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Gut ein Jahr nach der Einführung des Golf VI legt VW kräftig nach und zeigt auf der IAA erstmalig die neue R-Version. Das nunmehr stärkste Derivat des Kompakt-Klassikers hat gegenüber dem Vorgänger zwar deutlich weniger Hubraum und Zylinder, bietet dafür aber dennoch mehr PS und eindrucksvoll verbesserte Fahrleistungen.
Wie schon der im Sommer präsentierte Scirocco R, so hat auch der Stark-Golf den 2,0-Liter-TSI-Vierzylinder, jedoch in einer mit 270 um fünf PS stärkeren Ausführung. Seine 350 Newtonmeter Drehmoment stellt der Benzindirekteinspritzer zwischen 2.500 und 5.000 Umdrehungen zur Verfügung. Gekoppelt ist Motor wahlweise mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder einem Sechs-Gang-DSG. Die Kraft wird in beiden Fällen auf alle vier Räder verteilt.
Während der Handschalter laut Volkswagen 5,7 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h benötigt, soll die DSG-Version diesen in nur 5,5 Sekunden erledigen. Egal welches Getriebe, die Höchstgeschwindigkeit bei elektronisch eingebremsten 250 km/h. Glatt eine Sekunden nimmt der neue R seinem Vorgänger damit beim Sprint ab. Und trotz schlechterer Fahrleistungen lag der Verbrauch des R32 mit 10,7 Litern deutlich höher. Der neue Golf R soll sich mit 8,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer bescheiden.
Riesenschlund und LEDs
Zu den optischen Besonderheiten der R-Version gehören eine Frontschürze mit mächtigen Luftöffnungen. LED-Tagfahrleuchten und in Schwarz lackierte Außenspiegelgehäuse prägen zusätzlich die aggressiv wirkende Frontansicht. Seitenschweller, ein Dachkantenspoiler am Heck, abgedunkelte LED-Heckleuchten und der untere Teil der Heckschürze in Diffusor-Optik sind weitere Details des Sonder-Stylings. Zudem werden die Abgase über zwei mittig platzierte Auspuffendrohre entlassen.
VW hat den Golf R auf besonders sehenswerte 18-Zoll-Räder gestellt, optional stehen erstmals auch 19-Zoll-Räder im Programm. Hinter den filigranen Alus zeichnen sich groß dimensionierte Bremsscheiben vorn mit 345 und hinten mit 310 Millimeter Durchmesser ab. Das serienmäßige Sportfahrwerk wurde gegenüber der normalen Version um 25 Millimeter abgesenkt.
Mehr quer
Zu den weiteren Fahrwerks-Highlights des Golf R gehört die optional bestellbare adaptive Fahrwerksregelung DCC. Hier kann man per Knopfdruck zwischen einer sportlichen, normalen und komfortablen Fahrwerksabstimmung wählen. Neben dem deutlich härteren Fahrwerk in der Stellung Sport wird dann außerdem noch die Lenkung direkter. Wem das zu hoppelig ist, der kann alternativ im Comfort-Modus entspannter cruisen.
Ebenfalls einen sportlichen Modus bietet das elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Es verhält sich dabei toleranter und lässt mehr Querbeschleunigung zu, bevor Bremseingriffe ein drohendes Ausbrechen des Fahrzeugs verhindern – abschalten lässt es sich indes nicht.
Auch innen schnell
Im Innenraum des R geht es ebenfalls betont sportlich zu. Ein wulstiges Lederlenkrad, stark konturierte Vordersitze mit R-Logo in den Kopfstützen und Alu-Pedale gehören zum besonderen Trimm. Alu-Akzente und schwarzer Klavierlack werten das Interieur zusätzlich auf. Im Instrumententräger weist die 300-km/h-Tachoskala auf das besondere Leistungspotenzial hin.
Noch Ende 2009 soll der Golf R in Deutschland auf den Markt kommen. Zu den Ausstattungsbesonderheiten gehören Bi-Xenon-Scheinwerfer, eine Klimaautomatik und ein CD-Audiosystem. Der Golf R wird angesichts der guten Fahrleistungen und üppigen Ausstattung sicherlich kein Schnäppchen. Einen konkreten Preis hat VW noch nicht genannt, doch dürfte der bislang sportlichste Golf wohl zwischen 33.000 und 34.000 Euro kosten.(mh)
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