Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Vergleichstest Nissan Juke vs. Kia Soul

Vergleichstest: Nissan Juke vs. Kia Soul

Gaga-Mobile

07.04.2011

Spätestens seit BMWs Mini gehört eine stylische Außenoptik bei Kleinwagen zum guten Ton. Wenn darüber hinaus noch SUV-artig angehaucht und mit attraktiven Ausstattungsdetails gesegnet, liegt man voll im Trend. Zwei, die diesen Nerv der Zeit sowohl treffen als auch definieren sind Nissan Juke und Kia Soul. Ein Vergleich der Dieselversionen.  

Kaum zehn Jahre ist es her, da waren Autos aus Korea charakterlose, dröge Billigheimer. Doch längst sind auch Kia und Co in die Premium-Riege aufgestiegen und trumpfen mit weitgehend ansehnlichen, progressiven Blechkleidern auf. Heutzutage kann man sich einen Kia vor die eigene Hauseinfahrt stellen, ohne sich dafür schämen zu müssen.

Der aufstrebenden Korea-Konkurrenz versuchen die Japaner mit noch dramatischeren Entwürfen Paroli zu bieten. So wie mit dem Juke. War der Kia Soul, der Anfang 2009 in Deutschland antrat, damals noch eine optisch aufregende Neuerscheinung, wirkt er neben dem feiner gezeichneten und gewagter proportionierten Juke schon wieder langweilig, bieder, plump.

Eigenwilliger Anmacher

Galerie: Vergleichstest Nissan Juke vs. Kia SoulOptisch – hier sind sich in unserer Redaktion alle einig – kann der Juke deutlich mehr beeindrucken. Seine aufgebläht runden Radhäuser, das kraftvoll-coupéartige Heck, die versteckten Griffe der Fondtüren, die vom 370Z inspirierten Bumerang-Heckleuchten, oder die Murano-artige Front – im Vergleich zum Soul ist die wilde Zitatensammlung Juke ein hinreißend schicker Aufsehen-Erreger. Allerdings wirkt das Kleinwagen-SUV aus manchem Winkel auch etwas eigenwillig. An dieser Stelle nochmal Glückwunsch an Nissans Design Direktor Atsushi Maeda zu derart viel Mut.

Auch innen setzt sich unser Test-Juke vom Einerlei in wohltuender Weise ab. Die in Wagenfarbe lackierte Applikation auf der organisch gerundeten Mittelkonsole und auffällige Chromakzente sorgen für etwas Edel-Anmutung, obwohl im sportlich gestalteten Innenraum durchweg nur Hartplastik zum Einsatz kommt. Unter anderem die halbwegs bequemen Ledersitze, das Multifunktions-Farbdisplay in der Mittelkonsole und das Display des Navi-Entertainment-Systems vermitteln ein gewisses Premium-Flair. Unschön allerdings: Anders als beim Soul, lässt sich am recht eng geschnittenen Juke-Arbeitsplatz das Lenkrad nicht in der Länge verstellen.

Soul mit Platz, aber ohne Seele

Galerie: Vergleichstest Nissan Juke vs. Kia SoulDafür fehlt dem eher nüchterneren Soul-Interieur eine besondere Seele, kann die etwas konventionellere Hartplastik-Landschaft lediglich hinsichtlich ihrer tadellosen Funktionalität mehr überzeugen. Wobei: Optional kann man auch den Soul mit Farbakzenten innen aufpeppen. Darüber hinaus sorgt eine Art Ambiente-Lichtorgel um die großen Seitentür-Lautsprecher für ein besonders buntes Farbenspektakel. Irgendwie beschleicht einen dabei aber das Gefühl, dass Kia mit diesem Bumm-Bumm-Lichtspiel spätpubertäre Vorstadttypen ködern will, die ihre Wochenenden zwischen Disko und Abhäng-Tankstelle verbringen.

Galerie: Vergleichstest Nissan Juke vs. Kia SoulDa mag es fast verwundern, dass der Soul vor allem beim Praxis-Kapitel punkten kann. Er hat großzügigere Türöffnungen, bietet den Insassen in alle Richtungen mehr Platz, hat einen größeren und besser nutzbaren Kofferraum. Sein normal 340 Liter großes Gepäckabteil lässt sich auf 1.258 Liter erweitern. Bei dem vor allem im Fond sehr eng geschnittenen Juke (ein Tribut an das Design) ist für Gepäck zu wenig Raum vorhanden. 250 bis 830 Liter lauten hier die ernüchternden Werte.

Zudem kann der Soul bei der Rundumsicht dank seiner größeren Fenster einen besseren Überblick bieten, wobei hier wie beim Juke absonderlich breite C-Säulen nerven. Den Überblick nach hinten kann man sich beim Juke mittels der Rückfahrkamera (ab Ausstattung Tekna Serie) verschaffen. Beim Soul gibt es ab der mittleren Ausstattung Vision serienmäßig Parkpiepser und optional für 480 Euro ebenfalls eine Rückfahrkamera, deren Bild im dann autochromatischen Innenspiegel zu sehen ist.

Harte Performer

Beim Fahrwerk legen beide Probanden übertrieben viel Härte an den Tag. In beiden Fällen wurde der Unterbau auf temporeiche Kurvengaudi hin optimiert. Doch vor allem der etwas zackigere Soul geriert sich als unfeiner Asphalt-Hoppel, schüttelt die Insassen auf jedem Geläuf zu sehr durch. Trotz seiner größeren Räder rollt der Juke etwas geschmeidiger, muss aber ebenfalls noch als zu hart getadelt werden.

