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Galerie: Vergleichstest Kia Pro Ceed 1.6 CRDi vs. VW Golf 1.6 TDI

Vergleichstest: Kia Pro Ceed 1.6 CRDi vs. VW Golf 1.6 TDI

Es muss nicht immer Golf sein

06.10.2011

Preise jenseits der 20.000 Euro sind in der Kompaktklasse heutzutage keine Seltenheit mehr. Die Tarifspannen sind trotzdem groß und zwischen den einzelnen Marken gibt es deutliche Unterschiede. Wir haben uns bei Volkswagen und Kia umgesehen – und verglichen.

Galerie: Vergleichstest Kia Pro Ceed 1.6 CRDi vs. VW Golf 1.6 TDIDie Differenz hört sich nach nicht viel an, gerade mal 700 Euro liegen zwischen dem VW und dem, wohlgemerkt teureren, Kia. Doch bei genauerem Hinsehen wendet sich das Blatt. Bei Volkswagen bekommt man für 21.125 Euro einen Golf 1.6 TDI mit 105 PS in der Basisausstattung Trendline. Und bei Kia? Für 21.835 Euro bieten die Koreaner den Pro Ceed an, ebenfalls mit einem 1,6 Liter großen Dieselmotor, der allerdings 128 PS leistet. Und der Kia bringt die bessere Spirit-Ausstattung mit.

Das heißt im Detail, dass der der Pro Ceed statt 15-Zoll-Stahlrädern schicke 16er-Alus trägt, nicht nur der Fahrer-, sondern auch der Beifahrersitz höhenverstellbar ist und die Außenspiegel zusätzlich zur Verstellmöglichkeit auch noch elektrisch angeklappt werden können. Außerdem sind ein CD-Radio mit USB- und iPod-Schnittstelle sowie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung ebenso an Bord, wie der Lichtsensor und der Tempomat. Bei VW zahlt man dafür noch mal über 2.000 Euro.

Gute Qualität

Galerie: Vergleichstest Kia Pro Ceed 1.6 CRDi vs. VW Golf 1.6 TDIUnd: Der Kia braucht sich nicht hinter dem Volkswagen verstecken. Zwar kann der Pro Ceed vielleicht nicht vollends an die sprichwörtliche VW-Qualität heranreichen, doch bieten Materialauswahl und Verarbeitung keinen Anlass zur Kritik. Und sowohl die Platzverhältnisse als auch das Gestühl sind im 4,25 Meter langen Kia keinesfalls schlechter, als im Golf – langen Strecken steht also nichts im Weg. Nur beim Kofferraumvolumen punktet der VW knapp, er schluckt maximal 1.305 Liter, in den Kia gehen nur 1.210 Liter – und seine Ladekante ist höher.

Galerie: Vergleichstest Kia Pro Ceed 1.6 CRDi vs. VW Golf 1.6 TDIGeschlagen geben muss sich der Pro Ceed dem Golf auch in Sachen Übersichtlichkeit. Zwar sieht seine Karosserie zweifelsohne sportlicher aus, als die des Golfs, doch blickt es sich durch die schmale Heckscheibe und die breiten C-Säulen nur schwerlich nach hinten. Parksensoren sollten nicht auf dem Bestellzettel fehlen, müssen allerdings, wie auch beim Golf, extra bezahlt werden.

Mehr Leistung

Galerie: Vergleichstest Kia Pro Ceed 1.6 CRDi vs. VW Golf 1.6 TDIDafür fährt der Kia, geht es um die Fahrleistungen, dem Golf im wahrsten Sinne des Wortes davon. Kein Wunder, hat sein Vier-Zylinder-Diesel doch 23 PS mehr, die in dieser Leistungsstufe durchaus zum Tragen kommen. Hinzu kommt ein geringfügig, um zehn Zähler, höheres Drehmoment von 260 Newtonmetern, was dem Koreaner zusätzlich etwas mehr Schwung verleiht.

Und auch wenn der Kia auf dem Papier dem Golf nur 0,3 Sekunden beim Standardsprint abnehmen kann (11,0 bis Tempo 100), so fühlt sich der Pro Ceed doch spritziger und flinker an, als der Golf. Das mag auch an dem feiner abgestimmten Sechs-Gang-Getriebe liegen; im Golf stehen nur fünf Übersetzungsstufen zur Wahl. Außerdem läuft er mit 197 km/h fast zehn Kilometer pro Stunde mehr, als der VW.

