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Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu Sirion

Vergleichstest: Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu Sirion

Nur Kleinkram

09.01.2008

Kleinwagen – sie sind wendig, preisgünstig und praktisch. Aber machen sie auch Spaß? Zudem tragen sie noch immer einen Hauch von Knauserigkeit und Verzicht in sich. Wir haben drei noch recht junge Vertreter dieses Genres auserwählt, um zu prüfen, ob an diesen Vorurteilen überhaupt noch irgendwas dran ist. Mit dabei: Der Daihatsu Sirion 1.5S, der Opel Corsa 1.4 Twinport und der Skoda Fabia 1.6 16V.

Ja, ich höre sie schon jammern: „Wie kann man denn einen Daihatsu Sirion mit einem Opel Corsa und einem Skoda Fabia vergleichen! Das passt doch weder vom Preis, noch vom Image und nicht einmal von den Abmessungen“.

Wir können. Und das sogar mit gutem Gewissen. Fangen wir beim Preis an. Tatsächlich, die sind unterschiedlich, aber wohl doch näher, als so mancher vermutet. Bei 15.440 Euro beginnt der günstigste Skoda („Ambiente“) mit 105 PS starkem Sechzehnhunderter Benziner. Der Opel, gerade zum meistverkauften Kleinwagen 2007 gekürt, startet als „Edition“ mit seinem 90-PS-1,4-Liter-Motor bei 15.500 Euro. Den gerade facegelifteten Sirion von Daihatsu, gibt es als 1.5S mit 103 PS ab 14.000 Euro. Somit kosten die Europäer bei ähnlich guter Ausstattung rund 1.500 Euro mehr als der Asiate.

Alles was lieb und teuer ist

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionBei der Serienausstattung vermisst man grundsätzlich nichts. Gut, dem Sirion fehlen die beheizbaren Außenspiegel oder das in der Weite verstellbare Lenkrad, dafür kostet beim Opel der Lebensretter ESP extra.

Und die Aufpreisliste lockt mit allerlei Spielereien, die der Bauch gerne hätte, der Verstand aber meist verbietet. Zumindest im Corsa und im Fabia. Soll heißen: Abbiegelicht, Sitzheizung, Tempomat, Bluetooth-Freisprecheinrichtung Klimaautomatik, Ledersitze, Multifunktions-Lederlenkrad, Navisystem und noch mehr sind gegen Bezahlung möglich.

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionDie Aufpreisliste des Sirion umfasst nur Metallic-Lack und Kopfairbags, basta. Er hat fast alles an Bord, was der Verstand einem empfiehlt: ESP, Klimaanlage, vier Airbags, ABS, CD-Radio mit vier Lautsprechern und AUX-Anschluß, elektrisch einstellbare Außenspiegel, höhenverstellbarer Fahrersitz, geteilt klappbare Rücksitze und andere Selbstverständlichkeiten.

Und da sind wir auch schon bei einem der Argumente, wieso viele trotz des Mehrpreises zu Fabia oder Corsa greifen. Sie lassen sich mit Extras aufbrezeln, die es vor einigen Jahren nicht einmal in der Oberklasse gab. Individualisierung für die gerne der ein oder andere Euro locker gemacht wird.

Außen sportlich

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionAlle Kandidaten sind im Sport-Dress angereist. Gemeinsamkeiten beim Design finden sich jedoch keine. Der Sirion spielt die Rolle der Macho-Spoiler-Rennsemmel. Tiefe Frontschürze mit riesigen Nebelscheinwerfern, dicke Seitenschweller und bullige Heckschürze mit Doppelendrohren sowie einem kecken Dachkantenspoiler kennzeichnen den 1.5S. Nicht ganz passend wirken da die schmalen Reifen im 175er Format auf 14-Zoll-Alurädern.

Der Corsa übernimmt den Part des zurückhaltenden und glatt gelutschten Aerodynamik-Fahrzeugs. Kaum Ecken und Kanten, dafür gefällig unauffällig. Skoda versucht mit dem Fabia irgendwie an die Tugenden des Mini anzuknüpfen. Besonders in der Sport-Version mit weißem Dach erinnert er wohl nicht zufällig an den British-Bayrischen Kollegen. Aus Design-Aspekten ist also in diesem Trio für jeden was dabei.

