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Galerie: Vorstellung Die Technik des neuen Audi A8

Vorstellung: Die Technik des neuen Audi A8

Technik-Monster Audi A8

17.12.2009

Klar, dass ein Automobilhersteller mit einer neuen Luxuslimousine auch neue Maßstäbe setzen will. Audi versucht das mit vielen Details seit nunmehr 14 Jahren immer wieder aufs Neue. Der neue Audi A8 überzeugt mit LED-Scheinwerfern, neuartigem Abstandregeltempomat und beispielsweise einem bislang einzigartigen Bedienkonzept.

Die Fülle an Technik-Schmankerl, die der neue Audi A8 bereit hält, erschlägt einen nahezu. In vielen Bereichen kann das Ingolstädter Top-Modell mit Weltneuheiten prahlen. Aber: Audi übernahm auch Bewährtes und verfeinerte es weiter. All die Maßnahmen sollen den A8 zum sportlichsten Luxusgefährt machen, das sich dennoch mit den komfortabelsten Mitbewerbern messen lassen will. Um das auch nach außen zu demonstrieren, entwarfen die Designer ein besonderes Automobil. Der A8 wirkt stattlich, ohne übertrieben zu sein. Er wirkt luxuriös, ohne pompös zu sein. Er wirkt sportlich, ohne auf Komfort zu verzichten.

Eine der größten Schwierigkeiten war es, den A8 für alle Märkte fit zu machen. So ist neben dem eher zurückhaltenden westeuropäischen Geschmack vor allem der manchmal erdrückende US-Geschmack zu treffen. Gleichzeitig sollen sich aber auch Luxuswagen-Käufer in China angesprochen fühlen. Das sind nämlich die Hauptmärkte des neuen A8. Statusorientiert, großzügig, einfach und einzigartig. Das waren die Begriffe, die nach Aussage der Formgestalter als wichtigste Punkte festgelegt wurden und das Grundgerüst des neuen Audi A8 definierten – sie beziehen sich jedoch nicht nur auf das Aussehen.

Denn der Kunde soll sich wohlfühlen. Damit das gelingt, werden sogenannte Kliniken erstellt. Dabei handelt es sich um Tests am potenziellen Kunden. Mindestens 150 potenzielle A8-Käufer weltweit berichten den Audi-Technikern unverblümt von den Erfahrungen mit den neuen Techniken.

Infotainment

So geschehen beim Infotainment-System des neuen A8, das mit einer  Weltneuheit aufwarten kann. Denn viele Funktionen des MMI-Bedien- und Anzeigen-Systems werden auf Wunsch via neuartigem Touch-Pad ermöglicht. Dabei handelt es sich um eine sensitive Fläche, die per Finger eingegebene Ziffern und Buchstaben erkennt. Der Hauptvorteil des neuen Systems: Es lenkt nicht vom Verkehrsgeschehen ab. Die Bedienung gelingt ohne hinzusehen, die Schrifterkennung ist gigantisch gut und jeder eingegebene Buchstabe und jede Ziffer wird durch eine Sprachausgabe bestätigt. Wer das Geschehen mitverfolgen möchte, kann das auf dem acht Zoll großen MMI-Bildschirm tun, muss es aber nicht. In den Kliniken wurde genau dieses System getestet. Dort haben sich nach dem Test sogar die Touch-Screen-affinen US-Amerikaner für das Touch-Pad und damit gegen den berührungsempfindlichen Bildschirmen entschieden.

Audi A8Aber nicht nur die Eingabe der Navigationsdaten ist revolutionär. Im Audi A8 kann der Kunde ab Juli 2010 sich mittels Satellitenfoto-Kartendarstellung leiten lassen. Dafür kooperiert Audi mit Google. Die Satellitenfotos werden während der Fahrt vorgeladen, so dass es zu keinerlei Verzerrungen kommen soll. Eine beeindruckende Vorführung.

Damit jedoch nicht genug: Auf dem MMI-Bildschirm sind Punkte anklickbar. Dahinter verbergen sich Informationen zu Ortschaften, Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen. Vieles ist direkt mit Wikipedia verknüpft, so dass dem Informationsfluss kaum Grenzen gesetzt sind. Offizielle Ziele wie das Brandenburger Tor erscheinen beispielsweise als bildschirmfüllendes Foto mit dem dazugehörigen Infotext direkt darunter.

Um die Fülle der Möglichkeiten, die alleine das Navigationssystem bietet, zu erkunden, reicht ein Tag mit viel Spieltrieb nicht aus. Für alle, denen das zu viel des Neuen (und Guten) ist: Eine schlichte 3D-Navigation gibt es noch immer, genauso wie die MMI-Menübedienung mittels Drück-Dreh-Wipp-Knopf und/oder via Spracheingabe.

