Pariser Autosalon 2010
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Galerie: Vorstellung BMW X3

Vorstellung: BMW X3

Gelungener Mix

15.07.2010

Was waren doch gleich die Schwächen des BMW X3? Richtig: Das Platzangebot liegt auf X1-Niveau und der Fahrkomfort auf Sportwagen-Ebene. Argumente, die zu Beginn der X3-Ära im Jahr 2004 viele Käufer mangels Alternativen zähneknirschend akzeptierten. Mittlerweile ist der SUV-Markt jedoch übersät und BMW muss sehen, wie sie ihr SAV (Sports Activity Vehicle) loswerden. Zeit für den neuen X3 mit mehr Platz, mehr Komfort, mehr Leistung und, wen wundert’s, weniger Verbrauch.

Es ist ein X3, keine Frage. Auch den neuen Möchtegern-Geländegänger von BMW können die Betrachter als Mittelklasse-X einordnen. Er wird zwischen flach gedrücktem X1 und bulligem X5 positioniert und greift dabei mehr die Designmerkmale des größeren als des kleineren Bruders auf.

Größerer Abstand zum X1

BMW X3Das ist auch notwendig, denn der Grund zum X3 zu greifen schmolz mit Einführung des X1 im Herbst 2009. Jetzt aber sieht der um acht Zentimeter (4,65 Meter) in der Länge und um drei Zentimeter in der Breite (1,88 Meter) gewachsene X3 stattlich aus. In der Höhe schrumpfte der Bayer um gut einen Zentimeter.

Vorne stellt sich die BMW-Niere markant in den Wind. Große Scheinwerfer im klassischen Stil unterstreichen das BMW-Design, die weit außen angebrachten Nebelscheinwerfer sind Erkennungszeichen des alten und des neuen X3. Ein für SUVs traditionell verwendetes Stilmittel, der unten um Karosserie und Radkästen verlaufende Kunststoffrand, findet sich auch in BMWs Mittelklasse-SAV wieder. Am Heck gibt es das übliche BMW-Gesicht mit L-förmigen Leuchten, die allerdings nur bei Bestellung der optional erhältlichen Xenonscheinwerfer in LED-Technik erstrahlen. Gleiches gilt für die Corona-Tagfahrlicht-Ringe in den Hauptscheinwerfern.

BMW X3Hochwertiger Mischmasch

Im Interieur gibt es keine Überraschungen. Das Armaturenbrett ist ein Mix aus vielen Fahrzeugen der Bayern. So stammt beispielsweise das klar gezeichnete und exzellent ablesbare Kombiinstrument vom 5er, die Klima-Bedieneinheit wurde aus dem X1 entliehen und der Schalthebel des manuellen Getriebes kommt vom 3er. So zieht sich das wie ein roter Faden durch den gesamten X3. Modulbaukasten in Reinform. Eine sinnvolle Lösung, denn auch so wirkt die Einrichtung wohl komponiert und qualitativ sehr hochwertig.

BMW X3Wohl fühlen sollen sich vor allem die Insassen. Bei dem Längenwachstum und den Anforderungen im Vergleich zur Konkurrenz dürfte der neue X3 deutlich mehr Platz bieten als der Vorgänger, auch wenn der Radstand lediglich um 1,5 Zentimeter wuchs. Das clever durchdachte Sitzkonzept der Rückbank – erstmals im 5er GT gezeigt – findet auch im X3 seinen Einsatz. Eine 40:20:40-Teilung ist sinnvoller als die sonst übliche 40:60-Teilung, bietet sie doch mehr Flexibilität beim Beladen mit Mensch und Gepäck. Apropos Gepäck: Das Kofferraum-Fassungsvermögen beträgt 550 bis 1.600 Liter. Ein Plus von 70 respektive 40 Litern im Vergleich zum Vorgänger.

Sparsam und stark wie nie zuvor

Ein weiteres Plus verzeichnet der neue X3 bei den Motoren. Zum Start bieten die Bayern allerdings lediglich zwei Aggregate an. Der Meistverkaufte ist glücklicherweise von Beginn an zu haben: X3 xDrive20d nennt er sich und besitzt nun 184 anstelle 177 PS und 380 anstatt 350 Newtonmeter Drehmoment. Damit rennt der um 35 auf 1.790 Kilogramm abgespeckte X3 in 8,5 Sekunden auf Tempo 100 und wird 210 km/h schnell.

