Detroit Auto Show 2009
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Galerie: Vorstellung Jaguar Facelifts, neue V8-Benziner und V6-Diesel

Vorstellung: Jaguar Facelifts, neue V8-Benziner und V6-Diesel

Geschmeidig gemacht

12.01.2009

2009 startet Jaguar zu einer Motorenoffensive, die es im Vereinigten Königreich lange nicht gab. Vier neue Triebwerke stehen bereit und werden in vier Modellreihen für mächtig Druck sorgen.

Es ist schon komisch, dass nur ein Jahr nach seiner Markteinführung der XF neue Motoren bekommt. Einzig der Dreiliter-Benziner bleibt unangetastet. Vor allem Dieselfreunde stöhnten bei der Markteinführung des XF D ob der geringen Leistung des durchaus guten 2.7 D Twin-Turbo mit 207 PS.  Bei den Benzinern sahen nur sehr wenige Kunden Handlungsbedarf. Nichtsdestotrotz gibt es ab April 2009 vier neue Motoren für den XF und das facegelfitete XK Coupé und Cabriolet.

Zwei Leistungsstufen beim Diesel

Vor allem der neue XF Diesel soll nach Aussagen von Jaguar endlich ein echter Vertreter der Marke sein. Dieses Selbstbewusstsein beziehen die Briten aus dem komplett neuen Dreiliter-Selbstzünder, der von einem 150 Mann starken Team innerhalb der letzten drei Jahre komplett in Eigenregie entwickelt wurde – der 2.7 entsprang noch einer PSA-Kooperation.

Galerie: Vorstellung Jaguar Facelifts, neue V8-Benziner und V6-DieselZwei Leistungsvarianten mit 240 und 275 PS sollen für Furore sorgen. Die Drehmomentklötze bringen es auf 500 respektive 600 Newtonmeter. Erzeugt wird diese unbändige Kraft mittels zweier Turbolader, die erstmals bei einem V6-Diesel sequenziell geschaltet sind.

Der große Turbolader besitzt eine variable Turbinengeometrie und legt sich schon kurz über Leerlaufdrehzahl ins Zeug. Der kleine Lader, der sonst meist für den Drehmomentaufbau aus niedrigen Drehzahlen zuständig ist, kommt bei Jaguar erst ab 2.800 Touren zum Einsatz und ist zudem starr. Außerdem setzt er sich erst in Bewegung, wenn er wirklich benötigt wird. Laut Untersuchungen ist genau das selten der Fall, denn 80 Prozent des Fahrbetriebs absolvieren Jaguar-Piloten unter 2.500 Touren.

Deutlich schneller, spürbar sparsamer

Wer es drauf anlegt, schafft den 100-km/h-Sprint in 7,1 Sekunden –  eine Sekunden schneller als bisher. Und dabei sprechen wir von der 240-PS-Variante. Der 35 PS stärkere Bruder erledigt die Arbeit nochmals 0,7 Sekunden flotter. 240 km/h schafft der schwächere Diesel; bei 250 km/h beendet die Elektronik den Vortrieb des Sportdiesels, der das „S“ am Heck trägt.

Galerie: Vorstellung Jaguar Facelifts, neue V8-Benziner und V6-DieselMit 6,8 Litern soll der XF V6 Diesel 100 Kilometer weit fahren können – egal welche Leistungsstufe ihn antreibt. 179 Gramm lautet der CO2-Wert, der damit auf einer Ebene mit dem BMW 535d liegt.

Neben der Leistung wurde auch der Einspritzdruck angehoben. Mit bis zu 2.000 bar wird der Kraftstoff dank neuer Siebenloch-Düsen, und bei Bedarf fünf Mal pro Sekunde, in die sechs Brennräume gestäubt und soll damit zu einem hervorragenden Geräuschkomfort beitragen: Jaguar selbst spricht vom neuen Maß der Dinge in der Fahrzeugklasse. Zu niedrigeren Innengeräuschen trägt auch die mit einer speziellen Folie beschichtete Frontscheibe bei, die ab Modelljahr 2010 alle XF erhalten.

Samtige V8-Benzindirekteinspritzer

Sind die Dieselmotoren vorerst noch exklusiv für den XF reserviert, kommen die neuen Benzindirekteinspritzer in den Viertürer und zeitgleich in das Sportcoupé XK sowie in das Cabriolet.

Galerie: Vorstellung Jaguar Facelifts, neue V8-Benziner und V6-DieselDabei handelt es sich eigentlich nur um ein komplett neu entwickeltes Aggregat, das die betagten 4,2-Liter ablöst. Zur Erinnerung: Der 4.2 hat ein Ölwechselintervall von nur 12.000 Kilometern! Der neue verdoppelt diese Reichweite. Der neue V8 kommt übrigens ebenfalls in zwei Leistungsstufen. Beide schöpfen ihre Kraft aus fünf Litern Hubraum. In Zeiten der allgemeinen Hubraumreduzierung mag dieser Umstand überraschen. Aber: Die Jaguar-Ingenieure haben es geschafft, bei deutlich mehr Leistung den Benzinverbrauch wenigstens konstant zu halten. Elf Liter laufen durch die gemeinsame Leitung des nun 385 PS starken Saugers und 12,5 Liter sind es beim komplett neuen, aber dezent dreinschauenden Sportmodell XFR (510 PS).

