlich und im Vergleich zum Suzuki wurde er dank einer abwechslungsreichen Farb- und Materialwahl deutlich edler gestaltet. Lediglich einige Plastikteile wirken billig.

Stylish und praktisch

Galerie: Vergleichstest Fiat Linea vs. Suzuki SX4 LimousineObwohl der Linea den SX4 um zehn Zentimeter in der Länge überragt, ist das Platzangebot des Fiat nicht ganz so großzügig und auch der Kofferraum mit 500 Litern geringfügig kleiner als beim Suzuki. Dennoch kommt hier keine Enge auf und obwohl durchgestylt, ist der Arbeitsplatz sehr funktional und übersichtlich gestaltet. Klasse ist die für die Top-Ausstattung serienmäßige Bluetooth-Freisprechanlage Blue&Me. Etwas ungünstig ist die Position des Schalthebels und der weiß unterlegte Tacho ist schlecht ablesbar. Richtig nervig wird bei Nachtfahrten eine kleine rote LED in der Fahrertür, das dann viel zu hell leuchtet.

Klein aber oho

Viel Licht und wenig Schatten ist auch beim Antrieb des Linea angesagt. Der kleine 1,4-Liter-Vierzylinder stellt respektable 120 PS zur Verfügung. Von unten raus ist der sehr laufruhige Motor noch träge, doch mit dem Einsetzen des Turbos ist ordentlicher Durchzug angesagt. Den 1,3-Tonner drückt die kleine Maschine in respektablen 9,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 195 km/h.

Galerie: Vergleichstest Fiat Linea vs. Suzuki SX4 LimousineNicht ganz so spritzig ist der Suzuki unterwegs. Sein drehfreudiger 1,6-Liter-Vierzylinder ist mit 107 PS grundsätzlich etwas schwächer auf der Brust. Die nur 145 Newtonmeter Drehmoment liegen erst bei 5.600 Touren an. Entsprechend hohe Drehzahlen und Motorlärm sind angesagt, will man den 1,2 Tonnen leichten Viertürer flott bewegen. In 10,7 Sekunden schafft der SX4 den Standardsprint, der Vortrieb endet bei 180 km/h.

Der Verbrauch beider Probanden wird mit jeweils 6,7 Litern Benzin angegeben. In der Praxis fuhren wir den schwächeren Suzuki mit etwa acht Litern. Der agilere Fiat war nur etwas durstiger.

Unschöne Härte

Galerie: Vergleichstest Fiat Linea vs. Suzuki SX4 LimousineIst man mit dem Linea flott unterwegs, zeigen sich Fahrwerksschwächen. So satt wie eine große Limousine liegt der Wagen nicht auf der Straße, eher wie ein Kleinwagen. Kein Wunder, baut der Italiener doch auf den Grande Punto auf. Zudem neigt der Wagen wohl auch dank seiner großen 17-Zoll-Felgen und den Niederquerschnittsreifen bei schneller Autobahnfahrt zum Hoppeln. Auch sein Komfortniveau lässt noch Wünsche offen. Zudem wirkt die synthetische Lenkung recht unpräzise. In schnell gefahrenen Kurven tänzelt der Wagen.

Ausgeglichener ist das Fahrwerk des Suzuki. Hier kann der Unterbau mit gutem Komfort überzeugen, allerdings mit Abstrichen in Hinblick auf dynamische Talente. So geht der Aufbau mit ordentlicher Seitenneigung durch Kurven. Dabei bleibt der gutmütig untersteuernde Fronttriebler berechenbar und wird in brenzligen Situationen vom ESP eingebremst. Sein einfaches, unproblematisches Fahrverhalten wirkt für seine Klasse angemessener als die des Fiat.

Günstiges Komplettpaket

Galerie: Vergleichstest Fiat Linea vs. Suzuki SX4 LimousineDie Linea-Baureihe startet schon bei 13.700 Euro mit 77-PS-Benziner. Den von uns getesteten T-Jet gibt es erst in Kombination mit der höherwertigen Ausstattung Dynamic für mindestens 17.040 Euro. Unser Test-Linea trat sogar in der 18.640 Euro teuren Top-Ausstattung Emotion an und kostete mit den Zusatzoptionen Metallic-Lack, Tempomat und großen Alurädern fast 20.000 Euro.

Die Preisgestaltung beim Suzuki ist wesentlich transparenter: Es gibt nur einen Motor, eine Ausstattung und eine Option. Zusammen mit dem 400 Euro teuren Metallic-Lack werden maximal 17.300 Euro fällig. Der Suzuki ist dann aber bereits ähnlich gut wie die Top-Version des Fiat ausgestattet. Der Preisvorteil des SX-4 beträgt rund 2.000 Euro.

Fazit

Design gehört bekanntermaßen zu den Stärken der Italiener. Auch beim Thema Stufenheck-Kleinwagen demonstriert Fiat sein Können. Der Linea wirkt erfrischend und schön – außen wie innen. Optisch hat der Suzuki dem Fiat nichts entgegenzusetzen. Auch beim Antrieb fährt der SX4 dem turbogeladenen Italiener etwas hinterher. Dafür kann der Suzuki mit höherer Alltagstauglichkeit punkten. Er bietet mehr Platz, ist übersichtlicher, komfortabler und unproblematischer zu fahren. Und dann ist der Suzuki auch noch ausstattungsbereinigt das günstigere Angebot.

Galerie: Vergleichstest Fiat Linea vs. Suzuki SX4 Limousine

 
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