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Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid 7

Vorstellung: BMW ActiveHybrid 7

Sigmars Siebener

13.08.2009

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel darf sich freuen: Mit dem ActiveHybrid 7 bietet BMW ab April 2010 einen adäquaten, potenten V8-Dienstwagen an, der - Hybridtechnik sei Dank - trotzdem sparsam ist. Damit muss auch die Dienstreise nach Spanien nur noch vor dem Steuerzahler und nicht mehr vor dem ökologischen Gewissen gerechtfertig werden.  

Anders als beim Mercedes S 400 Hybrid, in dem ein Sechs-Zylinder-Benziner die Basis für den Hybridantrieb bildet, setzt BMW beim ActiveHybrid 7 auf ein großvolumiges V8-Triebwerk. Diese Verbindung hat Lexus beim LS600h zwar schon vorgemacht, doch sind die Bayern die ersten, die den Elektroantrieb mit einem direkteinspritzenden, und daher von Haus aus effizienteren, Ottomotor kombinieren.

Außerdem kommt bei BMW, wie auch beim Hybrid-Kooperationspartner Daimler, eine Lithium-Ionen-Batterie als Energiespeicher zum Einsatz, die deutlich kleiner, leichter und trotzdem leistungsfähiger ist, als die im Toyota-Konzern noch eingesetzten Nickel-Metallhydrid-Akkus. Ganz ohne Platzeinbußen geht es allerdings auch im 7er BMW nicht. Der 27 Kilogramm schwere Stromspeicher ist etwas größer als ein haushaltsüblicher Toaster und wird im Kofferraum untergebracht, wo der sonst optional erhältliche Kompressor für die Fondklimaanlage sitzt. Das nutzbare Kofferraumvolumen reduziert sich dadurch von 500 auf 460 Liter.

Großer Benziner, kleiner Stromer

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid 7Im BMW 750i leistet der doppelt aufgeladene, 4,4 Liter große Achtzylinder 407 PS und stemmt 600 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Für den Hybrid-7er haben die Ingenieure noch mehr Leistung aus dem Triebwerk gekitzelt und es auf satte 449 PS getrimmt. Der zusätzliche Elektromotor wirkt mit seinen gerade mal 20 PS dagegen fast schon mickrig. Doch steuert er stolze 210 Newtonmeter Drehmoment bei, die, anders als beim Verbrennungsmotor, Drehzahlunabhängig zur Verfügung stehen. Addiert beträgt die Systemleistung schließlich 465 PS und maximal 700 Newtonmeter zwischen 2.000 und 4.500 Umdrehungen.

Untergebracht ist der Elektromotor im Gehäuse der neuen, serienmäßigen Acht-Gang-Automatik, die ihre Premiere vor kurzem im BMW 760i feierte. Der zwischen V8 und Drehmomentwandler positionierte, 23 Kilogramm schwere E-Antrieb, unterstützt den Verbrennungsmotor vor allem beim Anfahren und Beschleunigen durch sein zusätzliches Antriebsmoment. In weniger dynamischen Fahrsituationen sorgt diese Beihilfe dafür, den Benziner in effizientere Lastbereiche zu versetzen, das heißt, dass der Ottomotor mit weniger Umdrehungen läuft.

Zwischen V8 und Zwölfzylinder

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid 7Auf die Fahrleistung wirkt sich das wie folgt aus: Den Standardsprint auf Tempo 100 erledigt der Hybrid in sportwagenähnlichen 4,9 Sekunden und damit drei Zehntel schneller, als der 750i. Damit liegt er außerdem genau auf halbem Weg zum 544 PS starken 760i mit V12, der braucht nämlich nochmal 0,3i Sekunden weniger. Schluss ist bei Tempo 250, dann wird elektronisch abgeregelt. Obwohl der Hybrid noch schneller könnte.

Auf der anderen Seite übernimmt der E-Motor im Schiebebetrieb und beim Bremsen die Funktion eines Generators, der mit maximal 20 Kilowatt Leistung die Batterie auflädt. Zwar arbeiten schon die herkömmlichen 7er im Rahmen der Efficient-Dynamics-Maßnahmen mit Energierückgewinnung, doch ist die Rekuperation im ActiveHybrid 7 ungefähr acht Mal so effizient wie in den Nicht-Hybriden. Neue Anzeigen in der Instrumententafel und im Control Display geben dem Fahrer zudem Auskunft über die derzeitigen Energieflüsse und sollen so zu einer effizienteren Fahrweise animieren.

