Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Premium. Laut Wikipedia bietet dieser Begriff (abgeleitet von lat. „praemium“ für Belohnung oder Beute) dem Verbraucher „keine Entscheidungshilfe“. Das englische Wictionary ist gnädiger und lässt auch die Umschreibung „von ungewöhnlich hohem Wert“ gelten. Carlos Ghosn, Chef von Renault-Nissan, füllt diesen Begriff anlässlich der Weltpremiere des neuen Oberklasse-SUV lieber mit Inhalt: Er nennt die Nissan-Premiummarke Infiniti eine „gelungene Mischung aus Design, Leistung und Luxus“. Und damit hat er völlig Recht.
Amerika-Fans kennen Infiniti bereits seit fast zwanzig Jahren. Nachdem Toyota mit dem Luxus-Ableger Lexus und Honda mit Nobel-Hobeln namens Accura in Amerika neue Käufer finden konnten, zielt der Nissan-Konzern nun auf Westeuropa.
Größe zählt
In Amerika gilt „bigger is better“ und dort hatten die Japaner in den 80ern keinen Stich. Mercedes, Cadillac und BMW bedienten die reiche Klientel und der Markt der „Premium“-Autos wächst auch in Europa munter weiter.
Von diesem Kuchen will Ghosn auch etwas abhaben und vor allem mit kleinen Stückzahlen Gewinne einfahren. Das setzt einerseits voraus, dass die Autos teuer sind. Andererseits aber auch, dass ein Infiniti ganz anders ist als ein Mercedes, Porsche oder Audi, dass sich also zumindest einige solvente Kunden überzeugen lassen.
Optische Wucht
Allein optisch macht das neue Infiniti-SUV, der FX 50, schon eine Menge her. Selbst ein BMW X6 sieht daneben nachgerade schüchtern aus. Gegenüber dem Vorgänger FX 45 (oder der Sechszylindervariante FX 35) wirkt der völlig Neue fast wie ein tiefgreifendes Facelift, aber das ist auch gut so: seine lange, geschwungene Motorhaube, die elegant abfallende Dachpartie und das bullige Heck verhelfen ihm zu einem glaubwürdigen Sportwagenauftritt in den SUV-Reigen, da kann man schwerlich etwas verbessern.
Deutliche Akzente
Ein deutlich akzentuierter Kühlergrill und wesentlich dynamischere Scheinwerfer vorne, sowie „aerodynamisch günstig geformte LED-Heckleuchten“ (Pressetext) hinten bringen die bereits seit sieben Jahren bewährten Proportionen ansatzlos in die nächste Generation. Dabei sind alle Flächen nochmals runder und organischer ausgefallen, die Übergänge zu Seitenschwellern, Front- und Heckschürzen sehen aus wie gewachsen.
Die technischen Daten stehen dem in nichts nach. In Ermangelung von Preislisten seien sie hier als Appetitanreger und nur stichwortartig genannt: Hinterachslenkung, lasergesteuerter Abstands-Tempomat, adaptives Kurven-Xenonlicht, kratzfester Lack und permanenter, variabler Allradantrieb.
V8-Power
Gepowert wird der FX 50 von einem tief eingebauten Fünfliter-V8-Benziner, der knapp 400 PS leistet und für überlegene Fahrleistungen sorgen soll. Er dreht bis fast 7.000 Umdrehungen und soll dennoch weniger verbrauchen als sein 4,5-Liter Vorgänger. Eine Siebengang-Automatik ist da schon so selbstverständlich wie Schaltwippen am Lenkrad und adaptive Stoßdämpfer.
Normalerweise ist der Ober-SUV mit sportlichem Hinterradantrieb unterwegs, bei Schlupf werden jedoch stufenlos bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Vorderachse geleitet. Für ständigen Grip sorgen die Riesenreifen des Formats 265/45 auf 21-Zoll (!) Felgen.
Fazit
Der Infiniti FX 50 ist eine durchgestylte Alternative zum BMW X6. Ende 2008 werden die ersten nach Deutschland kommen, eine V6-Variante soll folgen. Dieselfans werden sich allerdings noch bis 2010 gedulden müssen. Doch weil es Carlos Ghosn nicht auf Stückzahlen ankommt, wird zumindest Infiniti das verschmerzen können.
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