Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Nicht nur, dass Michael Schumacher – für sehr begrenzte Zeit – wieder in die Formel 1 einsteigt. Nein, er war auch maßgeblich an der Entwicklung des neuesten Maranello-Supersportlers beteiligt und zeichnet unter anderem für die Fahrwerksabstimmung des 458 Italia verantwortlich. Aber der Nachfolger des F430 glänzt mit weiteren Superlativen als nur einem Schumi-Set-up.
So beschreibt Ferrari den neuen 458 Italia in der Pressemappe als eine Synthese aus Stil, kreativem Flair, Passion und Vorreiter in punkto Technologie – alles Eigenschaften, für die Italien sehr bekannt sei. Daher auch der Zusatz „Italia“ im Namen.
Superlative, ja wo denn?
Eine selbstbewusste Aussage, die aufhorchen lässt. So kann der 458 Italia aber in der Tat mit einigen Innovationen glänzen, die zumindest in seinem Fahrzeug-Segment und vor allem in der über-500-PS-Klasse einzigartig sind. Da wäre zum einen die Kombination aus V8-Heckmittelmotor mit Direkteinspritzung. Nur 13,7 Liter Sprit benötigt er auf 100 Kilometern und belegt damit den Spitzenplatz – im Segment. Ein Lamborghini Gallardo (560 PS) benötigt 14 Liter; ein Audi R8 V10 (525 PS) braucht gar 14,7 Liter, beide allerdings mit Allradantrieb.
Der Ferrari markiert unter den direkten Mitbewerbern die Leistungsspitze. Exakt 570 Pferde entspringen bei 9.000 Touren dem unter eine Glaskuppel liegenden V8-Aggregat. Das bedeutet 127 PS pro Liter Hubraum (4.500 Kubikzentimeter). Das maximale Drehmoment von immerhin 540 Newtonmeter generiert der 458 Italia bei Rennsportwagen-typischen 6.000 Umdrehungen. So gewappnet soll der rund 1,4 Tonnen leichte Sportler – Leistungsgewicht 2,42 Kilogramm pro PS – in zackigen 3,4 Sekunden vom Stillstand auf Tempo 100 schnellen. Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und der Gewichtsverteilung von 42 zu 58 Prozent sei Dank. Seine Puste reicht angeblich bis 325 km/h. Und der letzte Gang ist nicht als Schongang ausgelegt, sondern für Top-Speed, wie die Italiener betonen.
Ganz ohne Spoiler
Bei diesen Geschwindigkeiten ist eine ausgefeilte Aerodynamik hilfreich. Bei Tempo 200 beträgt die Anpresskraft beispielhafte 140 Kilogramm. Bemerkenswert ist dieser Wert, da der Ferrari (mal wieder) komplett ohne Spoilerwerk auskommt.
Auch dadurch wirkt der neueste Streich aus Maranello wie ein Kunstwerk. Die typische DNA wurde mitgenommen und mit modernen Attributen verwoben. Markant sind das LED-Tagfahrlicht sowie der große Kühlschlund in der Front. Die filigranen A-Säulen sind ein Indiz für optisches Feingefühl. Die recht steil stehende Windschutzscheibe ragt bis in den Dachverlauf hinein und dürfte den zwei Passagieren ein großzügiges Raumgefühl bieten.
Von hinten ist der 458 Italia unverkennbar Ferrari. Lediglich die drei Endrohre wirken ein wenig aufgesetzt. Der Sound, den sie produzieren, soll über jeden Zweifel erhaben sein und rennwagenmäßig klingen. Das dürfte auch für die Bremsanlage gelten, die hinter den optional erhältlichen 20-Zoll-Schmiederädern hervor lugen. Ferrari gibt einen Bremsweg von gut 32 Metern aus Tempo 100 an – mit Straßenbereifung.
Rennfahrer-Interieur
Der ergonomisch gestaltete Innenraum soll speziell auf die Bedürfnisse eines Rennfahrers zugeschnitten sein. Als Neuheit können sämtliche Einstellungen für Fahrzeug, Navigations- und Entertainment-System vom Lenkrad aus bedient werden.
Über den Preis lassen sich die Italiener noch nicht aus, mit rund 185.000 Euro ist zu rechnen. Die genaue Zahl wird wohl erst zur Publikumspremiere auf der Frankfurter IAA (17. – 27.09.2009) verkündet. Vielleicht sogar durch Michael Schuhmacher, der zwischen dem F1-Rennen in Monza und dem in Singapur mal kurz einen Abstecher nach Frankfurt machen dürfte und seinen neuesten Firmenwagen enthüllt. (mb)
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