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Vorstellung: Cadillac ATS-V

Vorstellung: Cadillac ATS-V

Ein Turbo für Europa

27.11.2014

Wer als Cadillac-Fan auf die deutsche Marken-Website schaut, könnte fast ein bisschen traurig werden. Da finden sich zwar das SUV SRX sowie der Traditionalist Escalade, doch die neuesten Modelle ATS und CTS sind lediglich als Zweiliter-Vierzylinder verfügbar. Als Basisoption mag das ja in Ordnung sein – auch im Hinblick auf die CO2-Grenzwerte –, doch ein echter Ami sollte schon mindestens sechs Töpfe unter der Haube haben. Dabei gibt es die beiden Familienmitglieder mit appetitlichen 3,6-Liter-Triebwerken. Nun kommt eine gute Nachricht aus den Staaten: Nachdem die in Europa bereits früher verfügbaren CTS-V-Varianten inzwischen ausgelaufen sind, legt Cadillac nach.

Präsident Johan de Nysschen hat bestätigt, dass die frisch gebackene Mittelklasse-Topversion ATS-V definitiv nach Europa kommt. Und die hat zwar auch 3,6 Liter Volumen, doch ist vom Performance-Level weit von den zivilen Ausgaben entfernt. Mit 460 PS ist der ATS-V ein veritabler BMW M3-Jäger und soll sowohl auf der Autobahn als auch auf dem Track für jede Menge Fahrspaß sorgen, schwärmt de Nysschen. Das auffälligste Merkmal ist die recht hoch stehende Abrisskante, während der gegenüber der Basis zwar nachgeschärfte Frontspoiler erst auf den zweiten Blick erkennbar wird. Mächtige Lufteinlässe in der Motorhaube visualisieren die geballte Turbopower, und üppige Schalensitze schaffen Vertrauen, dass die Passagiere auch bei Querdynamik am Limit noch fest in der Sitzmittelbahn bleiben.

Apropos Turbo: Auch bei Cadillac wird downgesized. Statt großvolumigem V8-Sauger muss es nun eben ein aufgeladener Sechsender richten – zum ersten Mal übrigens in einem Vertreter des V-Labels. Um den Kunden diesen Einschlag schmackhaft zu machen, haben die Ingenieure keineswegs mit High-Tech gegeizt. So bestehen die Turbinen der beiden Lader aus Titan, um Gewicht zu reduzieren und die Massenträgheit gering zu halten, was wiederum ein schnelleres Ansprechen der Anlage garantiert.

Nette Spielereien unterhalten den Fahrer, ob sie die Rundenzeiten auf dem Track wirklich erhöhen, sei dahingestellt. Zum Beispiel muss man beim Schalten das Gaspedal nicht mehr lupfen – die Elektronik regelt die Last also automatisch herunter. Schaltmuffel bekommen ohnehin einen Achtstufen-Wandlerautomaten; dass der stärkste ATS in puncto Fahrwerk deutlich überarbeitet wurde gegenüber den schwächeren Brüdern, liegt auf der Hand. Eine straffere Abstimmung und versteifte Stabilisatoren sind nur wenige Beispiele.

Elektronisch gesteuerte und damit variable Dämpfer gehören im High-End-Bereich zum guten Ton, und mächtige Brembo-Bremsen sollen für standfeste Verzögerung bürgen. Auf Wunsch gibt es ein Track Package, das die Masse dank Karbon-Einsatz sowie einer speziellen Batterie noch weiter reduziert. Den ATS-V wird es als Coupé und Limousine geben. Markteinführung in den USA ist im kommenden Frühling. spannt sein, wann er auch zu uns kommt. Die hiesige Cadillac-Gemeinde wird Herrn de Nysschen beim Wort nehmen. (sp-x)

 
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