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Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid X6

Vorstellung: BMW ActiveHybrid X6

Herzschrittmacher

13.08.2009

BMW hat eine Hybrid-Offensive gestartet: Zeitgleich mit dem neuen ActiveHybrid 7 stellen die Münchner auch den ActiveHybrid X6 vor. Und das SUV-Coupé mit Herzschrittmacher kann sogar noch mehr als die elektrisierte Luxuslimousine - nämlich mit Strom fahren. Damit steigern die Münchner zum einen das Sparpotential des Hybriden, zum andern ist der X6 damit fit für Amerika.  

Während der Hybridantrieb in Europa derzeit noch ein eher trauriges Dasein fristet und die Spar-Käufer dem Diesel hierzulande den Vorzug geben, ist man in den USA schon seit langem auf dem Elektro-Trip. Und um dort Punkten zu können, reicht ein Mildhybrid wie im Siebener, bei dem der E-Motor den Benziner lediglich sanft unterstützt, der aber nicht rein elektrisch fahren kann, bei weitem nicht aus.

Das weiß auch BMW und drum schicken die Münchner ihr SUV-Coupé X6 als Vollhybrid ins Rennen. Selbiges tut übrigens auch Hybrid-Kooperationspartner Mercedes mit der M-Klasse, die, mit ähnlicher Technik ausgerüstet, zukünftig auch als Vollhybrid verfügbar sein wird. Allerdings ist bei Daimler derzeit nur der Verkauf in den USA geplant, ob und wann der ML 450 Hybrid nach Deutschland kommt, ist noch ungewiss.

Ab Frühjahr 2010

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid X6BMW hat dagegen einen konkreten Zeitplan. Noch dieses Jahr, am 05. Dezember 2009, startet der an einem Powerdome auf der Motorhaube erkennbare ActiveHybrid X6 in den USA. Mit vier Monaten Verzögerung rollt er dann ab 17.04.2010 auch lautlos nach Deutschland. Zu hören dürfte allerdings ein Aufschrei des Erschreckens bei den Käufern sein, wenn sie die Rechnung sehen. BMW möchte mindestens 102.900 Euro haben, also 26.800 Euro mehr als für den X6 xDrive50i ohne Elektro-Beihilfe.

Wie beim ActiveHybrid 7 setzt BMW auch beim X6 auf die Kombination aus großvolumigen, direkteinspritzendem Acht-Zylinder-Benziner und Elektromotor. Der doppelt aufgeladene V8 wurde unverändert aus dem xDrive50i übernommen und leistet auch in der Hybrid-Kombination 407 PS und 600 Newtonmeter. Anders als im Siebener, wo der Benziner von einem eher schwächlichen 20-PS-Elektroantrieb unterstützt wird, arbeiten im X6 gleich zwei potente E-Motoren.

Zwei E-Motoren

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid X6Zusammen mit den 91 beziehungsweise 86 PS und den 260 sowie 280 Newtonmetern, die die beiden Elektrosynchronmotoren beisteuern, kann der ActiveHybrid X6 auf eine Gesamtleistung von 485 PS und wuchtige 780 Newtonmeter Drehmoment zurückgreifen. Auf Wunsch lässt er sich damit in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 katapultieren. Das sind zwar zwei Zehntel mehr, als der xDrive50i benötigt, doch schließlich müssen mit dem zweieinhalb Tonnen schweren Hybrid auch über zehn Prozent mehr beschleunigt werden. Das Maximum gibt BMW mit 236 km/h an, mit Sportpaket erreicht er auch das von seinem rein benzinbetriebenen Bruder vorgegebene Tempo 250.

Das Gros des Mehrgewichts geht auf das Konto der für den Elektroantrieb benötigten, im Fahrzeugboden untergebrachten Batterie. Während im ActiveHybrid 7 ein toastergroßer 400-Wattstunden-Lithium-Ionen-Akku als Stromspeicher ausreicht, muss hier eine deutlich schwerere, wenngleich langzeiterprobtere Nickel-Metallhydrid-Batterie mit einer Kapazität von 2,4 Kilowattstunden mitgeschleppt werden. Denn schließlich müssen die E-Motoren den V8 nicht nur unterstützen, sondern mitunter ersetzen.

