Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Vorstellung Seat Exeo

Vorstellung: Seat Exeo

Audi pur

26.06.2008

Firmenjubiläen sind immer ein willkommener Anlass, um zu feiern. Mit Rabatten, Sondermodellen oder Preiserhöhungen begehen fast alle Automobilhersteller ihre mehr oder weniger runden Geburtstage und wollen mit lustigen Festen Kunden in ihre bunt dekorierten Autohäuser locken. Bei Seat dagegen spricht kaum jemand davon, dass die Marke vor 25 Jahren ihre Verkäufe in Deutschland gestartet hat.

Man wolle nicht nach hinten blicken, meint Alexander Skibbe. „Ein Jubiläum hat immer etwas mit der Vergangenheit zu tun, wir schauen lieber nach vorne“, erläutert der Seat-Pressesprecher. „Mit dem Ibiza schlägt Seat eine neue Richtung ein, wir feiern lieber die Zukunft“. Gefeiert wird die neue Ära, ganz branchenfremd auf einem Schiff. „Ibiza Island“ tourt bis Ende September durch die Bundesrepublik und legt an allen größeren Häfen an.

Seat-Kunden und solche, die es werden sollen sind eingeladen, an Bord zu gehen, und sich dort von den Vorzügen des neuen Ibiza zu überzeugen. Als Audi-Tochter orientieren sich die Spanier an den Qualitätsansprüchen des Mutterkonzerns. „Wir wollen bei Seat zukünftig eine Präzision an den Tag legen, die mit der bewährten Audi-Qualität vergleichbar ist“, erklärt Skibbe. Hochwertige Kunststoffe, passgenaue Verarbeitung, feine Nähte und - ganz wichtig - angenehm anzufassende Materialien sollen bald selbstverständlich sein.

Auf die Einkaufsliste

Natürlich will Seat mit der Insel-Lösung den Ibiza vermarkten, gleichzeitig aber auch die Markenbekanntheit steigern. Viele Käufer denken bei der Auswahl ihres Neuwagens schlichtweg nicht an Seat. Um häufiger auf der Einkaufsliste aufzutauchen, plant Seat eine deutlich breitere Modellpalette anzubieten.

Alexander Skibbe: „Bis zum Jahr 2018 wollen wir acht neue Segmente erobern, in denen wir bislang noch nicht vertreten sind.“ Den Anfang macht zu Beginn des nächsten Jahres der Exeo - der entgegen der Tradition nicht nach einer spanischen Stadt benannt ist. Neben der Eroberung von Neukunden soll die Mittelklasselimousine vor allem älter - und reicher - werdenden Seat-Kunden die Möglichkeit geben, innerhalb der Marke „aufzusteigen“.

Spanischer Up

Galerie: Vorstellung Seat ExeoNach unten soll zudem ein Seat-Pendant zum VW Up das Angebot abrunden. Allerdings müssen den erst einmal die Wolfsburger auf den Markt bringen, schließlich hat der Mutterkonzern die älteren Rechte. Geplant ist der Volkswagen für Ende 2009, bei Seat dürfte er dann spätestens 2011 im Programm sein.

Doch zurück zum Exeo: Die Entwicklungskosten für das Mittelklassemodell dürften äußerst gering ausfallen Dahinter verbirgt sich nämlich der alte Audi A4 (B7, so die interne Bezeichnung). Luc Donckerwolke, der Seat-Designer, hat der Limousine aus Ingolstadt lediglich ein neues Gesicht und Heck gegeben. Zwischen A- und C-Säule hat sich nichts geändert. Der Nachbau geht sogar so weit, dass der Innenraum nahezu unverändert übernommen wird.

So ist es natürlich ein Kinderspiel auf das Qualitätsniveau von Audi zu kommen. Der alte A4 war vorbildlich verarbeitet und übertrifft in einigen Punkten sogar seinen Nachfolger. Allerdings bedeutet der Nachbau auch, dass es eng zu gehen wird. Üppiges Platzangebot zählte nicht zu den Stärken der Mittelklasselimousine, im Fond war es kuschelig.

Bekannte Motoren

Galerie: Vorstellung Seat ExeoWeiteres Manko: Der A4 war für längs eingebaute Motoren konstruiert. Nun werden aber die neuen Common-Rail-Diesel von VW quer verbaut. Ein Einsatz im Exeo wird damit weitestgehend unmöglich. So werden die alten Pumpe-Düse-Aggregate noch längere Zeit ihren Dienst tun, wahrscheinlich als 2.0 TDI mit 140 und 170 PS. Aber auch der bereits mit Common-Rail-Technik arbeitende, 240 PS starke Drei-Liter-Diesel ist denkbar. Damit wäre auch die Frage nach Allradantrieb geklärt, da der 3.0 TDI immer mit quattro kombiniert wird. Aber auch andere Motorisierungen werden mit Vierradantrieb erhältlich sein.

Die Auswahl an Benzinern wird sich ebenso mit der des A4-Vorgängers decken. Unter anderem stehen der turbogeladene 1,8-Liter-Vierzylinder mit 163 PS im Regal sowie eine 200 PS starke Zwei-Liter-Variante. Topmodell könnte der 255 PS starke 3.2 FSI werden.

Kaum Kosten

Großer Vorteil des Exeo: Das Auto ist von Beginn an abbezahlt, der Verkaufspreis wird dementsprechend niedrig liegen. Der Konzernpolitik folgend wird der Einstiegspreis unter dem des VW Passat liegen und damit bei knapp über 20.000 Euro. Damit wäre der Exeo auch noch günstiger als der brandneue Skoda Superb. Während der Tscheche eher die gediegene Klientel ansprechen soll, setzt Seat weiterhin auf eine sportlich angehauchte Kundschaft. Kannibalismus innerhalb des Konzerns befürchtet keiner.

Galerie: Vorstellung Seat Exeo„Seat-Kunden setzen auf Individualität, die sie nur bei uns finden“, erzählt Alexander Skibbe nicht ohne Stolz. „Bei den Ausstattungsmöglichkeiten wollen wir stark auf die Kundenbedürfnisse eingehen“. Schon beim Ibiza setzen die Spanier auf diese Politik. In der Aufpreisliste finden sich weder CD-Wechsler noch Navigationssystem. „Unsere Käufer wollen eine iPod-Schnittstelle oder einen Aux-Eingang und höchstens ein mobiles Navi-System“, weiß der Pressesprecher aus zahlreichen Studien.

Erste Fotos im Herbst

Zum ersten Mal zeigen wird sich der Exeo auf dem Pariser Autosalon im Herbst 2007. Seine Basis verspricht ein erfolgreiches Auto, der alte A4 war ausgereift und hochwertig. Daran wird sich auch in der spanischen Version nicht viel ändern. Wer dem Audi also nachtrauert, kann ihn bald wieder kaufen. Aber auch Passat-Interessenten finden im Seat eine Alternative. Die schönere, wie Alexander Skibbe meint. Und wer sich für einen Leon oder Toledo langsam zu alt fühlt, muss endlich nicht mehr die Marke wechseln.

 

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.