Pariser Autosalon 2010
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Galerie: Vorstellung Jaguar C-X75

Vorstellung: Jaguar C-X75

Mit Tradition in die Zukunft

30.09.2010

Mit dem C-X75 stellt Jaguar eine der spektakulärsten und meistbeachteten Studien am Vorabend des Pariser Autosalons vor. Pünktlich zum 75ten Jubiläum der britischen Traditionsmarke verbindet die Supersport-Elektroflunder die Vergangenheit mit der Zukunft, so Chefdesigner Ian Callum. Und tatsächlich liefert der Wagen nicht nur Fahrwerte auf Supersportwagen-Niveau sondern soll nur 28 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Der Trick: Kraftwerkstechnologie!

Das spektakuläre Design des C-X75 kann durchaus als neue Stoßrichtung für die sportlichsten Jaguars der Zukunft verstanden werden. Es wird sicher nicht das mit dem XF eingeführte und durch den XJ weiterentwickelte Markendesign ablösen. Doch Ambitionen auf die Rennstrecke sind im Hause Jaguar auch nach langer Abstinenz noch vorhanden und die Optik des C-X75 ist eine klare Referenz an das legendäre Vorbild XJ113.

Galerie: Vorstellung Jaguar C-X75Noch deutlicher als bei den bisher unter Callums Federführung gezeichneten Jaguars stellt der C-X75 die klare und leichte Linie in den Vordergrund. Flache, breite und schnell aussehende Sportwagen gibt es einige, doch so zurückhaltend und dennoch selbstbewusst wie der Elektro-Jag steht keiner da. Die Front mit dem steil stehenden Kühlergrill trägt prominent das Jaguar-Logo in der Mitte. Die flache Haube zieht die Lichter weit zur Seite, was dem Wagen eine noch gedrungenere Optik verleiht. Die seitlich neben dem Markengrill befindlichen Lufteinlässe sind bis ins Detail so liebevoll gestaltet, dass die Erwartung an den Rest des Autos steigt.

Der feine Strich

Galerie: Vorstellung Jaguar C-X75Die markant gewölbten vorderen Kotflügel gehen in eine schlanke Taille über, um mit einem weiteren Schwung über den hinteren Rädern in das breite Heck einzufließen. Diese sehr klassische Linie ist so typisch Jaguar wie auch die sich nach hinten verjüngenden Seitenfenster und die (im C-X75 sehr) schmale Heckscheibe – Designelemente, die direkt vom aktuellen XK stammen.

Dem Heck dagegen werden Worte nicht gerecht, das muss man sich aus möglichst vielen Winkeln einfach ansehen. Spoiler, Splitter oder sonstigen Aerodynamischen Firlefanz sucht man vergebens, denn ein aerodynamisch ausgestalteter Unterboden und Diffusor am Heck sorgen für den nötigen Anpressdruck ohne die schöne Linie zu verschandeln.

Kraftwerk im Sportwagen

Galerie: Vorstellung Jaguar C-X75Unter den Türen öffnet sich je ein weiterer Lufteinlass, die den enormen Luftbedarf der unter der Heckscheibe liegenden Turbinen zu eröffnen. Diese Microturbinen tun genau das, was ihre großen Kollegen im Kraftwerk tun: Elektrizität produzieren. Im flachsten Jaguar des 21ten Jahrhunderts wirken sie als Range-Extender, der die Batterien bei Bedarf auflädt. Zusätzlich kann der von den Turbinen generierte Strom mit einer Maximalleistung von bis zu 140 Kilowatt direkt an die vier an den Rädern angebrachten Elektromotoren gegeben werden. Mit einer Gesamtleistung von 4 x 195 = 780 PS und einem Drehmoment von bis zu 1.600 Newtonmeter sind sensationelle Fahrleistungen realisierbar: 3,4 Sekunden von Null auf Tempo 100, Spitze über 330 Kilometer pro Stunde.

Simulierter Wahnsinn

Galerie: Vorstellung Jaguar C-X75Tatsächlich sind diese Fahrwerte in Simulationen berechnet worden, denn die Millionenteure Einzelanfertigung ist einfach zu wertvoll um sie tatsächlich auf die Rennstrecke zu schicken und auszufahren. Dementsprechend fehlt auch eine Rundenzeit für die Nordschleife, denn die lässt sich nicht wirklich simulieren. Mit den vorliegenden Daten jedoch sind durchaus mehrere Runden im Renntempo denkbar.

Die rein elektrische Reichweite des E-Jag (die Bordbatterien können innerhalb von sechs Stunden an einer 220 Volt Steckdose geladen werden) liegt bei über 100 Kilometern bei Tempo 130. Das hebt sich noch nicht von der Prototypen-„Konkurrenz“ eines Mercedes SLS AMG mit Elektroantrieb ab, doch übertrifft er dessen Fahrleistungen und die eines Audi R8 E-Tron deutlich. Im EU-Zyklus ermittelten die Jaguar-Ingenieure sensationell niedrige 28 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer. Sind die Batterien leer, springen die Turbinen ein, die mit verschiedensten Treibstoffen (Diesel, Super, Ethanol) befeuert werden können.

Alltagstaugliche Reichweite

Galerie: Vorstellung Jaguar C-X75Bei einem Reisetempo von 120-140 km/h steigt die Reichweite mit einer 60-Liter Tankfüllung auf sensationelle 900 Kilometer. Die von den Turbinen aufgeladenen Lithium-Ionen Batterien können daher auch relativ klein ausfallen, sie stellen eine Kapazität von knapp 20 Kilowattstunden bei einem Gewicht von 230 Kilogramm bereit (Audi R8 E-Tron: gut 40 KWh bei 470 kg, Mercedes SLS AMG E-Cell 48 KWh bei rund 300 kg).

Im Gegensatz zu bisherigen - und kurz vor der Markteinführung stehenden - Range-Extendern (Chevrolet Volt, Opel Ampera) bieten die Gasturbinen im Jaguar entscheidende Vorteile: Neben dem geringen Gewicht von je 35 Kilogramm sind es vor allem die wenigen beweglichen Teile, die fehlende, aufwändige Öl- oder Wasserkühlung und die damit erhöhte Leistungsausbeute.

Fazit

Galerie: Vorstellung Jaguar C-X75Schöner kann man einen Supersportwagen nicht zeichnen: Der Jaguar C-X75 zeigt, welches emotionale Potential in der Marke steckt. Doch neben den unbestrittenen Pluspunkten im Design und dem anspruchsvollen und innovativen Einsatz von Gasturbinen als Range-Extender hat der der Jaguar einen Nachteil gegenüber den genannten Konkurrenten: Er ist weit von einer Serienfertigung entfernt. Während Mercedes und Audi ein Serienauto in den nächsten zwei bis drei Jahren planen, nennt Tata-Chef und oberster Jaguar Boss Carl-Peter Forster einen Zeithorizont von 5 Jahren für serienreife Gasturbinen wie sie im C-X75 vorgestellt wurden.

Ob die britische Elektroflunder selbst je in Serie gehen wird ist dagegen völlig offen.

Galerie: Vorstellung Jaguar C-X75

 
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