Rein elektrische Fahrt

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid X6Zum Beispiel beim Anfahren: In Gang gesetzt wird der X6 stets rein elektrisch. Je nach Ladezustand der Batterie und Betriebstemperatur von Kühlwasser, Getriebeöl und Hochvolt-Speicher lassen sich ohne Unterstützung des Benziners bis zu zweieinhalb Kilometer zurücklegen. Und das mit bis zu 60 km/h. Sobald das System merkt, dass er nur mit den E-Motoren die geforderte Leistung nicht liefern kann, wirft einer von beiden in Sekundenbruchteilen den Achtzylinder an und ersetzt somit gleichzeitig den konventionellen Starter.

Bei konstanter Fahrt stellt der Benziner die Hauptleistung bereit, wird aber von einem E-Motor unterstützt und entlastet, während der andere als Generator agiert und Strom erzeugt, um die Batterie zu laden. Beim Beschleunigen dagegen investieren beide E-Motoren ihre Kraft in den Vortrieb, beim Bremsen arbeiten beide umgekehrt an der Energieerzeugung. Schafft der ActiveHybrid 7 etwa das achtfache an Rekuperation gegenüber den normalen Siebenern, liegt die erzeugte Leistung im Hybrid-X6 bei rund 50 Kilowatt und damit etwa 25 Mal so hoch wie bei der Rückgewinnung im Zuge der bei allen X6 serienmäßigen Efficient-Dynamics-Maßnahmen.

Genug Strom

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid X6So wird gewährleistet, dass der Stromspeicher gut gefüllt ist, damit bei weniger als 65 km/h der Ottomotor im Optimalfall wieder abgeschaltet werden kann, und die rein elektrische Fahrt weiter geht. Dass der V8 natürlich auch an der Ampel ausgeht, versteht sich von selbst. Alle elektrischen Verbraucher wie etwa die Klimaanlage oder das Navigationssystem aber auch der Bremskraftverstärker werden dann weiterhin aus dem Hochvolt-Akku mit Energie versorgt.

Koordiniert wird das Zusammenspiel der drei Kraftquellen durch das Two-Mode-Getriebe, dass eine herkömmliche Wandlerautomatik ersetzt. Die Basis bildet ein stufenloses ECVT-Getriebe (Electric Continuosly Variable Transmission), das sich in der Praxis aber wie eine Siebengang-Automatik fahren soll. Trotzdem lässt sich so die jeweils optimalste Übersetzung sicherstellen, was den Verbrauch nach unten drückt.

Hohes Sparpotential in der Stadt

Galerie: Vorstellung BMW ActiveHybrid X6Ob sich die aufwendige, teure Technik, die im ActiveHybrid X6 zum Einsatz kommt, wirklich lohnt, wird der BMW im ersten Praxistest beweisen müssen. Auf dem Papier hingegen glänzt er schon jetzt. Vor allem im städtischen Bereich, wo das rein elektrische Fahren möglich ist und der Ottomotor bei Standphasen aus ist, fährt der Hybrid einen enormen Vorteil ein. Mit 17,7 Litern gibt BMW den herkömmlichen V8-X6 an, dem ActiveHybrid reichen dagegen nur 10,8 Liter Benzin.    

Andererseits schlägt außerhalb der Stadt sein Mehrgewicht zu Buche, so dass der Verbrauchsvorteil hier mit 9,4 Litern bei gerade mal einem halben Liter je 100 Kilometer liegt. Insgesamt aber sollen sich im europäischen Messzyklus fast drei Liter sparen lassen und mit einem kombinierten Verbrauch von 9,9 Litern bleibt der BMW sogar unter der Zehner-Marke. Auf den CO2-Ausstoß umgerechnet bedeutet diese Reduzierung um über 20 Prozent eine Senkung von 299 auf 231 Gramm je Kilometer. Damit ist der X6 zwar noch lange kein Öko-Mobil, doch wird deutlich, dass die Technik auf dem richtigen Weg ist.   

 
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