Was sich hier als Beschreibung eventuell kompliziert anhört, gelingt in den meisten Fällen ohne Bedienungsanleitung. Die Menüstruktur ist sehr einfach aufgebaut und vor allem grafisch astrein dargestellt. Als Vorbild nahmen sich die Audi Ingenieure Apples iPhone – derzeit Maßstab hinsichtlich Bedienbarkeit. Ach ja: Ein Head-Up-Display wird es bei Audi vorerst nicht geben. Nach Audi-Meinung ist die Projektion auf die Windschutzscheibe nicht hochauflösend genug und der Vorteil im Vergleich zum weit oben platzierten A8-Bildschirm nicht gegeben.

ACC

Audi A8Ein weiteres Highlight des A8 ist ACC. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich Adaptive Cruise Control, also der Abstandsregeltempomat, der eine einmal eingestellte Geschwindigkeit adaptiv an die tatsächliche Verkehrssituation anpasst. Das bedeutet: Beschleunigungs- und Bremsmanöver werden vom System eingeleitet, eine vom Fahrer gewählte Höchstgeschwindigkeit wird jedoch niemals überschritten. Das neue System funktioniert zwischen 0 und 250 km/h – im Prinzip nichts Neues.

Als Weltneuheit besitzt der neue A8 jedoch zwei Radarsensoren. Sie befinden sich anstelle der beim A8 nicht vorhandenen Nebelscheinwerfer (siehe Abschnitt Licht). Die Sensoren erfassen den vorausfahrenden Verkehr in bis zu 220 Meter Entfernung. Beim A8 werden aber nicht nur die Radarsensoren zur Berechnung herangezogen. Über dem Innenspiegel befindet sich eine Video-Kamera, die andere Verkehrsteilnehmer und deren Verhalten überprüft. So erkennt ACC sogar das Blinken anderer Fahrzeuge und kann darauf reagieren. Die Auswertung übernimmt ein Konglomerat aus 27 Steuergeräten. Nach deren Pfeife tanzen Bremsanlage und Gaspedal, sofern der Fahrer nichts überstimmt.

GPS-Daten werden einbezogen

Das ist aber noch nicht alles, denn zusätzlich werden noch die GPS-Daten mit in die Berechnung einbezogen. So hält der A8 selbst auf kurviger Strecke, wenn beispielsweise der Vordermann kurzzeitig aus dem Bereich aller optischen Erfassungsgeräte flieht, die zuletzt gefahrene Geschwindigkeit. Andere Systeme beschleunigen in dieser Situation und der Fahrer muss manuell eingreifen, um dem Vordermann nicht zu dicht aufzufahren. Das gilt übrigens auch beim Abbiegen eines vorausfahrenden Fahrzeugs. Wenn die Kamera das Blinksignal registriert, wird ein Abgleich mit den Navidaten gemacht, ob sich dort tatsächlich eine Einmündung oder Kreuzung befindet, das Bremsmanöver wird hinausgezögert, der Verkehrsfluss harmonisiert.

Audi A8Eine weitere Neuheit ist, dass ACC auch den rückwärtigen Verkehr beobachtet. Dazu nutzt das System zwei Sensoren, die unter dem Stoßfänger angebracht sind und auch dem Side-Assist (Tote-Winkel-Warner) Informationen liefern. Vorteil: fährt man auf der Autobahn auf einen Vorausfahrenden auf, bremst ACC nach Audi-Angaben den A8 nun deutlich später, so dass der Fahrspurwechsel flüssiger ablaufen kann. Voraussetzung: Die Hecksensoren registrieren kein schnelleres Fahrzeug von hinten.

Die Radarsensoren sind übrigens beheizt, so dass eine Vereisung fast ausgeschlossen ist und eine Funktion auch bei extrem niedrigen Temperaturen gewährleistet ist. Aufgrund der Front-Kamera und der Parksensoren erkennt das System sogar Radfahrer oder Mopped-Fahrer, die sich beim Ampelstopp vor den A8 drängeln und warnen den Fahrer beziehungsweise lassen den A8 sanfter beschleunigen.

Nachtsichtassistent

Direkt hinter den Audi-Ringen im Kühlergrill verbirgt sich eine neuartige Wärmebildkamera. Sie erfasst in einem Abstrahl-/ Erfassungswinkel von 24 Grad alle stehenden oder laufenden Personen, die sich bis zu 300 Meter vor dem Fahrzeug im Dunkeln befinden. Ein Schwarz-Weiss-Wärmebild wird ins Kombiinstrument projiziert, wobei die Personen je nach Nähe und Gefahr gelb oder rot eingefärbt sind, zudem ertönt ein Gong (kann abgeschaltet werden). Da das System auf Körperwärme reagiert, schaltet es ab eine Außentemperatur von 28 Grad Celsius ab, da dann die Differenztemperatur zur einwandfreien Fußgänger-Erkennung zu gering ist. Um die Funktionssicherheit bei schlechten Witterungsbedingungen zu garantieren, ist der 2.000 Euro teure Nachtsichtassistent mit einer Heizung und einer Reinigungsdüse ausgerüstet.

