Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Vom seriennahen Entwurf aus dem Jahr 2006 bis zur finalen Serienversion wurde bereits viel über den Rapide veröffentlicht. Entsprechend blieb der Knalleffekt der lang erwarteten Premiere auf der IAA 2009 aus. Nichtsdestotrotz gehört der viersitzige Aston Martin zu den herausragenden Neuheiten des Autojahres 2010: Denn der Porsche Panamera bekommt einen Spielkameraden, der ihm auf Augenhöhe begegnen soll.
Zum Panamera-Konkurrenten qualifizieren den knapp über fünf Meter langen Rapide zuallererst seine vier Einstiegstüren und vier Sitzplätze. Sogar einen Kofferraum, der diese Bezeichnung auch verdient, bietet der Rapide. Zwischen 300 und 750 Liter passen dank der umklappbaren Rücksitze in das Gepäckabteil, dass man über die große Heckklappe erreicht. Der Viersitzer bietet zudem ein vor allem für Kinder attraktiven Fond: Auf leicht erhöhten Sitzen können sie nicht nur eine besondere Aussicht genießen, sondern alternativ noch dank eigener Bildschirme in den Rückenlehnen der Vordersitze per DVD-Bespaßung finden.
Das Fond-Entertainment-System gehört allerdings zu den wenigen Optionen des ansonsten sehr luxuriösen Rapide. Volllederausstattung, Walnussholz-Dekor, ein Highend-Navi, elektrische Sitze, ein 1.000 Watt starkes Audiosystem von Bang & Olufsen sowie ein Regenschirm im Kofferraum gehören bereits zur Basisversion. Zudem gehören neben Bi-Xenon-Scheinwerfern noch LED-Tagfahrlicht, 20-Zoll-Räder und eine komplette Sicherheitsausstattung zu jedem Rapide.
Formvollendet
Trotz der beinahe schon nutzwertorientierten Karosserie kann die Flunder die atemberaubende Eleganz und Dynamik seiner zweitürigen Brüder DB9 und Vantage optisch in überzeugender Weise rüberbringen. Unter anderem der im hinteren Drittel stark ansteigende Blechanteil der Fondtüren und die optisch kaschierten B-Säulen vermitteln in der Seitenansicht den Eindruck eines zweitürigen Coupés.
Während der Panamera in der Porsche-Modellpalette optisch deutlich aus dem Rahmen fällt, fügt sich der Rapide entsprechend sanft in das atemberaubend schöne Modellprogramm der Briten, so als hätte es ihn immer schon gegeben. Auch im Innenraum bietet der in Österreich bei Magna produzierte Viersitzer den bekannten Stil der Marke – einen geschmackvollen Mix aus edlen Materialien und Sportwagen-Flair.
Nomen est Omen
Und ein Sportwagen ist der Rapide durch und durch. Allein sein Modellname (zu Deutsch schnell) kündigt vom Rausch der Geschwindigkeit. Der aus dem DB9 bekannte Sechs-Liter-V12 leistet stolze 477 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment. Über eine Sechs-Gang-Automatik gelangt diese üppige Kraft allein an die Hinterräder und kann im Idealfall den Zweitonner aus dem Stand in gut fünf Sekunden auf 100 km/h wuchten und knapp über 300 km/h schnell machen. Die vermutlich rund 18 Liter Normverbrauch sind die Kehrseite dieser Leistungsorgie.
Über mögliche weitere Motorisierungen macht Aston Martin noch keine Angaben. Doch gut möglich, dass die Briten noch eine sportlichere Version auflegen, die dann über den 517 PS starken Zwölfender aus dem DBS verfügen wird. Spannender ist allerdings noch die Frage, ob mit dem Rapide auch der Diesel bei Aston Martin Einzug halten wird. Offiziell wurde dies noch nicht bestätigt, doch wird bei Aston Martin neuerdings lautstark über den Diesel nachgedacht. So stellte im März 2009 Aston Martin CEO Ulrich Bez im Rahmen der Präsentation des Lagonda auch eine Dieselversion des zukünftigen Modells in Aussicht. Das Thema Selbstzünder ist also bei der Edelschmiede keineswegs mehr ein Tabu.
Deutlich teuer als Panamera
Ein Rapide-Diesel wäre nicht nur sparsamer, er könnte zudem noch einen günstigeren Einstiegspreis ermöglichen. Die V12-Version ist mit rund 180.000 Euro wahrlich kein Schnäppchen. Vor allem im Vergleich zum Porsche Panamera, dessen Preisliste gut 80.000 Euro darunter startet.(mh)
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