Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Die Front von der 3er Limousine, das Heck vom Siebener. Dazwischen eine ewig lang gestreckte Seitenlinie und fertig ist das neue 3er Coupé. Ganz so einfach haben es sich die Designer natürlich nicht gemacht. Der Neue tritt deutlich eigenständiger auf als seine Vorgänger, ohne seine Herkunft zu verleugnen. Und wie bei vielen BMW-Modellen wird auch diesmal der Stilmix für Diskussionen sorgen.
Als die ersten, noch getarnten, 3er Coupés auf den Straßen auftauchten, war man gespannt. Was sich hinter den schwarzen Klebestreifen verbarg, lies jede Menge Dynamik erwarten. Doch die Realität, die ab September beim Händler steht, sieht ein wenig anders aus: An die von der Limousine größtenteils übernommene Front hat man sich bereits gewöhnt. Vor allem das schwere Heck macht dem Coupé aber zu schaffen.
Front vs. Heck
Doch fangen wir vorne an: Der ausgeprägte Powerdome (das ist die V-förmige Wölbung der Motorhaube) umrandet die markante Doppelniere. Eine durchgängige, ausgeprägte Kante auf Höhe der Türgriffe dominiert die Seitenansicht. Darunter haben die Designer eine Lichtkante platziert, die das Coupé zusätzlich in die Länge streckt. Selbstbewusst trägt es seine Markenzugehörigkeit zur Schau.
Zweifelsohne wirkt der Münchner bis zur C-Säule mit dem BMW-typischen Hofmeister-Knick durchaus nicht unsportlich. Das flache Dach und die kleinen Fenster tun ihr übriges. Doch das Heck mag diesem Anspruch nicht gerecht werden.
Wie eine Hommage an die 7er-Baureihe ziehen sich breite, großflächige Rückleuchten bis in den Kofferraumdeckel und drücken auf das Gesamtbild. Auch die Heckschürze mit einer ausgedehnten Kante, in die zwei Auspuffendrohre eingelassen sind, wirkt fehl am Platz. So geht der Neue von hinten viel mehr als stämmige Limousine denn als dynamisches Coupé durch.
Doppelt geladen
Nichts zu kritisieren gibt es unter dem Blech. Im 335i Coupé feiert ein neuentwickelter 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Twin-Turbo-Technik seine Weltpremiere. Das Aggregat leistet 306 PS. Dazu kommt ein strammes Drehmoment von 400 Nm, das im breiten Drehzahlbereich zwischen 1.300 und 5.000 Touren anliegt.
Nach nur 5,5 Sekunden streift die Tachonadel die 100 km/h-Markierung. Vor allem mit Hilfe der von BMW entwickelten Benzin-Direkteinspritzung namens „High Precision Injection“ konnte der Verbrauch mit durchschnittlich 9,5 Litern Superbenzin auf einem moderaten Niveau gehalten werden. Mehr exklusive Infos zu dem neuen Top-Motor erhalten Sie nächste Woche.
Teurer Spaß
Das neue Topmodell ist nicht nur leistungsstark, sondern leider auch ziemlich teuer. 43.200 Euro sind für den 335i fällig. Ergänzt wird die vorerst nur aus Sechszylindern bestehende Motorenpalette durch das ebenfalls 3,0 Liter große Aggregat im 330i mit 272 PS für 40.100 Euro. Einstiegsbenziner ist der 35.850 Euro teure 325i mit 218 PS. Vierzylinder-Modelle folgen später.
Das Coupé und Diesel wunderbar harmonieren hat BMW schon beim Vorgänger erfolgreich bewiesen. Für alle Selbstzünder-Fans bieten die Bayern wieder einen 330d an. Mit 231 PS und 500 Nm soll er für ordentlichen Vortrieb in allen Drehzahlbereichen sorgen. Der Preis: 41.100 Euro, dafür ist der Partikelfilter gratis.
Kraft für Vier
Verwaltet wird das Drehmoment serienmäßig von einem manuellen Sechsgang-Getriebe, auf Wunsch ist eine Automatik lieferbar. Wer die Kraft gerne an alle vier Räder verteilt weiß, kann zum optional erhältlichen Allradantrieb xDrive greifen.
Zu der Serienausstattung gehören neben Bi-Xenon-Scheinwerfern sowie Front-, Becken- und Kopfairbags auch praktische Helferlein wie die automatischen Gurtbringer. Lästige Verrenkungen sollen damit der Vergangenheit angehören. Ebenfalls problemlos soll das Beladen des mit 440 Litern großzügig bemessenen Kofferraums von statten gehen.
Fazit
Das 3er Coupé ist deutlich gewachsen und präsentiert sich nicht mehr nur als Ableger der Limousine. Allerdings hätte das eigenständige Auftreten ruhig sportlicher Ausfallen dürfen. Es wird sich zeigen, ob die Münchner wieder einmal Glück haben mit ihrem kontroversen Design. Kaum Zweifel bestehen dagegen an den Fahrleistungen, mit denen das Coupé sicher wieder punkten kann. Dazu erfahren Sie mehr in unserem Erstkontakt im Juni.
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