Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Glauben Sie, der chinesische Starpianist Lang Lang steuert seinen Wagen selbst durch seine Heimatstadt Shenyang? Sicher nicht, denn: Wer in der Volksrepublik etwas auf sich hält, beschäftigt einen Chauffeur. Kein Wunder also, dass Audi die Langversion seines Nobelschlitten A8 dieser Tage auf der Auto China (25. April bis 6. Mai 2010) in Peking präsentiert. Und für standesgemäßen Vortrieb gibt es gleich noch einen neuen Zwölf-Zylinder dazu.
Auf 5,23 Meter, also um 13 Zentimeter, ist der Audi A8 L gewachsen, was in vollem Umfang den Fondpassagieren zu Gute kommt. Die können es sich in der Langversion richtig gut gehen lassen, auf Wunsch gibt es eine beheiz- und -lüftbare Einzelsitzanlage mit durchgehender Mittelkonsole, in der neben einem Kühlschrank auch kleine Klapptischchen untergebracht sind.
Mit Kuschelkissen
Wer hinten rechts sitzen darf, darf sich glücklich schätzen. Er kann nicht nur seinen Sessel individuell verstellen und sich massieren lassen, sondern auf Knopfdruck auch noch eine Fußstütze aus der Lehne des Beifahrersitzes ausklappen, entspannt die Beine hochlegen und das Entertainment-Programm auf 26 Zentimeter großen Bildschirmen genießen. Und damit man es sich so richtig bequem machen kann, liefert Audi noch ein mit Hirschnappaleder bezogenes Kuschelkissen mit.
Weitaus weniger kuschelig, sondern eher brachial geht der neue Zwölf-Zylinder ans Werk, der mit der Langversion seine Premiere im A8 feiert. Freilich sind im A8 L auch alle anderen Motorn lieferbar, doch markiert der W12 (also ein Doppel-V-Motor) die Spitze der Aggregate. Zu Recht, schöpft das überarbeitete Triebwerk doch 500 PS aus seinen 6,3 Liter Hubraum; das sind 0,3 Liter und 50 PS mehr als bisher.
Jetzt mit Direkteinspritzung
Das bärenstarke Drehmoment von 625 Newtonmetern wird von Audis neuer Acht-Gang-Automatik verwaltet und auf alle vier Räder verteilt. So soll der A8 W12 im Idealfall nach nur 4,9 Sekunden Tempo 100 erreichen, bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. Trotz gestiegener Leistung ist beim Zwölf-Zylinder der Verbrauch zurückgegangen, von 13,6 auf zwölf Liter je 100 Kilometer; das ist nicht zuletzt der Umstellung auf Benzindirekteinspritzung zu verdanken. Zum Vergleich: Der etwas stärkere BMW 760Li sprintet zwar 0,3 Sekunden schneller auf Landstraßentempo, konsumiert aber im EU-Zyklus einen ganzen Liter mehr.
Ein paar Liter mehr oder weniger sind in diesen Größenordnungen allerdings höchstens auf dem Papier entscheidend. Weder die Umwelt - die Top-Modelle haben nur einen ganz geringen Verkaufsanteil - noch der eigene Geldbeutel werden den Mehr- oder Minderverbrauch spüren. Zumal die Unterhaltskosten bei einem Einstiegspreis, der für den A8 L W12 wohl über 150.000 Euro liegen dürfte, ohnehin zweitrangig sein werden. Den genauen Preis hat Audi noch nicht kommuniziert, dauert es doch noch bis zum Jahresende, bis das Topmodell in den Handel kommt. (mg)
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