Den flotten Kurvenstrich meistern beide mit geringer Wankneigung und spät einsetzender Untersteuerungstendenz, animieren durchaus zu spaßbetonter Fahrweise, die man im Alltag allerdings kaum braucht. Während beim Soul die recht stark verhärtende Lenkung ein spontanes Einlenken erschwert, bringen beim Juke die Antriebsräder beim Herausbeschleunigen etwas mehr Unruhe ins teigigere Volant.

Kleine Diesel

Galerie: Vergleichstest Nissan Juke vs. Kia SoulTrotz ihrer dynamisch orientierten Fahrwerksauslegung sind beide Testkandidaten mit nur mäßig starken Dieselmotoren angetreten. Der etwas kultiviertere 1,5-Liter-Selbstzünder im Nissan wuchtet den 1,3-Tonner mit 110 PS und 240 Newtonmeter in 11,2 Sekunden auf Tempo 100, maximal sind 175 km/h möglich. Trotz des etwa gleichen Gewichts ist der Kia mit einem immerhin um 16 PS und 20 Newtonmeter stärkeren 1,6er-Diesel um eine Zehntel langsamer beim Sprint, schafft dafür allerdings bei der Endgeschwindigkeit zehn km/h mehr.

Galerie: Vergleichstest Nissan Juke vs. Kia SoulBeide Motoren sind ausreichend flott, bieten dank des gehobenen Drehmoment-Niveaus immerhin bei Zwischensprints auf der Autobahn ordentlichen Durchzug. Was beim Soul flotte Autobahnfahrten allerdings etwas verleidet, ist sein sehr hohes Windgeräusch-Niveau. Hier gibt sich der Juke entspannter, obwohl auch er keine Oase der Stille ist.

Während beim Soul ein Fünf-Gang-Getriebe zum Einsatz kommt, verfügt der Juke über eine sechste Fahrstufe. Vermutlich ist hier ein Grund für den geringeren Spritverbrauch zu sehen. Laut Herstellerangabe ist der Juke mit 5,1 Litern zwar nur um ein Zehntelliter genügsamer. Bei unseren Testtouren, zumeist flotte Autobahnfahrten, wuchs dieser Unterschied allerdings. Während beim Juke im Schnitt 7,9 Liter daraus wurden, genehmigte sich der Soul 8,4 Liter.

Keine Schnäppchen

Galerie: Vergleichstest Nissan Juke vs. Kia SoulWas man beim Juke an Sprit sparen kann, muss man beim Kaufpreis der Basisversion dafür mehr investieren. Während man den Kia 1.6 CRDi in der Einstiegsversion Attract schon für 17.675 Euro bekommt, verlangt Nissan für den entsprechenden Juke 1.5 dCi über 1.100 Euro mehr, wobei die Unterschiede in den Ausstattungen nur marginal sind. Beide Basisvarianten verfügen dabei über eine zeitgemäße, nahezu lückenlose Sicherheits-, aber über eine nur mäßig umfangreiche Komfortausstattung.

In beiden Fällen stehen jeweils drei Ausstattungsniveaus zur Wahl. In den jeweiligen Top-Versionen bleibt die Preisdifferenz in etwa erhalten, doch bietet der in der Version Tekna 21.800 Euro teure Juke 1.5 dCi eine etwas attraktivere Gesamtausstattung und schmilzt der Preisvorsprung des 20.700 Euro teuren Soul in der höchsten Ausstattung Spirit dahin. So bietet der Juke Tekna als besondere Schmankerl ein einfaches aber gut funktionierendes Navisystem samt Rückfahrkamera, ein schlüsselloses Zugangs- und Start-System und einen Tempomat. Geschwindigkeitsregler, Intelligent Key und Navi sind für den Soul grundsätzlich nicht ab Werk bestellbar.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Nissan Juke   Kia Soul
    1.5 dCi Tekna   1.6 CRDi Vision
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.461 / R4   1.582 / R4
Leistung (kW / PS)   81 / 110   94 / 128
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   240 / 1.750   260 / 1.900 - 2.750
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles Sechs-Gang-Getriebe   manuelles Fünf-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.135 / 1.765 / 1.565   4.105 / 1.785 / 1.610
Radstand (mm)   2.530   2.550
Wendekreis (m)   10,7   10,5
Leergewicht (kg)   1.320   1.345
Kofferraum (Liter)   251 - 830   340 - 1.258
Bereifung Testwagen   215/55 R 17   205/55 R 16
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,1   5,2
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   134 / Euro 5   137 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   7,9   8,4
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   11,2   11,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   175   182
Preise        
ab (Euro)   21.790,00   19.415,00
Empfohlene Extras   Metallic-Lack für 480 Euro   Elektrisches Glasschiebedach für 480 Euro
 
Vergrößern
Verkleinern
 

Fazit

Ginge es allein um Ausstrahlung und schickes Innenraum-Ambiente – der Juke hätte die Nase in diesem Vergleich weit vorne. Doch der schönen Linie sind wichtige Praxis-Eigenschaften zum Opfer gefallen. Beim Kapitel Raumökonomie gerät der Juke wiederum weit ins Hintertreffen. Doch letztlich überzeugt der schicke Nissan mit seinen insgesamt besseren Fahreigenschaften, dem sparsameren Diesel und einigen Ausstattungs-Schmankerln, ohne dabei wirklich mehr zu kosten. Das reicht dann doch für den knappen Sieg in diesem Vergleich.

 
4
89

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

AutoWelten

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.