Hochspannung

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid 7Über das von der Lithium-Ionen-Batterie gespeiste 120-Volt-Netz wird neben dem Elektromotor auch die Klimaanlage betrieben, alle weiteren elektrischen Funktionen werden wie sonst üblich vom 12-Volt-Bordnetz versorgt. Allerdings wird dessen AGM-Batterie (Absorbent Glass Mat) vom Hochvoltnetz geladen, so dass der Verbrennungsmotor gar nicht in die verbrauchssteigernde Stromerzeugung einsteigen muss.

Warum die Klimaanlage von der großen Batterie versorgt wird, ist simpel: Sie muss auch bei ausgeschaltetem Motor funktionieren. Denn der ActiveHybrid 7 ist der erste BMW, bei dem Automatikgetriebe und Stopp-Start-Funktion kombiniert werden. Das heißt, in Leerlaufphasen, also etwa an der roten Ampel, wird der V8 abgeschaltet, um Sprit zu sparen. Die Aufgabe des Anlassers wird zusätzlich vom Elektromotor übernommen, der das Verbrennungstriebwerk beim Lösen der Bremse verzögerungsfrei und angeblich vibrationsarm wieder anwirft.

Sparpotenzial

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid 7Diese Maßnahmen, das Rekuperieren und die Stopp-Start-Funktion, greifen natürlich vor allem im Stadtverkehr, wo häufig gebremst und angehalten wird. Hier ist dann auch der Verbrauchsunterschied am deutlichsten: Im EU-Zyklus gönnt sich der Hybrid-Siebener im städtischen Bereich 12,6 Liter, während der 750i hier 16,4 Liter durch die Benzinleitung laufen lässt.

Außerstädtisch, also auf Autobahnen und Landstraßen, reduziert sich dieser Unterschied. Der Hybrid gönnt sich hier mit 7,6 Litern aber immer noch fast einen Liter weniger, als der rein benzinbetriebene Siebener, und das bei höherer Leistung. Kombiniert erzielt der ActiveHybrid 7 nach Norm einen Durchschnittsverbrauch von 9,4 Litern je 100 Kilometer und unterbietet damit den 750i um genau zwei Liter. Das entspricht einer Reduktion des CO2-Ausstoßes von 266 auf 219 Gramm je Kilometer. Allerdings: Ein BMW 730d lässt sich mit sechseinhalb Liter Diesel fahren.

Ab April 2010 beim Händler

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid 7Gefertigt wird der ActiveHybrid 7 im BMW-Werk in Dingolfing, wo auch die anderen Siebener vom Band rollen. Ausgeliefert wird er ab April 2010, zeitgleich mit dem ActiveHybrid X6, der allerdings als Vollhybrid auch rein elektrisch fahren kann. Erhältlich ist der 7er sowohl mit kurzem Radstand wie auch als um 14 Zentimeter gestreckte Langversion.

Den Preis für den ActiveHybrid 7 will BMW derzeit noch nicht nennen. Für den normalen 750i ruft BMW 91.000 Euro auf, der Hybrid-Aufschlag dürfte wohl bei rund 10.000 Euro liegen. Das entspricht in etwas dem Mehrpreis, den man bei Mercedes für den S 400 Hybrid bezahlt. Der basiert zwar auf einem Sechszylinder, doch ist die in Kooperation mit BMW entwickelte Hybridtechnik nahezu identisch.

So teuer wie ein X6

Mit knapp über 100.000 Euro liegt der Hybrid-7er ungefähr auf dem Niveau des neuen ActiveHybrid X6. Dessen Preis hat BMW nämlich bereits bekannt gegeben: Für 102.900 Euro fährt der Vollhybrid lautlos zu den Käufern. Alle weiteren Infos zum X6-Hybrid mit zwei Elektromotoren und stufenlosem Getriebe finden Sie hier.    

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