Innen komfortabel

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionAuch das Interieur unterscheidet sich bei den drei Kandidaten. Der Sirion ist der Pragmatiker. Schlicht, einfach zu bedienen und robust. Dem Innenraum-Design wurde hier wenig Beachtung geschenkt. Alles sitzt da, wo es vermutet wird. Sieht okay aus, begeistert aber nicht. Der dezent konturierte Fahrersitz lässt sich in der Höhe justieren, die Rasterung der Lehne arretiert aber deutlich zu grob. Das Bediengefühl von Schaltung, Kupplung und Gas ist wabbelig.

Das können Fabia und Corsa besser. Die Anmutung und Materialauswahl im Innenraum befriedigt zumindest in den gehobenen Ausstattungsvarianten ebensolche Ansprüche.

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionDie Sportsitze beider Kandidaten (abhängig von der Ausstattungslinie) sind komfortabel ausgeprägt. Sie würden auch in größeren Automobilen eine gute Figur abgeben. Die Verstellmöglichkeiten sind perfekt, so dass sich eine hervorragende Sitzposition arrangieren lässt. Vorteil: Die Lenkräder lassen sich auch in der Weite verstellen. Die Hebel und Schalter geben bei der Handhabung eine gute Rückmeldung. Beim Opel erfordert die Bedienung von Radio, Klimaautomatik und Bordcomputer aufgrund der vielen Tasten eine längere Eingewöhnungsphase. Hier zeigen Sirion und Fabia, wie es einfacher und besser geht.

Geräumig sind alle

Mit nur 3,63 Metern Außenlänge ist der Sirion der Kleinste im Bunde. Corsa und Fabia schaffen es mittlerweile auf vier Meter Gesamtlänge.

Im Inneren merkt man die Differenz nicht. Die Kopffreiheit in der kubusähnlichen Fahrgastzelle des Fabia ist zwar gigantisch. Aber auch im Fond von Sirion und Corsa können Zwei-Meter-Männer ohne klaustrophobische Zustände über längere Strecken bequem sitzen. In der Breite hat der Sirion mit 1,67 Metern sogar knapp drei Zentimeter mehr zu bieten als der Fabia. Lediglich der Corsa sprengt mit 1,74 Metern Breite den Rahmen und überragt gar einen Golf IV.

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionDer Corsa erweist sich als Meister der Säulen. Die A-Säulen sind dick und weit nach vorne gezogen. Die breiten C-Säulen und die kleine Heckscheibe erschweren den Überblick nach hinten. Da hilft auch das riesige Glas-Schiebedach wenig, das es für 810 Euro gibt. Der kompakte Sirion zeigt hier klar, was Sache ist. Hinten ist kurz hinter der Heckscheibe schluss. Nach vorne ist das Ende ebenfalls gut abzuschätzen. Der Fabia mit seinem nüchternen Design reiht sich irgendwo dazwischen ein.

In den Kofferraum passt bei allen dreien das Gepäck für die Wochenendreise zu viert. Im Sirion muss es etwas knapper ausfallen: Mindestens 225 Liter, dank geschickt konstruierten Umklappmechanismus ist es erweiterbar auf bis zu 630 Liter. Im Corsa passen 285 Liter hinein, umgeklappt sogar 1.100 Liter. Der Fabia hat am meisten zu bieten. 300 respektive 1.163 Liter packt er weg.

Kräftige Motoren

Einsvier, Einsfünf und Einssechs. So lauten die Hubraumangaben für Corsa, Sirion und Fabia. Und gleich mal vorneweg. Flott genug sind sie alle.

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionDer Corsa hat mit nominell 90 PS den schwächsten Motor. Hinzu kommt, dass er sich mit mindestens 1.145 Kilogramm das meiste Gewicht aufgehalst hat. Dafür dreht der 1,4-Liter schön hoch, hängt gut am Gas und verrichtet seinen Dienst verhältnismäßig geräuscharm.

Um jedoch dem flotten Tempo von Sirion und Fabia folgen zu können, müssen die Gänge im Opel weiter ausgedreht werden. Und wer viel dreht, muss viel saufen, so die landläufige Meinung. Erstaunlich, dass sich der Corsa in diesem Trio dennoch mit 7,7 Litern am genügsamsten zeigte und zudem ein großes Sparpotenzial besitzt. Eine Fünf vor dem Komma ist möglich.