Galerie: Vorstellung BMW X3Dabei ist egal, ob diese Übungen mit dem Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder der erhältlichen Acht-Gang-Automatik absolviert werden. Die Wandler-Version wird es für rund 2.100 Euro geben, sie wird auch den sensationell niedrigen Verbrauch von 5,6 Litern nicht antasten. Zum Vergleich: Der Vorgänger benötigt noch 6,5 Liter für die gleiche Distanz, der Mercedes GLK 220 CDI 4Matic schluckt 6,7 Liter und Audis Q5 2.0 TDI noch immer 6,2 Liter. Gründe, warum der Verbrauch deutlich sank: verbesserten Aerodynamik (0,33), gesunkenes Gewicht und serienmäßiges Stopp-Start-System – und natürlich Motorfeinschliff.

Als zweites Aggregat preist BMW den aufgeladenen Drei-Liter-Reihen-Sechszylinder-Benziner an. 306 PS generiert er mittels Turbolader und bringt es auf 400 Newtonmeter Drehmoment. Die Fahrleistungen sind wahrlich sportlich. 245 km/h sind möglich, 5,7 Sekunden werden für den Sprint veranschlagt. Das Schalten übernimmt stets die Acht-Gang-Automatik, die auch hier mit dem Stopp-Start-System korrespondiert und den Verbrauch auf 8,8 Liter drückt. Damit ist der 306-PS-Turbo fast einen Liter sparsamer als der alte 272-PS-Sauger.

Elektronik-Fahrwerk gegen Aufpreis

BMW X3Besonderes Augenmerk hat BMW wahrscheinlich auf das Fahrwerk gelegt. Hier mussten die Bayern viel Häme einstecken, denn das des ersten X3 ist bockelhart und damit alles andere als zeitgemäß. BMW hat verstanden und spricht beim neuen X3 von einem spürbar gesteigerte Fahrkomfort, der auf die neue Fünflenker-Hinterachse und eine softere Abstimmung der Doppelgelenk-Zugstreben-Federbeinachse vorne zurückzuführen ist.

Als Extra bieten die Münchener, deren X3 nun übrigens auch (wie X5 und X6) in den USA (Spartanburg) und nicht mehr in Österreich produziert wird, ein adaptives Stahlfahrwerk an. Das kann, ähnlich wie beim 5er, zwischen Normal, Sport und Sport+ variieren. Die Einstellung Komfort fehlt hingegen gänzlich. Beim Drücken der Modi verändern sich jedoch nicht nur die Dämpfer, sondern zudem die Gaspedal-Kennlinie, das Ansprechverhalten des Motors, die Lenkkraftunterstützung der erstmals in einem X elektromechanischen Servolenkung (auf Wunsch auch als Lenkbewegung-reduzierende Sportlenkung erhältlich), den Eingriff des ESP und nicht zuletzt die Schaltdynamik des Automatikgetriebes.

Immer mit Allrad – vorerst

Die Antriebskräfte übernimmt nach wie vor ein vollvariabler Allradantrieb, der bei normalen Straßenverhältnissen etwas mehr Kraft an die Hinterachse leitet. Um das Fahrverhalten mehr in Richtung sportlich zu trimmen, gibt es gegen Zuzahlung einer kleinen Summe, wie beim X1, auch für den X3 den Elektroeingriff Performance Control, der ein Untersteuern in flott gefahrenen Kurven minimiert.

So gespickt, müsste der neue BMW X3 zum besten Mittelklasse-SUV auf dem Markt werden. Denn Selbstverständlichkeiten wie eine Auswahl an Soundsystemen, Navigationsgeräten, Abstandstempomat, Tote-Winkel-Warner und und und gibt es zusätzlich zum ab Werk sicherlich nicht gerade günstigen Preis. Knapp 39.000 Euro verlangt BMW für den noch aktuellen X3. Knapp unter 40.000 Euro werden es wohl für den neuen X3 xDrive20d werden, der ab dem 20.11.2010 bei den Händlern steht. Günstiger wird es erst mit dem Nachschieben der kleineren Benzin-Versionen und vielleicht irgendwann auch einmal einer Heckantriebs-Variante. (mb)

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