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Das schnellste Serienauto der Welt wird kastriert. Von ehemals 407 bleiben nur noch 360 km/h über. Zumindest, wenn man im Veyron 16.4 Grand Sport das Dachsgement entfernt und offen fährt.
In Pebble Beach wurde am vergangenen Wochenende der neue Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport enthüllt. Die Frage, die bis dahin offen blieb: Wie viel wird der Wagen kosten, den Bugatti nach eigenen Angaben als das Fahrzeug mit den höchsten Ansprüchen an automobiltechnischen Lösungen, Ästhetik und Fahrdynamik anpreist. Knappe Antwort: 1,66 Millionen Euro, bei uns in Deutschland. Kein Schnäppchen, aber den maximal 150 Kunden wird das völlig egal sein.
Der Schnellste und Teuerste
Diese Menschen wollen einfach den schnellsten, teuersten und außergewöhnlichsten Sportwagen haben, den es ab Werk gibt. Ab Werk bedeutet bei Bugatti aber nicht vom Band. Jedes Fahrzeug wird in Handarbeit produziert. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei der Dach-Demontage des Grand Sport Hand anlegen angesagt ist. Nichts mit elektrisch, hier muss der Edelmann aussteigen und das durchsichtige Polycarbonat-Dach selbst abbauen oder abbauen lassen. Es passt danach auch nirgends in das Fahrzeug sondern muss in der Garage untergebracht werden oder aber das Personal versucht mit einem Kombi und Dach im Kofferraum zu folgen. Das sollte idealerweise dieser sein.
Sollte es unterwegs mal nass werden und das Gefolge konnte nicht folgen, hat Bugatti vorgesorgt. Zum einen ist das edle Leder „feuchtigkeitsgeschützt“ und zum anderen ist im „Kofferraum“ etwas Platz für die serienmäßige Notkapuze. Not sollte wirklich eintreten, denn mit dem Schirmchen sind nur noch 130 km/h empfohlen.
Umfangreiche Karbon-Verstärkungen
Cabrios haben bekanntermaßen häufig das Problem, dass sie durch das Aufschneiden labil werden. Verstärkungen in Form von Stahl- und Aluteilen im Fahrzeugboden sind dann notwendig, um Zittern zu unterbinden und Sicherheit zu gewährleisten. Dass bringt meist eine Gewichtszunahme mit sich. Bis zu 200 Kilogramm im Vergleich zum geschlossenen Modell sind keine Seltenheit.
Bugatti löst das aufgrund des nicht vorhandenen Kostendrucks ganz leger. Viel Karbon ist unendlich stabil und wiegt nicht viel. So wurde die gesamte Karosserie umfangreich mit zusätzlichem Karbon gespickt, um die Fahrstabilität jederzeit zu gewährleisten. Das Gewicht stieg dabei nur um 80 Kilogramm.
Alles gleich
Technisch bleibt alle wie gehabt. Auch der Veyron Grand Sport ist knapp 4,50 Meter lang, zwei Meter breit und nur 1,20 Meter hoch. Vier Turbolader beatmen das Achtliter-Triebwerk zwangsweise. 16 Zylinder spielen eine vor dem Veyron gänzlich unbekannte Art der Musik. 1.250 Newtonmeter und 1.001 PS treiben den allradgetriebenen Wagen in nur 2,7 Sekunden auf 100 km/h. Tempo 200 ist aus dem Stand nach gut sieben Sekunden passé.
Das Schönste: Der Sprint gelingt theoretisch auch dem Unbegabtesten. Das Siebengang-DSG wechselt die Gänge kinderleicht und in Windeseile. Auf Wunsch fährt auch der Grand Sport wieder 407 km/h, allerdings nur mit festem Dach. Wer oben ohne unterwegs ist, darf lediglich mit 360 km/h fahren.
Ach ja. Recht interessant ist der Stadtverbrauch des Ungetüms. Während Bugatti bei der Leistung auf das eine PS Wert legt, achtet man in Molsheim auch darauf, dass die CO2-Emissionen genau einen Zähler unter diesem Wert bleiben. 999 Gramm CO2 werden in Moskau, Monaco und Dubai mindestens rausgeblasen. Das entspricht knapp 42 Liter Superplus. Mahlzeit! (mb)
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10.02.2012
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