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionAuf gleichem Niveau liegt der Fabia mit seinem 1,6 Liter Triebwerk. Der 105 PS-Renner hält in diesem Test den Geschwindigkeitsrekord. Mit 190 km/h ist er 17 km/h schneller als der Corsa und 15 Sachen flotter als der fast gleich starke Sirion. Dafür ist der VW-Motor subjektiv am aufdringlichsten. Die Schaltung des Fabia ist die knackigste und exakteste.

Der mit 965 Kilogramm leichtgewichtige Sirion hat mehr mit den Windgeräuschen zu kämpfen. Ab etwa 130 km/h wird es einfach ungemütlich. Da pfeift es um die Seitenfenster und übers Dach, so dass man die 103 PS Leistung gar nicht mehr voll ausnutzen möchte. Beim Sprint bis Tempo 100 sind Sirion und Fabia rund zwei Sekunden schneller als der dicke Corsa. Beim Verbrauch erhält der Japaner trotz Gewichtsvorteil die rote Laterne. Mehr als acht Liter sind zu viel.

Straff sind alle drei

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionEin weiterer Kritikpunkt des Sirion sind seine Traktionsprobleme. Der Frontantrieb ist schon bei leicht feuchter Fahrbahn etwas überfordert. Mit verantwortlich sind die schmalen 175er Reifen. Die Abstimmung des Fahrwerks ist indes gelungen. In schnell gefahrenen Kurven schiebt der Sirion gutmütig über die Vorderachse. ESP ist serienmäßig an Bord. Perfekt, der kleine Wendekreis von nur 9,40 Metern. Fabia und Corsa brauchen für den Rundkurs mindestens 60 Zentimeter mehr.

Der Fabia rollt in der Sport-Ausstattung ab Werk auf 16-Zoll-Rädern und 205er Schlappen. Wir hatten die komfortableren 15-Zoll-Räder mit Winterpneus montiert. Vom Komfortaspekt die bessere Wahl, da das Fahrwerk schon hart genug ist. Hinzu kommt die tänzelnde Unruhe bei flott gefahrenen Autobahn-Etappen. ESP ist beim 105-PS-Modell immer dabei.

Der Corsa zeigt beim Thema Fahrwerk, wie es funktioniert. Die Dämpfer sprechen fein an und geben eine gute Rückmeldung über die Fahrbahnbeschaffenheit. In der Cosmo-Ausstattung gibt es 195/55 R16 Reifen. Das Testexemplar rollte auf 185/55 R15 M+S-Reifen an. Ein toller Kompromiss, der eigentlich alle Bedürfnisse zufrieden stellt und keinerlei fiese Überraschungen bereithält. Echtes Manko: ESP kostet im Corsa 1.4 Twinport 360 Euro extra.

Fazit

Galerie: Vergleichstest Opel Corsa vs. Skoda Fabia vs. Daihatsu SirionDrei Fahrzeuge mit höchst unterschiedlichem Charakter. Für sportlich ambitionierte Sparfüchse eignet sich der Sirion 1.5S. Der Kleine bietet Fahrspaß und ist mit 14.000 Euro verhältnismäßig günstig. Die Technik ist zuverlässig, da ein Großteil von Toyota stammt. Nachteil: Das Geräuschniveau ab 130 km/h und der Kraftstoffverbrauch sind verhältnismäßig hoch, die Traktion dürftig und das Ambiente eher trist. Wer sich damit arrangieren kann und einen Parkplatzmagnet mit großem Innenraum möchte, ist hier dennoch an der richtigen Adresse.

Wer es gerne individueller mag, wird nicht um Fabia oder Corsa rum kommen. Dafür zahlt man dann extra. Der Opel ist der Teuerste mit dem schwächsten Motor. Die Verarbeitung ist klasse, das Ambiente in der getesteten Cosmo-Ausstattung mit all seinen Extras schon luxuriös. Nachteil: Die Logik der Bordcomputer-Menüführung und die vielen Knöpfe erfordern Eingewöhnung, die schlechte Übersichtlichkeit stört.

Das beste Gesamtpaket hat Skoda mit dem Fabia 1.6 geschnürt. Der Motor ist kraftvoll, das Platzangebot super, die Verarbeitung prima und der Preis liegt noch in vertretbarem Rahmen. Minuspunkte sind der laute Motor und das zappelige Fahrwerk der Sport-Version.

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