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Galerie: Vergleichstest Seat Leon vs. Lancia Delta

Vergleichstest: Seat Leon vs. Lancia Delta

Zwei aus dem Süden

22.05.2009

Neu gegen alt: Der seit 2005 gebaute Seat Leon ist mittlerweile schon ein alter Hase im Kompaktsegment. Sein Herausforderer, der Lancia Delta, mischt dagegen erst seit 2008 mit im Kampf um ein Stück vom großen Kuchen. Wir wollten wissen: Kann der Italiener dem Spanier gefährlich werden?

Ganz Italiener, präsentiert sich der Delta im feinen Zwirn, während der sportlichere Seat eher schlicht daher kommt. Das hauseigene Centro Stile hat dem Lancia eine markante Karosserie geschneidert, die Abwechslung in die Kompakt-Klasse bringt und Extravaganz versprüht. Diese allerdings erweist sich im Alltag als hinderlich: Sowohl die lange Motorhaube als auch die dicken C-Säulen schränken die Rundumsicht im Delta ein.

Die ist im hispanisierten Golf ein wenig besser und auch die etwas niedrigere Ladekante des Seat erweist sich als praktischer. Aber bei beiden muss das Gepäck durch eine schmale Ladeöffnung bugsiert werden. In den Leon passen zwischen 341 und 1.166 Liter, der Lancia  schluckt je nach Konfiguration vergleichbare 380 bis 1.190 Liter. Überraschend, denn immerhin ist der Delta zwanzig Zentimeter länger und kratzt mit 4,52 Metern schon am oberen Ende der Kompaktklasse.

Viel Platz

Lancia DeltaDafür punktet der Lancia mit einem Raumangebot im Inneren, das deutlich über dem Klassenniveau liegt, während der Seat hier nur durchschnittlich abschneidet. Vor allem im Fond fühlt man sich im Delta deutlich wohler und weniger beengt. Allerdings muss man im Lancia die unangenehmeren Materialien in Kauf nehmen und auch die Verarbeitungsqualität ist kaum premiumverdächtig. Hier glänzt der Seat mit VW-typischer Präzision. Und auch in Sachen Bedienkomfort hat der Spanier die Nase vorn.

Der Lancia ist nicht nur der Größere von beiden, sondern bringt auch knapp 250 Kilogramm mehr auf die Waage. Und so kommt es, dass der 120 PS starke 1.6 Multijet im Delta dem 15 PS schwächeren 1.9 TDI im Seat mit 10,7 Sekunden nur zwei Zehntel beim Standardsprint abnehmen kann - was in der Praxis nicht spürbar ist. Unterschiede gibt‘s allerdings bei der Höchstgeschwindigkeit: Der Seat bleibt mit Tempo 186 knapp zehn km/h hinter dem Lancia zurück.

Fünf gegen sechs

Seat LeonObwohl der Delta seine 300 Newtonmeter schon bei 1.500 Umdrehungen erreicht, wirkt der Selbstzünder etwas träge und kommt nicht schneller in die Gänge als der raue Pumpe-Düse-Motor im Leon, der erst bei 1.900 Touren seine vollen 250 Newtonmeter liefert. Seat-Fahrer müssen sich allerdings mit einem Fünfgang-Getriebe begnügen, indes im Lancia ein sechster Gang zur Verfügung steht. Und das, obwohl der Seat in der verbrauchsoptimierten Ecomotive-Version zu uns gerollt ist und der sechste Gang auf der Autobahn den Konsum noch weiter drücken könnte.

Aber: Während die Box im Seat trotz der spritsparenden Auslegung perfekt abgestuft ist und der Schalthebel leicht und präzise durch die Gassen flutscht, ist das Delta-Getriebe hakelig und recht lang übersetzt. Zusammen mit der etwas gefühllosen Kupplung braucht es anfangs einiges an Zehenspitzengefühl, um den Motor beim Anfahren nicht zu abzuwürgen.

Spaß oder Komfort

Lancia DeltaDer gediegenen Eleganz des fünf Zentimeter höher als der Seat bauenden Lancias hat sich scheinbar auch das Fahrwerk angepasst. Die weiche Abstimmung federt Unebenheiten zwar gut weg, giert aber keineswegs nach Kurven. Spürbar neigt sich der Delta in selbigen zur Seite, fängt früh an zu Untersteuern und provoziert so Regeleingriffe des ESP.

Der mit einem modifizierten Golf-Fahrwerk ausgestattete Seat hingegen gibt sich deutlich sportlicher und zeigt kaum Seitenneigung. Allerdings reicht das Fahrwerk dementsprechend auch schlechten Untergrund unverblümter an die Passagiere weiter. Straffes Gestühl mit gutem Seitenhalt und eine exakt arbeitende Lenkung animieren den Leon-Fahrer zudem zu einer flotteren Gangart, als es die komfortablen, durchaus langstreckentauglichen Sitze des Delta tun.

Kostenfrage

Seat LeonEin weiterer, gewichtiger Unterschied: der Preis. Während Lancia für den Delta 1.6 Multijet mindestens 22.400 Euro aufruft, ist der von uns getestete Seat Leon 1.9 TDI Ecomotive schon ab 20.190 Euro erhältlich. Dafür fällt beim Spanier die Serienausstattung etwas geringer aus: Hier zählen ein CD-Radio, Klimaanlage, Bordcompuuter, und elektrische Fensterheber vorn zum Standard, im Lancia kommen noch die elektrisch bedienbaren Fenster hinten, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Multifunktionslenkrad und Nebelleuchten hinzu. Diese Extras kommen bei Seat zusammen nochmal auf 900 Euro - was aber immer noch einen Preisunterschied von über 1.300 Euro bedeutet.

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Zudem ist der Seat der sparsamere: Mit seiner Ecomotive-Ausstattung soll er laut Hersteller 4,5 Liter konsumieren, während der Lancia auf dem Datenblatt einen Verbrauch von 4,9 Litern ausweist. In der Praxis fällt der Unterschied zwischen den beiden Südländern deutlicher aus: Unser Test-Delta genehmigte sich im Durchschnitt 6,8 Liter Diesel je 100 Kilometer, dem Seat reichten für die gleiche Strecke knapp sechs Liter.

Fazit

Der Lancia Delta sorgt mit seiner erfrischend extravaganten Optik für neuen Schwung in der Kompaktklasse. Allerdings verspricht das Design etwas mehr, als der Italiener dann halten kann. Sowohl in Sachen Verarbeitung, Materialauswahl als auch beim dem Fahrwerk und Motor hat der Seat die Nase vorn. Punkte bringt dem Lancia seine großzügiges Raumangebot ein, was ihn auch als Reiselimousine gegenüber dem etwas beengten Leon empfiehlt. Dafür ist der Delta aber auch der teurere von beiden.

Seat Leon vs. Lancia Delta

 

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