Auto-Salon Genf 2012
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Vorstellung VW Polo BlueGT

Vorstellung: VW Polo BlueGT

Sparspaß-Polo

07.03.2012

Der Namenszusatz "Blue" steht in der Automobilbranche in der Regel für sparsame, umweltfreundliche Modelle; GT hingegen weißt traditionell auf einen eher sportlichen Charakter eines Autos hin. Dass sich beides vortrefflich miteinander kombinieren lässt, will VW mit dem auf dem Genfer Auto-Salon (8. Bis 18. März 2012) vorgestellten Polo BlueGT beweisen.

Den sportlichen Part im Polo BlueGT übernimmt, neben den 17 Zoll großen Alurädern, den an den GTI erinnernden Schürzen, R-Line-Lüftungsgitter und einer Tieferlegung um 15 Millimeter, vor allem der 1,4-Liter-TSI-Motor. Der neu entwickelte Vierzylinder ist das Top-Aggregat aus VWs neuer Motorenbaureihe EA211, die ein Grundpfeiler des Modularen Querbaukastens (MQB) ist; auf dem MQB sollen in den kommenden Jahren konzernweit und markenübergreifend 40 Fahrzeuge aufbauen.

Auf GTI-Jagd

Galerie: Vorstellung VW Polo BlueGTMit 140 PS ermächtigt das direkteinspritzende Turbo-Triebwerk den Polo BlueGT zu einer flotten Sprintzeit von nur 7,9 Sekunden; zum Vergleich: der Polo GTI mit 180 PS starkem 1,4-Liter-Turbo-Kompressor braucht eine Sekunde weniger. Allerdings schluckt der stärkste Polo auch deutlich mehr. Während der immer mit Siebengang-DSG ausgelieferte GTI 5,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer konsumiert, begnügt sich der BlueGT mit viereinhalb Litern. Mit manuellem Getriebe steigt der Wert um 0,2 Zähler.

Für den gezügelten Durst zeichnen die Blue-Maßnahmen verantwortlich. Neben Rekuperation und Stopp-Start-Automatik zählt dazu eine Technik, die bisher nur von Acht- und Zwölfzylindermotoren bekannt ist: Die Zylinderabschaltung, wie sie zum Beispiel beim Audi S8 oder Bentley GT V8 und Mulsanne zum Einsatz kommt.

Modularer Querbaukasten

Den modularen Längsbaukasten, für Modelle mit längs eingebautem Frontmotor, nutzt Audi schon länger. Jetzt hat Volkswagen das Pendant für Fahrzeuge mit Quermotor vorgestellt, den modularen Querbaukasten. Durch eine Vereinheitlichung verschiedener Baureihen soll die Produktivität deutlich gesteigert werden – VW strebt eine Halbierung der Montagezeit.

Bis 2018 sollen alle entsprechenden Fahrzeuge auf dem MQB aufbauen, in den kommenden fünf Jahren werden 40 der 200 Modelle aus dem Volkswagenkonzern umgestellt. Erster Vertreter wird der neue Audi A3, der baugleich mit dem kommenden VW Golf VII ist.

Fix definiert ist zukünftig die Einbaulage des Motors (hier kommen die neue Otto-Motorengeneration EA211 und die neuen Diesel EA288 zum Einsatz) und der Abstand der Vorderachse zu den Fahrpedalen; Überhänge, Radstand und Fahrzeughöhe können anders als bei der klassischen Plattformstrategie frei gewählt werden. Durch den MQB sollen neue Modelle zudem circa 40 bis 60 Kilogramm leichter werden.

Außerdem sollen auch die Infotainmentsysteme – jedes neue Fahrzeug wird einen großen Bildschirm bekommen – vereinheitlicht werden. Während Audi weiterhin auf einen Dreh-Drück-Schalter setzen wird, bekommen alle anderen Marken einen Touchscreen, der erkennt, wenn der Nutzer sich mit der Hand nähert und in einen speziellen Bedienmodus schaltet. So lässt sich im Normalfall etwa die gesamte Breite zur Darstellung der Navi-Karte nutzen, ohne die störenden Bedienfelder einzublenden.

Welches Potential im MQB steckt, zeigt folgendes Beispiel eindrucksvoll: Mit Hilfe des MQB will VW die Anzahl der verbauten Klimaanlagen-Varianten von 102 auf 28 reduzieren. Das gesparte Geld will VW vor allem in die Demokratisierung von Innovationen stecken, vor allem bisher hochpreisige Sicherheitssysteme sollen in günstigeren Fahrzeugklassen Einzug halten. Allerdings birgt die Vereinheitlichung auch Gefahren: Wird zukünftig etwa bei einer Klimaanlage ein Fehler entdeckt, müssen weit mehr Fahrzeuge als bisher zurückgerufen werden.

Deutliches Sparpotenzial

Galerie: Vorstellung VW Polo BlueGTZwischen 1.250 und 4.000 Umdrehungen sowie bei Drehmomenten von 25 bis 100 Newtonmeter werden die Zylinder zwei und drei einfach stillgelegt. Der Zweizylinder-Betrieb spart je nach Fahrzustand bis zu einen Liter Sprit auf 100 Kilometer; voll entfalten kann das ACT genannte System sein Können im dritten oder vierten Gang bei Tempo 50. Bei circa 70 km/h im fünften Gang sinkt der Verbrauch um 0,7 Liter, immerhin noch 0,4 Liter lassen sich bei niedrigen und mittleren Lastzuständen einsparen.

Egal, ob mit zwei oder vier Zylindern, der TSI-Motor soll immer gleichmäßig leise und vibrationsarm laufen. Auch den Wechsel zwischen den beiden Modi, der innerhalb von nur einer halben Nockenwellenumdrehungen abläuft, also zwischen 13 und 36 Millisekunden dauert, soll der Fahrer nicht mitbekommen. Lediglich eine Anzeige zwischen Tacho und Drehzahlmesser deutet an, wie viele Brennkammern gerade befeuert werden. Außerdem erkennt das System eine ungleichmäßige Fahrweise und unterdrückt in diesem Fall die Abschaltung, um nicht übermäßig oft zwischen zwei und vier Zylinder zu wechseln.

Sportliches Interieur

Die ACT-Anzeige ist im Innenraum der einzige Hinweis auf den Sparcharakter. Mit Sportlenkrad, GTI-Instrumenten, schwarzem Dachhimmel, Sportsitzen und Chromdekor betont VW auch hier eher den GT- denn den Blue-Charakter. In den Handel kommen soll der Sparspaß-Polo, der leistungsmäßig zwischen dem 105 PS starken 1.2 TSI und dem GTI positioniert ist, im Juli 2012. Was er dann kosten wird, hat VW noch nicht verraten. Der 105-PS-Polo liegt bei 16.850 Euro, der GTI kostet 22.800 Euro. Knapp unter 20.000 Euro sollte man für den BlueGT also durchaus kalkulieren.

 
3
114

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.