Flott ums Eck

Galerie: Vergleichstest Kia Pro Ceed 1.6 CRDi vs. VW Golf 1.6 TDIApropos Abstimmung: Gegenüber dem Golf ist das Kia-Fahrwerk spürbar straffer abgestimmt und passt damit nicht nur gut zum sportlichen Auftritt des Koreaners, sondern befähigt ihn, in Kombination mit der direkten Lenkung auch zu flotten Kurvengeschwindigkeiten. Die schafft allerdings auch der VW Golf, und das trotz eines etwas komfortableren Fahrwerks-Setup, dass Querfugen und grobe Schnitzer etwas besser verdaut.

Apropos verdauen: Beide Kompaktklässler konsumieren übrigens auch gleich viel Sprit, nämlich 4,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Für beide Modelle gibt es eine Stopp-Start-Automatik, die bei Kia 300 Euro Aufpreis kostet, bei VW 400 Euro, dort allerdings mit dem Bluemotion-Technology-Paket unter anderem auch rollwiderstandsoptimierte Reifen mitbringt.

Keine Einsparung trotz Stopp-Start

Galerie: Vergleichstest Kia Pro Ceed 1.6 CRDi vs. VW Golf 1.6 TDIDas erstaunliche: Während bei VW sich die Investition in die Stopp-Start-Automatik in einer Reduktion des Normverbrauchs auf 4,1 Liter niederschlägt, bleibt beim Kia der Wert unverändert bei viereinhalb Litern. Zwar zeigt sich hier auch eine Einsparung im Stadtverkehr, doch braucht der Ceed mit Stopp-Start dafür auf der Autobahn, wohl wegen des Mehrgewichts, etwas mehr Sprit, was in der Summe zum gleichbleibenden Normverbrauch führt.

Unsere beiden Kandidaten haben übrigens nicht nur auf dem Papier gleich viel verbraucht, sondern auch in der Praxis; allerdings hier wie da zwei Liter mehr als angegeben, also 6,5 Liter auf 100 Kilometer. Zugegeben, bei zügiger Fahrt und mit hohem Stadtanteil. Dass unser Ceed-Testwagen mit der optionalen Motor-aus-Technik ausgerüstet war, hat ihm also tatsächlich keinen Vorteil eingefahren.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Kia Pro Ceed   VW Golf
Motor / Ausstattung   1.6 CRDi / Spirit   1.6 TDI
Motor        
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   1.585 / R4-Turbo   1.598 / R4-Turbo
Leistung (kW (PS) / U/min)   94 (128) / 4.000   77 (105) / 4.400
Drehmoment (Nm / U/min)   260 / 1.900 - 2.750   250 / 1.500 - 2.500
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   6-Gang-Schaltgetriebe   5-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.250 / 1.790 / 1.450   4.199 / 1.786 / 1.532
Radstand (mm)   2.650   2.578
Wendekreis (m)   k. A.   10,9
Leergewicht  (kg)   1.358   1.314
Kofferraum (Liter)   340 - 1.210   350 - 1.305
Serienbereifung   205/55 R 16   195/65 R 15
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   4,5   4,5
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   119 / Euro 5   119 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   6,5   6,5
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11   11,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   197   189
Preise        
ab (Euro)   21.835,00   21.125,00
Ausgewählte Extras (Euro)   Klimaautomatik (750), Schiebedach (550), Stopp-Start (300), Metallic-Lack (490), Navigationssystem (1.555)   Tempomat (205), Parksensoren (545), Klimaautomatik (360), Metallic-Lack (520), CD-Radio (490), Navigationssystem (2.715)
 
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Fazit

Michael Gebhardt

Nein, es muss nicht immer ein Volkswagen sein. Rechnet man die Mehrausstattung des Kia gegen den geringeren Preis des Golfs, bleibt immerhin eine Differenz von rund 1.300 Euro. Hinzu kommt außerdem, dass der Kia noch einige PS und einen Gang mehr hat, was ihn spürbar flotter macht. Und das Kia eine branchenweit einmalige, siebenjährige Grantie bietet, spricht auch für den Ceed. Zumal man mit dem Koreaner keinen Deut schlechter unterwegs ist, als mit dem Golf. Umsteigen lohnt sich also.
 
 

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