Galerie: Vorstellung Jaguar Facelifts, neue V8-Benziner und V6-DieselDer Fünfliter-Saugmotor besitzt neben der Direkteinspritzung eine variable Ventilsteuerung, eine Nockenprofilumschaltung und ein variables Schaltsaugrohr. Auf die letzten beiden Details verzichtet der XFR, der die Luft mechanisch in den Motor presst. 515 Newtonmeter (plus 114 Nm) bei 3.500 Motorumdrehungen stemmt der Saugmotor auf die Kurbelwelle, 625 (plus 75 Nm) sind es ab 2.500 beim aufgeladenen XFR. So gewappnet ist in beiden Fällen bei 250 km/h Schluss. Nur der Weg bis dorthin verkürzt sich im Kompressormodell erheblich. So spurtet dieser in deutlich unter fünf Sekunden auf Tempo 100. Das unbeatmete Pendant benötigt für diese Übung rund 5,5 Sekunden. Ach ja: Alle neuen Motoren sind Euro-5-rein.

Ärgern werden sich XF-Kunden, die ein eigentlich neues Modell mit bald schon alten Motoren haben. Denn so kurz nach der Markteinführung eine Motorrevision vorzunehmen, ist ein Schlag ins Gesicht.

Facelift für XK

Aber nicht nur der XF wurde neu motorisiert. In Coventry enthüllte kein geringerer als Jaguar Chef-Designer Ian Cullum den gelifteten XKR, der auch die neuen V8-Motoren bekommt. Zudem wurden Front und Heck des 2+2-Sitzers behutsam verändert. Soll heißen: Neu gestaltete Frontschürze, die neben der Optik auch die Aerodynamik verbessert, neue Kiemen an den Seiten, neue Außenspiegel und neue Rückleuchten im LED-Stil des XF schenken ihm Moderne. Im Interieur vermissen Jaguar-Traditionalisten den J-Wählhebel der Sechsstufen-Automatik. Auch hier wird ab sofort per Drehknauf der Gang vorgewählt.

Überarbeitete Automatik

Galerie: Vorstellung Jaguar Facelifts, neue V8-Benziner und V6-DieselDieser beim Motorstart ausfahrende Drehknauf ist Herr über die modifizierte ZF-Sechsstufen-Automatik. Diese soll die Gangwechsel noch weicher erledigen und mit verschiedenen Fahrprogrammen an die Wünsche des Fahrers anpassen. Weitere Feinheiten gibt es für die Starkmodelle: Ein adaptives Bilstein-Fahrwerk und ein elektronisch gesteuertes aber mechanisch sperrbares Hinterachsdifferenzial sind Serie und sollen die Rundenzeiten auf der Rennstrecke verbessern. Laut Mike O’ Driscoll, Managing Director Jaguar, soll die Großkatze genau dort wieder Zähne zeigen.

Damit es dafür vom Finanzvorstand grünes Licht gibt, werden die Preise logischerweise angepasst – nach oben. So gibt es den Jaguar XF 3.0 D ab 51.200 Euro; der XF 3.0 S kostet mindestens 54.500 Euro. Damit liegen die Dreiliter-Diesel rund 1.800 und gut 5.000 Euro über dem Einstiegspreis des 2.7 D, der demnächst nicht mehr angeboten wird. Ausstattungsbereinigt gibt es allerdings keinen Mehrpreis, denn neben der Mehrleistung wurden außerdem größere Bremsen aus den V8-Modellen installiert, die Geräuschdämmung optimiert und elegantere Außenspiegel installiert.  Der XF V8 hat nun fast die Fahrleistungen des alten Kompressor-Modells, kostet aber „nur noch“ 68.200 (alter 4.2 S/C  81.000 Euro), der XFR kommt auf rund 90.000 Euro.

Galerie: Vorstellung Jaguar Facelifts, neue V8-Benziner und V6-DieselDie facegelifteten XK kosten zwischen 89.000 Euro als Coupé und 112.000 Euro als XKR Cabriolet. Der Unterschied zwischen Coupé und Stoffdach-Cabriolet liegt bei gut 8.000 Euro.

Zukunftsängste?

Vor der ungewissen Auto-Zukunft fürchtet sich Jaguar nicht. Die neuen Herren aus Indien (Tata ist seit rund einem Jahr Eigentümer) lassen den Briten freien Lauf. Und dass Jaguar derzeit auf der Gewinnerseite steht, zeigt der Anstieg der Verkaufszahlen um etwa acht Prozent weltweit.

Laut Mike O’Driscoll verkaufen sich Nischenmodelle eben immer. Recht hat er, im konkreten Fall zumindest. Übrigens: Alle neuen Motoren werden im Laufe des Jahres 2009 in diversen Land-Rover-Modellen ihr Debüt feiern. (mb)

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