Pre Sense

Galerie: Vorstellung Die Technik des neuen Audi A8Pre Sense nennt Audi ein weiteres System zur Unfallvermeidung, das es in ähnlicher Form seit Jahren bei Mercedes gibt (Pre-Safe). Pre Sense gibt es in verschiedenen Ausbaustufen. Schon die immer serienmäßige Basisversion strafft beispielsweise bei einer Vollbremsung oder einem ESP-Eingriff die Gurte, schließt geöffnete Fenster und Schiebedach, richtet Sitze auf und aktiviert die Warnblinkanlage. Gegen Aufpreis kann Pre Sense aber noch mehr, denn dann ist es in anderen Assistenzsystemen implementiert und nennt sich Pre Sense Front, Pre Sense Rear und Pre Sense Plus. So ist das Komplettsystem – ähnlich wie ACC – mit allen Radarsensoren und Kameras im Auto vernetzt und überwacht den Verkehr vor und hinter dem Fahrzeug und leitet bei Bedarf Maßnahmen ein, die eine Kollision verhindern oder deren Folgen minimieren – mindestens 4.800 Euro kostet das Komplett-System.

Scheinwerfer und Licht

Deutlich günstiger sind die Bi-Xenon-Scheinwerfer des A8, sie gibt es nämlich serienmäßig. Mit dabei sind dann bereits LED-Tagfahrlicht, LED-Blinker und LED-Standlicht. Als Option gibt es das adaptive Kurvenlicht mit modulierbarer Leuchtweite für 800 Euro. Dabei erfasst die Kamera des Fernlichtassistenten andere Lichtquellen vor dem A8 und passt die Leuchtweite daran an. Das soll ein Blenden anderer Verkehrsteilnehmer verhindern und dem A8-Fahrer stets das Optimum an Licht bieten. Außerdem kann sich das Bi-Xenonlicht an die Straßenverhältnisse und Witterungsbedingungen anpassen (Leuchtweite und –breite werden den Anforderungen nach moduliert), weshalb Audi beim A8 auch auf herkömmliche Nebellampen verzichtet hat.

Galerie: Vorstellung Die Technik des neuen Audi A8Deutlich mehr Prestige bietet der bereits zweite Voll-LED-Scheinwerfer der Bayern. Nach dem R8 gibt es nun auch für den A8 die Diodentechnik für alle Funktionen des Hauptscheinwerfers. 56 Leuchtdioden pro Seite geben dem A8 ein unverwechselbares Gesicht. Die für den Fahrer wahrnehmbaren Vorteile der LED-Technik beschränken sich derzeit jedoch auf die mit 5.500 Kelvin tagelichtähnliche Lichtfarbe, die weniger ermüden soll, als beispielsweise herkömmliche Halogen- oder Xenonscheinwerfer. Weiter sehen kann man damit nicht.

Das ist für meisten Kunden wohl auch nur zweitrangig. Das Prestige und das Erscheinungsbild, das diese Lichttechnik mitbringt, zählt sicherlich mehr. Denn auf die gleitende Leuchtweitenregulierung müssen LED-Käufer vorerst noch verzichten.

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Dafür ist aber auch das LED-Licht mit den GPS-Daten gekoppelt, so dass ein LED-A8 beispielsweise schon vor Erreichen einer Kreuzung das breite Stadtlicht aktiviert, um die Seiten besser auszuleuchten. Außerdem wird schon beim Auffahren auf die Autobahn das weitreichende Autobahnlicht aktiviert. Das Luxus-Licht kostet derzeit noch 1.800 Euro. Damit ist es jedoch deutlich günstiger als beim Audi R8. Hier verlangt Audi noch stolze 3.600 Euro.

Die letzten fünf

Fünf herkömmliche Glühlampen besitzt der neue A8 übrigens noch. Eine im Handschuhfach, zwei im Kofferraum sowie je eine als Rückfahrlicht glimmen in gelblichem Old-School-Look und wirken am und im A8 irgendwie befremdlich. Die schöne alte Zeit ist beim neuen Audi A8 somit passé. Schade? Nein, ganz im Gegenteil, die Technik kann und wird begeistern. Zumindest einige wenige, die sich den neuen A8 leisten können. Immerhin: Der alte A8 hat weltweit rund 150.000 Käufer gefunden.

 
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